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+++FREIGELASSEN+++ Die Gesichter & Geschichten hinter den Geiseln – Bar Kupershtein

JERUSALEM, 12.03.2024 (LS) – Wir wollen den Geiseln in Gaza ein Gesicht geben und ihre Geschichte erzählen. Wir wollen gemeinsam unseren Alltag für ein paar Minuten anhalten und für die Heimkehr eines jeden Einzelnen beten.

„Wer auch nur ein Leben rettet, rettet die ganze Welt“ (Mischna, Sanhedrin 4:5)

Bar Kupershtein (22), Holon

Bar gehörte zum Personal der Supernova-Wüstenparty und wurde am 7. Oktober von Hamas-Terroristen entführt.

Seine Familie rief ihn um 6:30 an, als im ganzen Land Sirenen ertönten. Er erzählte seiner Mutter, es gebe nicht nur Raketen, sondern auch einen Terroranschlag.

Bar versicherte ihr, er werde sein Bestes tun, um nach Hause zurückzukehren. Doch er begann, sich um die von Terroristen angeschossenen und verletzten Menschen zu kümmern, anstatt zu fliehen, erzählten Überlebende, die mit seiner Familie in Kontakt standen. „Er versuchte, andere zu schützen und zu kämpfen, ohne Munition“, erklärte seine Tante Ora.

Um 8 Uhr morgens konnte die Familie seinen letzten Telefonstandort ausfindig machen. Stunden später fand Ora Hamasvideos und -fotos von Bar, der gefesselt am Boden liegt.

Ein Video zeigt Bar gefesselt und auf dem Boden liegend, umgeben von weiteren Entführten. Foto: Screenshot Hamasvideo

„Seitdem wissen wir nichts mehr, wir wissen nur, was wir auf den Hamasfotos gesehen haben“, so Ora in mehreren Interviews. Die Familie sei verzweifelt und „außer sich vor Sorge“.

Itzhak Tabatchnik, Bars Cousin, unterstützt die Familie bei der Kommunikation mit den Medien. Bars Eltern sprechen kein Englisch, zudem ist der Vater nach einem Hirnschlag behindert.

Bar hatte nach dem Hirnschlag seines Vaters die Verantwortung für die Familie übernommen. Statt sich in den Ferien zu amüsieren, entschied er sich, zu arbeiten, um die Familie zu unterstützen.

„Die Familie ist zusammengebrochen“, so Itzhak. „Wir stehen in Kontakt mit der Regierung und den IDF (Israelische Verteidigungsstreitkräfte), aber viel mehr können wir nicht tun.“

„Das Einzige, was wir tun können, ist, mit den Medien und Reportern in aller Welt zu sprechen und auf das Schicksal von Bar und den anderen Entführten und ihren Familien aufmerksam zu machen.“

Bar, wir beten für Deine Rückkehr.

*UPDATE*
Im Rahmen eines Geiselabkommens haben die Terrororganisationen Hamas, Islamischer Dschihad und weitere Terrormilizen am 13. Oktober 2025 die restlichen 20 lebenden israelischen Geiseln nach mehr als 739 Tagen freigelassen. Die Übergabe fand an zwei verschiedenen Orten im Gazastreifen statt. Matan Angrest, Yosef Chaim Ohana, Matan Zangauker, Ariel Cunio, David Cunio, Elchanan Bohbot, Bar Kupershtein, Evyatar David, Guy Gilboa Dalal, Maxim Herkin, Avinatan Or, Eitan Mor, Ziv und Gali Berman, Omri Miran, Rom Braslavski, Eitan Horn, Segev Kalfon, Nimrod Cohen und Alon Ohel kehrten am Vormittag ohne eine propagandistisch aufgeladene Zeremonie nach Israel zurück. Auf einer Militärbasis nahe der Grenze zum Gazastreifen konnten sie ihre Familien in die Arme schließen. Willkommen zuhause.

Nun erwartet Israel die Freigabe aller sterblichen Überreste von 28 Israelis, die am 7. Oktober massakriert und entführt oder in Gefangenschaft hingerichtet wurden.

Im Rahmen des Abkommens ist Israel verpflichtet, 1.950 Terroristen freizulassen, darunter 250 Massenmörder mit mehrfachen lebenslänglichen Haftstrafen.

Eine Wand mit Bildern von nach Gaza entführten israelischen Geiseln. Darunter ist auch ein Bild von Bar Kupershtein (oberste Reihe, viertes von links). Foto: Miriam Alster/Flash90

Titelbild: Bar Kupershtein. Foto: privat

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