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Verhandlungen über den Geiseldeal: Israel fordert 34 Geiseln in der ersten Phase

ERUSALEM 23.12.2024 (LS) – Während die Hoffnungen auf eine Rückkehr der Geiseln steigen, konzentrieren sich die Diskussionen auf die „humanitäre Liste“, die die Freilassung derjenigen priorisiert, deren Leben eindeutig und unmittelbar gefährdet ist.

Nach über 440 Tagen in Gefangenschaft sind viele Geiseln nach Ansicht von Experten nicht angemessen medizinisch versorgt worden, sodass sich ihr Gesundheitszustand unter den harten Bedingungen verschlechtert hat. Auch ihre psychische Gesundheit ist stark beeinträchtigt, was ihre Überlebensfähigkeit weiter gefährdet.

Die „humanitäre Liste“

Berichten zufolge hat Israel der Hamas eine Liste mit 34 Geiseln vorgelegt, die sogenannte „humanitäre Liste“, deren Freilassung es als Teil der ersten Phase eines Geiselabkommens fordert. Darunter befinden sich 11 Namen, die nicht den Kriterien der Hamas für ein Abkommen entsprechen, wie der ägyptische Nachrichtensender Al-Ghad am Samstagabend unter Berufung auf offizielle Quellen berichtete.

Die 34 Namen sind nicht bekannt, aber Al-Ghads Quellen zufolge befinden sich unter den Namen auf der israelischen Liste auch Geiseln, die die Hamas als Soldaten betrachtet, während die Hamas lediglich die Freilassung von Kranken, Alten und Kindern in Aussicht stellt.

Die Liste soll unter anderem die drei ältesten Geiseln, Shlomo Mansour (86), Oded Lifshitz (85) und Gadi Moses (79) sowie jüngere Männer mit chronischen Krankheiten, wie der 22-jährige Omer Wenkert, der an Kolitis ulcerosa leidet, enthalten.

Die Quellen fügten hinzu, die erste Phase des Abkommens solle die Freilassung von 250 palästinensischen Gefangenen im Austausch gegen israelische Geiseln beinhalten.

Fortschritte?

Die Hamas erklärte am Samstag in einer Stellungnahme: „Die Möglichkeit, eine Einigung zu erzielen, ist näher denn je, wenn Israel aufhört, neue Bedingungen zu stellen.“ Ebenfalls am Samstag teilte ein palästinensischer Vertreter der BBC mit, die Gespräche zwischen Israel und der Hamas über einen Waffenstillstand im Gazastreifen und die Freilassung von Geiseln seien zu 90 % abgeschlossen.

Die restlichen 10 % betreffen angeblich den Philadelphi-Korridor und die Möglichkeit einer Pufferzone zwischen Israel und dem Gazastreifen.

Israelische Quellen berichteten der Jerusalem Post zwar ebenfalls, es gebe bei den Verhandlungen über ein Geiselabkommen einige Fortschritte. Jedoch sehe man sich auf dem Weg zu einer Einigung mit erheblichen Schwierigkeiten konfrontiert.

Am Sonntag beschrieb Netanjahu ein Gespräch mit dem designierten Präsidenten Donald Trump: „Wir haben über die Notwendigkeit gesprochen, einen israelischen Sieg zu erreichen, und ausführlich über die Bemühungen gesprochen, die wir unternehmen, um unsere Geiseln nach Hause zu bringen. Wir arbeiten unermüdlich daran, unsere Geiseln zurückzubringen, sowohl die Lebenden als auch die Gefallenen.“

„Ich möchte hinzufügen, dass unsere Erfolgschancen umso größer sind, je weniger wir darüber reden, und mit Gottes Hilfe werden wir Erfolg haben“, schloss er.

Titelbild: Eine große Tafel auf dem Geiselplatz in Tel Aviv zählt die Tage, die sich die Geisel in Gefangenschaft befinden. Miriam Alster/Flash90

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