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“Wir dürfen uns der Hamas nicht ergeben”: Hunderte Hinterbliebene gegen Biden-Abkommen

JERUSALEM, 03.06.2024 (NH) – Hunderte Familienangehörige gefallener Soldaten haben Premierminister Benjamin Netanjahu dazu aufgefordert, sich dem Biden-Waffenstillstandsplan zu widersetzen. Die Familien marschierten am Sonntagabend in einem “Notprotest” zur bekannten Jerusalemer David-Harfen-Brücke und blockierten den Eingang zur Hauptstadt. Sie riefen dazu auf, sich der Hamas nicht zu unterwerfen oder gar den Krieg zu beenden: “Der Tod unserer Liebsten war nicht umsonst”. 

Hinterbliebene demonstrieren gegen Geiselabkommen

Die Mitglieder des “Heldentum-Forums”, eine Vereinigung von Angehörigen gefallener Soldaten des jüngsten Gazakrieges, marschierten unter dem Motto “Ihr habt kein Mandat, euch der Hamas zu ergeben” vom Büros des Premierministers zum Eingang Jerusalems. In der Gegend gab es daraufhin schwere Verkehrsstaus. Zuvor schickten die Familien ein Eilschreiben an die Mitglieder des Kriegskabinetts: Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Benny Gantz, Yoav Gallant und Gadi Eisenkot. In dem Brief forderten die Hinterbliebenen ein dringendes Treffen mit den Kabinettsmitgliedern, um das geplante “Kapitulationsabkommen” mit der Hamas zu verhindern.

“Unsere Lieben zogen in den Krieg und kehrten nie zurück. Sie zogen mit einem tiefen Bewusstsein für alle Bürger Israels in die Schlacht, mit dem klaren Ziel – Israels Sieg. Die Ziele des Krieges, in dem wir uns befinden, wurden vom Premierminister und den Kabinettsmitgliedern klar definiert – die Vernichtung der Terrororganisation Hamas, die Rückkehr aller Entführten und die Beseitigung jeglicher Bedrohung für israelische Bürger aus dem Gazastreifen. Mit einem Wort – Sieg”, heißt es in dem Schreiben.

Lager des Heldentums in Jerusalem

“Dieser Sieg wird von einer überwältigenden Mehrheit des Volkes unterstützt. Die israelische Regierung hat nur ein Mandat – den Sieg. Wir werden keine Kapitulation vor der Hamas akzeptieren, wir werden nicht zustimmen, dass unsere Lieben das Silbertablett für die Wiederherstellung einer Schreckensherrschaft in Gaza sein werden”. Die Familien fügten in ihrem Brief hinzu: “Wir müssen uns klar vergewissern, dass der Tod unserer Lieben nicht umsonst war”.

Vor mehr als einem Monat errichteten die hinterbliebenen Familien ein Zelt in der Nähe des Premierministerbüros in Jerusalem. Die Familien erklärten damals, solange im “Zelt des Heldentums” zu bleiben,  bis Israel alle Ziele des Krieges erreiche. Tausende israelische Zivilbürger, darunter Minister und  Knesset-Abgeordnete, besuchten seitdem das “Helden-Lager” und sprachen den Familien ihre Unterstützung aus. Die Mitglieder des “Heldentum-Forums” haben bis dato nur eine kleine Reihe von Demonstrationen abgehalten, um die Vernichtung der Hamas zu fordern. Sollte jetzt die Regierungs-Entscheidung fallen, den von Biden vorgelegten “Kapitulationsvertrag” anzunehmen, werden die Angehörigen ihre öffentlichen Kämpfe jedoch intensivieren.

Titelbild: Hinterbliebene von Soldaten, die während des jüngsten Krieges getötet wurden, blockieren die Zufahrt nach Jerusalem.  Foto: Chaim Goldberg/Flash90

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