
USA bombardieren den Iran – Mossad: Teheran war nur 15 Tage von einer Atombombe entfernt
JERUSALEM, 22.06.2025 (NH) – Am zehnten Tag des Feldzugs gegen den Iran haben sich die USA entschlossen, sich dem Krieg Israels gegen den Iran und dessen Atomprogramm anzuschließen. In der Nacht zum Sonntag griffen die Vereinigten Staaten die drei iranischen Atomanlagen Fordo, Natanz und Isfahan an. Gleichzeitig setzte auch die israelische Luftwaffe ihre Angriffe im Iran fort, darunter ein Drohnenlager auf dem Marinestützpunkt in Bandar Abbas. Doch was hat die USA am Ende dazu bewegt, in den Krieg gegen das iranische Mullahregime einzusteigen?
US-Geheimdienstler und der Mossad uneinig
Noch am Freitag berichtete die amerikanische „New York Times“, dass hochrangige US-Geheimdienstbeamte schätzten, der Iran habe noch keine Entscheidung über den Einstieg in ein Atomprogramm getroffen. Dies, obwohl das iranische Regime inzwischen über genügend angereichertes Uran verfügte, das zum Bau einer Atombombe ausreichte. Laut der Reportage wurde diese Einschätzung in einem internen Gespräch in Washington sowie im US-Kongress diskutiert. In den brisanten Gesprächen wurden auch die Geheimdienstinformationen des israelischen Mossad aufgegriffen. Demzufolge sollte Teheran bereits innerhalb der nächsten 15 Tage in der Lage sein, Atomwaffen zu produzieren.
Die Meinungen der israelischen und amerikanischen Geheimdienstoffiziellen gingen seit März dieses Jahres deutlich auseinander. Die USA hielten an ihrer konservativen Behauptung fest, ein amerikanischer Militärschlag auf die Urananreicherungsanlage in Fordo werde das Mullah-Regime dazu veranlassen, die Produktion von Atomwaffen zu beschleunigen. Die gleiche Sorge bestehe bei einer Ermordung des Obersten Führers Ali Khamenei durch Israel. Weiterhin könne es noch mehrere Monate oder sogar ein Jahr dauern, bis Teheran eine Atomwaffe entwickelt habe.
Stimmen der Besorgnis wurden lauter
Trotz der Meinungsverschiedenheiten wurden in Washington besorgte Stimmen lauter. General Michael Kurilla, Kommandeur des US-Zentralkommandos, erklärte: „Wenn der Iran in der Lage ist, innerhalb einer Woche spaltbares Material für eine Waffe zu produzieren, und sich entscheidet, voranzukommen, wird er in der Lage sein, innerhalb von drei Wochen Material für zehn Bomben zu produzieren.“
Auch CIA-Direktor John Ratcliffe und die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, griffen die israelischen Einschätzungen auf und warnten, der Iran könne innerhalb weniger Wochen eine Atombombe bauen. Der Iran könne einen „schnelleren Weg” wählen, um eine Rohwaffe zu produzieren, die ähnlich der auf Hiroshima abgeworfenen Bombe funktioniert – eine Bombe, die nicht mit einer Rakete, sondern nur aus der Luft abgeschossen werden kann.
Die USA bombardieren den Iran
Nachdem die USA in den letzten zehn Tagen gemischte Botschaften an Israel gesendet hatten und unentschlossen erschienen, ob sie sich an der Militärkampagne gegen die iranischen Atomanlagen beteiligen sollten, bombardierte Washington in der Nacht zum Sonntag die befestigte Anlage in Fordo sowie weitere Atomanlagen.
Laut ungenannter Quellen habe Washington Teheran darüber informiert, dass sich die Angriffe auf das Atomprogramm beschränken und kein Regimewechsel angestrebt wird. Weiter warnte Präsident Trump den Iran: „Jede Vergeltungsaktion des Iran gegen die Vereinigten Staaten wird mit viel größerer Härte beantwortet werden, als es heute Abend zu sehen war. Danke!”
Titelbild: Mit dem B-2-Bomber führten die Vereinigten Staaten einen Angriff auf iranische Atomanlagen durch. Dabei wurden zwölf bunkerbrechende GBU-57-Bomben auf die nukleare Anreicherungsanlage Fordo sowie zwei weitere Bomben auf die Atomanlage in Natanz abgeworfen. Foto: U.S. Air Force photo/Staff Sgt. Bennie J. Davis III