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Yona Brief, der schwerste Verwundete des 7. Oktober erliegt nach 417 Tagen seinen Verletzungen – „Unser Herz ist gebrochen“

JERUSALEM, 27.11.2024 (NH) – Yona-Bezalel Brief, der als Sanitäter in der Duvdevan-Einheit diente, ist seinen Verletzungen erlegen. Der 23-Jährige aus Modi’in-Maccabim-Reut wurde am Morgen des 7. Oktober lebensgefährlich verletzt und galt als der am schwersten verwundete Soldat des Massakers. Ein Jahr lang hatte Yona tapfer um sein Leben gekämpft, mit der gleichen Intensität, mit der er den Kibbuz gegen die brutalen Terroristen verteidigt hatte. Doch der Überlebenskampf fand jetzt ein trauriges Ende.

Ein Held bis zur letzten Minute

Am Morgen des jüdischen Feiertages Simchat Thora, als Tausende von Hamas-Terroristen in jüdische Grenzgemeinden, Armeestützpunkte und ein Festival einfielen, eilte Yona-Bezalel Brief mit seinen Kollegen als einer der ersten Einsatzkräfte zum Kibbuz Kfar Azza. Dort kämpften die jungen Männer gemeinsam mit den Bewohnern des Kibbuz stundenlang gegen die Terroristen und töteten in einer der heftigsten Schlachten des 7. Oktober Dutzende der Angreifer. Mehr als 72 Menschen wurden an diesem Tag brutal ermordet, weitere 18 in den Gazastreifen entführt. Yona evakuierte verwundete Zivilisten und Soldaten vom Schlachtfeld, bis er selbst von 13 Kugeln getroffen wurde.

Der Kämpfer wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen in das Sheba-Krankenhaus in Tel Hashomer eingeliefert, wo ihm beide Beine amputiert werden mussten und er seitdem behandelt wurde. Der 23-Jährige war der letzte Kämpfer, der sich noch im Krankenhaus befand. Täglich strömten dutzende Besucher in Yonas‘ Krankenzimmer, um dem tapferen Helden beizustehen. Obwohl sich sein Zustand immer wieder verschlechterte, gab der 23-Jährige nicht auf und rang um sein Leben. Seine Schwester Libby erzählte den israelischen Nachrichten: „Er ist ein echter Kämpfer. Sogar die Ärzte sagten, sie hätten so etwas noch nie gesehen.“ Doch am vergangenen Freitag verschlechterte sich sein Zustand dramatisch.  417 Tage nach seiner Verwundung in Kfar Azza starb Yona in der Nacht von Montag auf Dienstag im Sheba-Krankenhaus.

Gestern, an seinem Todestag, hätte auf dem Platz vor der Klagemauer eine Gebetsveranstaltung für die Genesung des jungen Kämpfers stattfinden sollen. Mit gebrochenem Herzen sagte die Familie die Kundgebung ab.

Kibbuz Kfar Azza, ein Bild der Zerstörung. Stundenlang massakrierten die Terroristen die Bewohner. Yona wurde beim Kampf um den Kibbuz lebensgefährlich verletzt. Foto: Edi Israel/Flash90

Gott und Yona spielten Fangen

„Seine Eltern, seine Familie und seine Freunde umgaben ihn mit unendlicher Liebe, und auf seinem Weg betete die ganze Stadt zusammen mit dem Volk Israel für seine Genesung“, schrieb der Bürgermeister von Modi’in-Maccabim-Reut, Haim Bibas Yona, auf seinem Facebook-Account. „Als Absolvent der Lapid-Thora-High School war er ein Symbol für Werte, Heldentum und Hingabe. Er hinterlässt ein Vermächtnis, das in unseren Herzen weiterklingen wird.“

Yonas Schwester Libby verabschiedete sich in einem herzzerreißenden Abschiedsbrief von ihrem Bruder: „Gott hat mit Yona über ein Jahr lang Fangen gespielt. Jedes Mal ist er auf die eine oder andere Weise entkommen. Heute Morgen ist es Gott endlich gelungen, ihn zu fangen. Ich liebe dich so sehr, Yona. Jemand muss mich aus diesem Albtraum wecken. Mein Herz ist in Millionen Stücke zerbrochen.“

Idan Amedi, der populäre Sänger und Fauda-Star (alias Sagi Tzur), der selbst im Gazastreifen kämpfte und im Januar schwer verwundet wurde, würdigte Yona-Bezalel auf offenen Medienplattformen und verabschiedete sich: „Ruhe, lieber Bruder, das Volk Israel sollte deine Stärke würdigen. Ihr seid am 7.10. in die Schlacht gezogen, ohne zu fragen oder zu zögern, als erste in der Feuerzone. Und seit diesem Schabbat hast du auf der Intensivstation gekämpft, wie es noch niemand getan hat. Danke für das Privileg, Dich gekannt und von Dir gelernt zu haben. Ich umarme Deine liebe Familie. Wir werden uns immer an Yona Brief erinnern, einen Helden Israels. Möge sein Andenken ein Segen sein.“

Yona-Bezalel Brief und Israels Oberbefehlshaber Herzi Halevi. Nach einjährigem Kampf erlag Yona seinen tödlichen Verletzungen. Foto: Foto: Büro des Sprechers von Sheba Tel Hashomer

Nach Angaben der IDF wurden seit Beginn des Krieges am 7. Oktober 5.427 Soldaten verwundet, davon 2.455 seit Beginn der Bodenoperationen im Gazastreifen. Von der Gesamtzahl der Opfer wurden 793 als schwer verletzt eingestuft.

Titelbild: Yona-Bezalel Brief. Foto: IDF

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