
Iranischer Geheimdienst rekrutiert Israelis für Spionage und Sabotage
JERUSALEM 17.07.2024 (LS) – Berichten vom Dienstag zufolge hat die Jerusalemer Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 21-jährigen Einwohner von Beit Shemesh, Elimelech Stern, erhoben und ihn beschuldigt, Kontakte zu einem ausländischen Geheimdienst zu unterhalten.
Er wurde zusammen mit zwei anderen Bürgern von Ermittlern der Abteilung für internationale Verbrechensbekämpfung verhaftet, weil er im Verdacht steht, auf Anweisung iranischer Geheimdienstmitarbeiter Aktivitäten in Israel durchgeführt zu haben.
Spionage-Vorwurf
Die Ermittlungen ergaben, dass Stern über Telegram mit einem Profil namens „Anna Elena“ in Kontakt stand und gebeten wurde, verschiedene Aufgaben in Israel zu erfüllen. Stern wurde gebeten, in Tel Aviv Plakate aufzuhängen, an mehreren Stellen in Jerusalem und Tel Aviv Geld zu deponieren, Pakete mit einem abgetrennten Tierkopf oder einer Puppe sowie einem Messer und einer Drohbotschaft an die Haustür israelischer Bürger zu liefern, einen Wald in Brand zu setzen und vieles mehr.
Die Ermittlungen ergaben auch, dass Stern sich bereit erklärte, die Aufgaben auszuführen, mit Ausnahme von Mord und Waldbrandstiftung.

Stern rekrutierte zwei weitere israelische Bürger, die einige der Aufträge gegen eine finanzielle Entschädigung ausführten. Stern erhielt von „Anna Elena“ eine Bezahlung in Kryptowährung für die Ausführung der Aufträge. Das ursprüngliche Jobangebot der Iraner erhielt er über einen Telegram-Nutzer für nur ein paar hundert Schekel.
Rekrutierung
Die Anwerbung israelischer Bürger über soziale Netzwerke unter falschem Vorwand durch den Vertragspartner ist ein bekannter Modus Operandi iranischer Geheimdienste. Diese Methode, Israelis selbst für scheinbar harmlose Aufgaben zu rekrutieren, bietet eine bequeme und verfügbare Plattform für die Schädigung der Staatssicherheit. In den letzten Monaten wurden viele fiktive Profile, die von iranischen Sicherheitsbehörden genutzt werden, identifiziert und überwacht, und es wurden umfangreiche Informationen über die dahinterstehenden Einrichtungen gesammelt.
Die Kontaktaufnahme erfolgte über soziale Plattformen und Websites, auf denen bezahlte Gelegenheitsjobs angeboten wurden, und zwar über alle sozialen Netzwerke, einschließlich Instagram, Telegram, WhatsApp, Facebook und X. Die Kontaktaufnahme erfolgte in verschiedenen Sprachen, darunter Hebräisch und Englisch.
Rechtsanwalt Oshri Ben Yishai, der Stern vertritt, erklärte: „Die Familie steht unter völligem Schock. Sie verstehen nicht, woher das kommt. Sie lieben den Staat und gehören nicht zu den extremen Strömungen. Sie helfen dem Staat, auch während des Krieges. Man kann ihm keine staatsfeindlichen Motive unterstellen.“
Titelbild: Konversationen zwischen einem Israeli und seinem iranischen „Betreuer“ sowie ein Foto eines Plakates mit „blutigen Händen“, dass der Israeli in Tel Aviv aufhängen sollte. Foto: IDF SPOKESPERSON’S UNIT