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Ägyptischer Soldat bei Feuergefecht mit israelischen Streitkräften in Rafah getötet

JERUSALEM 28.05.2024 (LS) – Zwischen israelischen und ägyptischen Streitkräften ist es am Montag in der Nähe von Rafah zu einem Schusswechsel gekommen. Wie israelische Medien aus Kreisen der israelischen Streitkräfte erfuhren, schoss ein ägyptischer Soldat auf Truppen, die an einem Tunnel in der Nähe der Grenze arbeiteten, woraufhin diese das Feuer erwiderten und einen ägyptischen Soldaten töteten.

Nach dem Vorfall setzten sich die Vertreter der israelischen Streitkräfte (IDF) mit ägyptischen Behörden in Verbindung, um das Feuer einzustellen. Bei dem Vorfall wurden keine israelischen Soldaten verletzt.

Die IDF erklärten, der Vorfall werde untersucht und es gebe einen Dialog mit den Ägyptern.

Eskalation vermeiden

Eine informierte Sicherheitsquelle sagte der ägyptischen Nachrichtenagentur AlQahera News am Montagabend, in Ägypten seien Untersuchungskommissionen gebildet worden, die den Vorfall untersuchen und die notwendigen Maßnahmen ergreifen sollen, um eine Wiederholung zu verhindern.

Die Quelle fügte hinzu, erste Untersuchungen hätten ergeben, dass sich israelische Streitkräfte und palästinensische Terroristen in dem Gebiet einen Schusswechsel lieferten, was die ägyptischen Streitkräfte dazu veranlasste, “Schutzmaßnahmen zu ergreifen und die Ursache des Feuers auszuschalten”.

IDF-Soldaten in Rafah. Foto: IDF Spokesperson

“Die internationale Gemeinschaft muss ihre Verantwortung für den Ernst der Lage an der ägyptischen Grenze zum Gazastreifen und der Philadelphi-Passage übernehmen, nicht nur aus Sicherheitsgründen, sondern auch wegen des Flusses der humanitären Hilfe”, so die Quelle gegenüber AlQahera. “Ägypten hat vor den Auswirkungen der israelischen Militäroperationen auf die Philadelphi-Route gewarnt. Ägypten warnt davor, die Sicherheit des ägyptischen Sicherheitspersonals, das an der Grenze eingesetzt ist, zu gefährden.”

Kalter Frieden

Ägypten hat zwar seit vielen Jahren einen Friedensvertrag mit Israel, aber die Bevölkerung des Landes am Nil hegt keine Liebe für ihre jüdischen Nachbarn. In Schulen und Medien wird Israel weiterhin als Feind bezeichnet und prominente Persönlichkeiten des Landes kamen immer wieder unter heftige Kritik, wenn sie sich positiv über Israel äußerten oder sogar Kontakt mit Israelis aufnahmen.

Im vergangenen Juni infiltrierte ein ägyptischer Polizist Israel und tötete drei IDF-Soldaten. Ägypten behauptete, der Vorfall habe sich ereignet, als der Beamte Drogenschmuggler nach Israel verfolgte. Eine israelische Untersuchung ergab, dass der Polizeibeamte durch ein Notfall-Tor im Grenzzaun eindrang und 150 Meter weit lief, bevor er zwei Soldaten tötete, tiefer ins Land eindrang und einen weiteren Soldaten in einem Schusswechsel tötete. Die beiden zuerst getöteten Soldaten hatten ihre Waffen nicht abgefeuert, was darauf hindeutet, dass sich der ägyptische Polizist an sie herangeschlichen hatte, bevor er sie tötete.

Im Oktober ermordete ein ägyptischer Polizist zwei israelische Touristen und ihren ägyptischen Reiseführer.

Titelbild: Palästinensische Flüchtlinge in Rafah zelten vor der ägyptischen Grenze. Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90

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