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Nach Tötung eines Kommandeurs: Hisbollah überzieht den Norden Israels mit Raketensalven

JERUSALEM, 12.06.2024 (TM) – Die Hisbollah-Terrormiliz hat am heutigen Vormittag zwei massive Raketensalven auf Israel abgefeuert. Der erste Angriff umfasste rund 90, der zweite etwa 70 Raketen. Einige flogen weit ins Landesinnere: Es gab Luftalarm in Safed, der Stadt der jüdischen Mystik, und – erstmals in diesem Krieg – in Tiberias am See Genezareth. Der Angriff richtete sich auch gegen israelische Militäranlagen auf dem Gipfel des Berges Meron.

Augenzeugen berichteten, dass zahlreiche Projektile vom Raketenabwehrsystem „Iron Dome“ unschädlich gemacht wurden. Andere schlugen auf freiem Feld ein und verursachten ausgedehnte Wald- und Buschbrände. Nach Angaben der Feuerwehr waren 21 Löschteams und acht Löschflugzeuge im Einsatz, um die Flammen zu bekämpfen. Meldungen über Verletzte gab es zunächst nicht. Als Reaktion auf die Angriffe flog die israelische Luftwaffe eine Welle von Luftangriffen im Südlibanon.

Feuerwehrleute bekämpfen einen Brand auf den Golanhöhen, der nach dem Einschlag von Hisbollah-Raketen ausgebrochen ist. Ayal Margolin/Flash90

Hochrangiger Offizier stirbt bei Luftangriff

Die Eskalation war vom israelischen Militär (IDF) erwartet worden, nachdem gestern ein hochrangiger Hisbollah-Kommandeur im Libanon gezielt getötet worden war. Der Libanon meldete den mutmaßlich israelischen Angriff auf das südlibanesische Dorf Jouaiyya in der Nähe von Tyrus. Dabei sollen in einem Wohnhaus vier Hisbollah-Kommandeure ums Leben gekommen sein, darunter der ranghöchste Hisbollah-Offizier, der seit Beginn des Krieges getötet wurde. Es handelt sich um den Kommandeur der Hisbollah-Einheit „Al-Nasr“, bekannt als Abu Talib. Er wurde bei einem Treffen von Hisbollah-Führern ausgeschaltet. Abu Talib wurde von Sicherheitskreisen als Chef der Terrorgruppe bezeichnet, der für die zentrale Region des südlichen Grenzstreifens zuständig war. Die Hisbollah hat seinen Tod bestätigt.

Unabhängig davon haben die israelischen Streitkräfte nach eigenen Angaben ein von der Hisbollah genutztes Gebäude, eine Raketenabschussbasis und weitere Infrastruktur der Terrorgruppe in Aitaroun im Südlibanon angegriffen. Ein Drohnenangriff in Deir Aames habe auch eine Raketenabschussbasis der Hisbollah getroffen.

Weitere Attacken erwartet

Militärexperten gehen davon aus, dass die Hisbollah weitere Angriffe starten wird, voraussichtlich auch mit Kampfdrohnen, die mit Sprengstoff beladen und schwer abzuschießen sind. Die vom Iran unterstützte und finanzierte Terrororganisation gilt als schlagkräftig, sie verfügt über moderne Waffen, ihre Soldaten sind gut ausgebildet. Der Name der schiitischen Gruppierung bedeutet „Partei Gottes“. Sie gilt als stärkste politische und militärische Macht im Libanon.

Titelbild: Rauchwolken über der israelischen Stadt Rosh Pina zeigen, wo israelische Abfangraketen die Projektile aus dem Libanon in der Luft zur Explosion brachten. Foto: Ayal Margolin/Flash90

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