
Armee: Anschlag in Beirut galt hohem Hisbollah-Funktionär
JERUSALEM / BEIRUT, 30.07.2024 (TM) – Eine schwere Explosion hat am Dienstagabend den Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut erschüttert. Diese Gegend gilt als Hochburg der Hisbollah. Kurz darauf bestätigte die israelische Armee, dass sie einen gezielten Angriff auf ein führendes Mitglied der Hisbollah-Terrorgruppe durchgeführt habe. Mehrere Medien gaben an, dass es sich um Fuad Shukar handelte, auch bekannt als Hajj Mohsin, einen hochrangigen Berater des Führers der Terrorgruppe Hassan Nasrallah. Er soll die Nummer zwei in der Führungsebene der Terrororganisation gewesen sein.
Auch von den USA gesucht
Shukar wurde von der israelischen Armee vor einigen Jahren als Kommandeur des Präzisionsraketenprojekts der Hisbollah genannt. Er wurde auch von den Vereinigten Staaten wegen seiner Rolle bei dem Bombenanschlag auf eine Kaserne der US-Marines in Beirut 1983 gesucht. Auf ihn war ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar ausgesetzt. Er soll seit 30 Jahren in Diensten der Terrororganisation stehen.
Verteidigungsminister Yoav Gallant gibt eine Erklärung ab, in der es heißt, die libanesische Terrorgruppe habe „die rote Linie überschritten“. Israel hatte eine scharfe Reaktion angekündigt, nachdem eine Hisbollah-Rakete im Drusendorf Majdal Shams 12 Kinder und Jugendliche getötet hatte. Laut Armee war Shukar für dieses Massaker verantwortlich.
Nach Angaben der saudischen Nachrichtenagentur Al-Hadath wurden bei dem Anschlag zwei Menschen getötet. In dem dicht besiedelten Gebiet soll es zudem rund zehn Verletzte gegeben haben. Bilder vom Ort des Geschehens zeigen eine große Rauchwolke und Verwüstungen. Erwartungsgemäß gab die Hisbollah bekannt, der Eliminierungsversuch sei fehlgeschlagen. Dennoch werde man sich rächen. Zuvor hatte der Iran erklärt, ein israelischer Angriff auf Beirut sei inakzeptabel und werde schwere Konsequenzen haben. Das israelische Heimatschutzkommando sieht das eher gelassen: Derzeit gebe es keine neuen Hinweise für die israelische Bevölkerung.
War das die „harte Antwort“?
Israel und die Vereinigten Staaten haben die Hisbollah für den Angriff auf Majdal Shams verantwortlich gemacht. Die Hisbollah hat die Verantwortung bestritten. In Israel fragt man sich nun, ob der Anschlag auf den Hisbollah-Funktionär in Beirut die angekündigte „harte Antwort“ auf die jüngste Eskalation war. Die Hisbollah feuert unterdessen weiter: Drei Tage nach dem Massaker in Majdal Shams wurde am heutigen Dienstag ein israelischer Zivilist durch einen direkten Raketentreffer im Kibbuz Goshrim in Obergaliläa getötet.
Bild: Feuerwehr, Rettungskräfte und viele Schaulustige am Ort der Explosion in Beirut. Foto: Mohamed Azakir / Reuters