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Gewalt und Einschüchterung: Wie die Hamas die Kontrolle in Gaza behält

JERUSALEM 15.09.2024 (LS) – In einem Artikel der New York Times über die Gewalt der Hamas gegenüber den Palästinensern beschreibt die Zeitung im Detail, wie die Terrororganisation ihre Macht im Gazastreifen festigt.

Viele Palästinenser wurden während des Krieges verletzt und getötet, weil die Hamas in dicht besiedelten Gebieten Kämpfe führt, um Zivilisten als menschliche Schutzschilde zu benutzen. Andere Gazabewohner wurden angegriffen und erhielten Drohungen, nachdem sie die Terrororganisation kritisiert hatten. Mehrere wurden erschossen, nachdem sie beschuldigt wurden, humanitäre Hilfsgüter zu plündern, die in den Gazastreifen gelangten.

Kritik verboten

„Die Hamas kontrolliert uns, sie hätten mich fast umgebracht“. Zu Beginn des Sommers fand Amin Abed, ein palästinensischer Sozialaktivist, der sich öffentlich gegen die Hamas aussprach, zweimal Kugeln vor seiner Haustür im nördlichen Gazastreifen. Im Juli wurde er nach seinen Angaben von Hamas-Aktivisten angegriffen, die seinen Kopf verhüllten und ihn mit sich zerrten. Dann schlugen sie erbarmungslos mit Hammern und Metallstangen auf ihn ein.

„Jeden Moment kann ich von der israelischen Besatzung getötet werden, aber es kann mir auch durch die Hamas passieren, die uns seit 17 Jahren kontrolliert“, erklärte er der New York Times. „Sie hätten mich fast umgebracht, diese Mörder und Verbrecher.“ Seiner Meinung nach wollen die Hamas-Führer „an mir ein Exempel statuieren“, weshalb er beschloss, den Gazastreifen zu verlassen. Er wurde zusammen mit vielen anderen Verletzten und Kranken zur Behandlung in die Vereinigten Arabischen Emirate gebracht. „Zum ersten Mal seit 17 Jahren fühle ich mich sicher. Niemand will mich umbringen“, erzählte Abed, der immer noch im Krankenhaus liegt.

Menschliche Schutzschilde

Die Praxis der Hamas, von zivilen Gebieten in Gaza aus zu operieren, wurde von den Palästinensern scharf kritisiert. „Wer Raketen aus zivilen Gebieten abfeuert, kümmert sich nicht um die Zivilbevölkerung“, betonte Abu Shaker, dessen Familie wiederholt vertrieben wurde. „Wenn ihr Israel bekämpfen wollt, dann macht das. Aber warum versteckt ihr euch unter der Zivilbevölkerung? Zu Beginn des Krieges feuerten Bewaffnete aus den dicht besiedelten Städten Deir al-Balah und Nuseirat im Zentrum des Gazastreifens Raketen auf Israel ab. Die Bewohner eilten in ihre Häuser und erwarteten israelische Vergeltungsangriffe“, fügte er hinzu.

Palästinenser, die mit der Times sprachen, äußerten ihre Frustration über die Hamas, insbesondere über deren Praxis, sich in zivilen Gebieten zu verschanzen. Ihrer Meinung nach trage Israel zwar eine enorme Verantwortung für das Leid, das der Krieg über sie gebracht hat – aber auch die Hamas, die Zugangspunkte zu ihrem Tunnelnetz in Häusern gebaut hat.

Die Forderung, den Kampf gegen Israel zu beenden, die Geiseln freizulassen und in Frieden mit den jüdischen Nachbarn zu leben, hört man jedoch nicht.

Titelbild: Die Hamas regiert den Gazastreifen mit harter Hand. Foto: Attia Muhammed/Flash90

   

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