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Hisbollah feuert 200 Raketen auf Nordisrael: Zahlreiche Brände in Galiäa und auf dem Golan

JERUSALEM, 04.07.2024 (TM/TPS) – Die Hisbollah-Terrormiliz hat den Norden Israels heute Vormittag heftig beschossen. Nach Armeeangaben wurden vom Libanon aus rund 200 Raketen auf Israel abgefeuert, hinzu kamen etwa 20 Kampfdrohnen.

Tausende Bewohner von Gemeinden in Obergaliläa und auf den Golanhöhen suchten Schutz in gesicherten Räumen, während unablässig die Sirenen heulten. In einem der schwersten Angriffe während des Krieges beschoss die Terrorgruppe auch Städte wie Akko und Nahariya, die normalerweise nicht auf ihrer Zielliste stehen. Die Stadtverwaltung von Akko erklärte, Splitter einer abgefangenen Rakete hätten ein Einkaufszentrum beschädigt. Die Trümmer setzen Teile des Daches in Brand. Videos in den sozialen Medien zeigen Einschläge am Ostufer des Sees Genezareth. Es gibt Berichte über mehrere Verletzte auf israelischer Seite, jedoch wurden dazu bislang keine Einzelheiten veröffentlicht.

Großbrände durch Raketen

Wie die Nachrichtenseite Ynet berichtet, kämpfen Feuerwehrleute nach dem Angriff der libanesischen Terrorgruppe an mindestens zehn Orten in Galiläa und auf den Golanhöhen gegen Großbrände. Mindestens eine Fernstraße auf den Golanhöhen wurde wegen der Brände gesperrt.

Die israelische Luftabwehr fing etliche anfliegende Raketen ab und verhinderte, dass sie in bewohntem Gebiet einschlugen. Foto: Ayal Margolin/Flash90

Die Organisation „Fighting for the North“, die Hunderte von evakuierten israelischen Familien vertritt, forderte die Regierung auf, härter gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah vorzugehen, damit sie in ihre Häuser zurückkehren könnten. „Der Staat Israel ist nur einen Schritt davon entfernt, den Norden zu verlieren. Dies ist in jeder Hinsicht ein Krieg und der Staat Israel muss ihn gewinnen und darf sich nicht durch ein Abkommen ergeben“, erklärte die Organisation. „Nur eine Sicherheitszone im Libanon wird langfristig Frieden bringen.“

Rache für getöteten Kommandeur

Am Mittwoch war bei einem gezielten israelischen Drohnenangriff in der südlibanesischen Stadt Tyrus Muhammad Nimah Nasser getötet worden, der die Aziz-Einheit der Hisbollah befehligte. Nasser war für den Raketenbeschuss israelischer Gemeinden und Sicherheitskräfte verantwortlich. Er war einer der hochrangisten Hisbollah-Kommandeure, die bislang von der israelischen Armee ausgeschaltet wurde. Der heutige Großangriff war der erwartete Reaktion der Terrorgruppe. Die beschränkte ihre Vergeltung auf den Norden und vermied so eine weitere Eskalation.

Die israelische Armee antwortete auf den Angriff mit Luftangriffen und Artillerie-Beschuss.

Rund 60.000 Israelis, die in nördlichen Gemeinden leben, mussten im Oktober evakuiert werden, als die Terrororganisation Hisbollah mit täglichen Raketen- und Drohnenangriffen begann. Die Anführer der vom Iran unterstützten Terrorgruppe erklärten, sie würden die Angriffe fortsetzen, um die Hamas im Gazastreifen zu unterstützen und die Israelis im Norden an der Rückkehr in ihre Häuser zu hindern. Bei den Angriffen der Hisbollah wurden bislang 10 Zivilisten und 15 Soldaten getötet.

Israelische Regierungsvertreter haben die Entwaffnung und den Rückzug der Hisbollah aus dem Südlibanon gefordert, wie es die Resolution 1701 des UN-Sicherheitsrates vorsieht, die 2006 den zweiten Libanonkrieg beendete.

Titelbild: Landwirte unterstützen die Feuerwehr bei der Bekämpfung der Wald- und Buschbrände auf den Golanhöhen, die von Hisbollah-Raketen verursacht wurden. Foto: Maor Kinsbursky/Flash90

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