
Hamas wirft zwei Granaten in Verteilstelle von Nahrungsmitteln für Gaza-Palästinenser
JERUSALEM, 06.07.2025 (TM) – Premierminister Benjamin Netanjahu hat die Hamas für einen Angriff mit Sprengkörpern verantwortlich gemacht, bei dem zwei amerikanische Mitarbeiter der von Israel und den USA unterstützten Gaza Humanitarian Foundation (GHF) verletzt wurden. Er verurteilte den Vorfall als Terroranschlag.
Armeesprecher Oberstleutnant Nadav Shoshani wies in den sozialen Medien darauf hin, dass die Terrororganisation Hamas und andere militante Gruppen im Gazastreifen aktiv humanitäre Maßnahmen sabotieren. „Terroristen haben zwei Granaten in eine Hilfsgüterverteilstelle in Rafah geworfen, während sich noch Zivilisten dort aufhielten“, so Shoshani. „Durch die Explosion einer der Granaten wurden zwei Mitarbeiter der amerikanischen Gaza Humanitarian Foundation verletzt.“ Er fügte hinzu, dass die israelischen Truppen eine sichere Evakuierung der verletzten Mitarbeiter zur weiteren medizinischen Behandlung ermöglichten.
„Diese Amerikaner sind Helden“
Johnnie Moore, ein Sprecher der GHF, drückte seine Dankbarkeit darüber aus, dass die Verletzungen nicht lebensbedrohlich seien. Er forderte die Öffentlichkeit auf, für die Opfer und ihre Familien zu beten: „Alles, was wir tun wollen, ist, die Menschen im Gazastreifen zu ernähren. Diese Amerikaner sind Helden, die jeden Tag ihr Leben aufs Spiel setzen, um dies zu tun.“
Die Organisation erklärte, die Sprengsätze seien mit Kugeln gefüllt gewesen, und veröffentlichten ein Foto der Granat-Fragmente. Dazu hieß es: „Die Männer, die sie warfen, rannten in eine Menge von Zivilisten. Das ist es, womit diejenigen konfrontiert sind, die versuchen, die Zivilbevölkerung zu ernähren.“

Die GHF veröffentlichte dieses Foto. Es zeigt Splitter der Granaten, die mit Metallkugeln versehen waren, um möglichst viele Menschen zu verletzen. Foto: GHF
Regierungschef Netanjahu forderte Konsequenzen: „Die ganze Welt muss aufstehen und diesen schwerwiegenden Vorfall verurteilen, der einmal mehr die Brutalität der Hamas offenbart. Die Vereinten Nationen müssen aufhören, sich den Operationen der Stiftung zu widersetzen, und stattdessen partnerschaftlich daran arbeiten, dass sie ihre Mission zum Wohle der Bewohner des Gazastreifens sicher fortsetzen kann.“
Nach Angaben der GHF wurden in den vergangenen Wochen mindestens acht palästinensische Mitarbeiter von der Hamas umgebracht. Tammy Bruce, Sprecherin des US-Außenministeriums, unterstrich: „Die GHF hat über 62 Millionen Mahlzeiten verteilt. Nichts wird diese mutigen Helfer aufhalten.“
Hamas plündert Hilfslieferungen
Israel hat die Hamas beschuldigt, Hilfslieferungen anderer humanitärer Gruppen regelmäßig zu plündern. Die GHF setzt ehemalige US-Militärangehörige zum Schutz ihrer Verteilstellen ein. Sie umgeht die traditionellen Hilfskanäle, einschließlich der Vereinten Nationen. Diese werfen der Organisation vor, weder unparteiisch noch neutral zu sein. Sie zwinge die Palästinenser im Gazastreifen, weite Strecken zurückzulegen, um die Hilfe zu erreichen. Nach Angaben des UN-Menschenrechtsbüros wurden bereits mehr als 500 Menschen in der Nähe der GHF-Standorte getötet. Israel bezeichnete diese Todeszahlen als weit übertrieben.
Die Hamas finanziert durch das Stehlen und Verkaufen von Hilfsgütern ihre Terrortätigkeit. In den aktuellen Verhandlungen über eine Waffenruhe fordert die Terrorgruppe, dass Hilfsgüter wieder wie früher über die Vereinten Nationen und internationale Hilfsorganisationen verteilt werden.
Titelbild: Palästinenser tragen Mehlsäcke, die sie in der GHF-Verteilstelle in Deir al-Balah im Gazastreifen erhalten haben. Foto: Ali Hassan / Flash 90