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Geiselverhandlungen: Hamas lehnt aktuellen Vorschlag ab

JERUSALEM 02.05.2024 (LS) – Die Hamas scheint den jüngsten von Vermittlern ausgearbeiteten und von Israel genehmigten Vorschlag für ein Geiselabkommen abzulehnen.

Osama Hamdan, ein im Libanon ansässiger Hamas-Funktionär, erklärte dem der Hisbollah nahestehenden Fernsehsender Al-Manar am Mittwochabend: „Unsere Position zu dem aktuellen Verhandlungspapier ist negativ“.

Die Hamas glaubt, der Vorschlag gehe nicht weit genug, um ein Ende des Krieges zu garantieren, so ein arabischer Diplomat gegenüber der Times of Israel.

Das Pressebüro der Hamas stellte daraufhin klar: „Die negative Haltung bedeutet nicht, dass die Verhandlungen eingestellt wurden. Es gibt ein Hin und Her“. Berichten zufolge sollte die Terrorgruppe am Donnerstag einen geänderten Vorschlag zu dem von katarischen, ägyptischen und amerikanischen Vermittlern ausgearbeiteten Vorschlag vorlegen.

Es ist jedoch unklar, ob Israel bereit sein wird, weitere Flexibilität zu zeigen, nachdem israelische Vertreter erklärt hatten, der jetzige, von den USA und anderen Ländern als äußerst großzügig bezeichnete Vorschlag, sei der letzte Versuch einer Einigung vor einer Invasion der israelischen Armee in Rafah. Weitere Verhandlungen seien inakzeptabel.

Amerikanischer Druck auf die Hamas

Während seines aktuellen Besuchs in Israel bekräftigte US-Außenminister Antony Blinken kurz zuvor, es liege an der Hamas, den jüngsten Vorschlag anzunehmen, der ihr unterbreitet wurde.

„Israel hat in dem Vorschlag, der auf dem Tisch liegt, sehr wichtige Kompromisse gemacht und damit seinen Wunsch und seine Bereitschaft gezeigt, dieses Abkommen zu erreichen, es zu verwirklichen. Jetzt liegt es, wie wir schon sagten, an der Hamas. Die Hamas muss entscheiden, ob sie dieses Abkommen annimmt und die Situation der Menschen in Gaza, die ihr angeblich am Herzen liegen, tatsächlich verbessert. Es ist keine Zeit für Verzögerungen, es ist keine Zeit für weiteres Feilschen. Der Deal ist da, sie sollten ihn annehmen“, erklärte Blinken.

Große Worte, keine Taten

Währenddessen spricht Premierminister Benjamin Netanjahu weiterhin die richtigen Worte, doch lässt im Moment keine Taten folgen.

Das Büro des Premierministers erklärte, Netanjahu habe gegenüber Blinken deutlich gemacht, dass er „kein Abkommen akzeptieren wird, das eine Vereinbarung zur Beendigung des Krieges im Gazastreifen beinhaltet“. Darüber hinaus bekräftigte Netanjahu, die israelische Operation in Rafah stehe kurz bevor.

Netanjahu erklärte Blinken in ihrem geschlossenen Gespräch weiterhin, Israel werde mit einer Invasion in Rafah fortfahren, sollte die Hamas weiterhin ein Geiselabkommen von der kompletten Beendigung des Krieges abhängig machen.

Titelbild: US-Außenminister Antony Blinken spricht während einer Demonstration für die Freilassung der Geiseln mit Israelis. Foto: Avshalom Sassoni/Flash90

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