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Geiselmutter erklärt: „Wir werden nicht alle Entführten zurückbekommen – allein wegen der Hamas”

JERUSALEM, 21.07.2025 (NH) – Die Verhandlungen über einen Waffenstillstand im Gazastreifen und ein Geiselabkommen dauern an. Die Familien der 50 Entführten, die sich noch immer in der Gewalt der Hamas befinden, halten weiterhin den Atem an und kämpfen für die Rückkehr ihrer Lieben. Ruhama Bohbot, die Mutter des entführten Elkana Bohbot, hat jetzt in einem Radiointerview die Frage beantwortet, warum Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und dessen Regierung nicht in der Lage sind, einen Geiseldeal auszuhandeln, der die Rückkehr aller lebenden sowie getöteten Entführten beinhaltet. Entgegen den wiederholten Anschuldigungen vieler Geiselfamilien und deren Unterstützer zeigte Ruhama Bohbot nachdrücklich mit dem Finger auf die Hamas: „Die Hamas ist kein Trottel. Sie müssen unsere Lieben bei sich behalten, um zu bekommen, was sie wollen.“

Nicht Netanjahu, sondern die Hamas

Benjamin Netanjahu steht erneut in der Kritik bezüglich des jüngsten Geiselabkommens und der Verhandlungen in Doha, Katar. Während viele Geiselangehörige in dem Regierungschef den Schuldigen für das grausame Teilabkommen sehen, stellte sich die Mutter des 36-jährigen Elkana Bohbot in einem Radiointerview auf Kanal Reshet Bet den Anschuldigungen vehement entgegen. Auf die Frage, warum die israelische Regierung nur über einen Teildeal spreche und nicht alle Geiseln zurückbringen wolle, antwortete die Geiselmutter mit Nachdruck, diese Thematik könne nicht von der israelischen Seite abhänge oder beeinflusst werden.

„Um es mit einfachen Worten zu sagen: Die Hamas ist kein Trottel. Sie müssen unsere Lieben bei sich behalten, um zu bekommen, was sie wollen – nicht das, was wir wollen. Was gibt es hier nicht zu verstehen?”, so Bohbot. In den Augen der verzweifelten Mutter sind die israelischen Geiseln der wichtigste Trumpf der Hamas. „Obwohl sie nicht damit gerechnet hat, erfolgreich eine so große Zahl von Menschen zu verschleppen, versucht sie bis heute, weitere Israelis zu entführen. Das ist ihr Druckmittel.“

Verwundet und verzweifelt: Nach 561 Tagen in Gefangenschaft veröffentlichte die Hamas ein Video des Entführten Elkana Bohbot. In dem Video ist mutmaßlich zu sehen, wie Elkana mit seiner Frau, seinem vierjährigen Sohn, seiner Mutter und seinem Bruder „telefoniert” und darum bettelt, mit Trump zu sprechen. Foto: Screenshot aus einem Hamas-Video

„Kein Vertrauen – weder in Trump noch in Witkoff“

Ruchama Bohbot erklärte, wie nervenzerreißend und psychisch belastend das geplante Teilabkommen für die Angehörigen der Entführten ist. „Niemand weiß, wer auf der Liste stehen wird. Mal wird uns gesagt, die Hamas entscheidet, dann wieder Israel“, so Bohbot. Die Geiselmutter wies jedoch auch darauf hin, dass bei den vorherigen Geiselabkommen, bei denen 33 entführte Israelis freigelassen wurden, die Listen stets von der Hamas aufgestellt wurden. Zudem sei dieses Mal unklar, nach welchen Kriterien die Geiseln freigelassen werden. „Wir wissen nicht, wie es weitergeht und ob es überhaupt eine zweite Phase geben wird.“

Bohbot bezieht sich damit auf das neue Abkommen, das im ersten Schritt die Freilassung von zehn israelischen Geiseln im Austausch für einen zweimonatigen Waffenstillstand beinhaltet. Laut den USA wird erwartet, dass die Parteien während der 60-tägigen Waffenruhe eine langfristige Feuerpause erzielen. Die Rückkehr der übrigen zehn Geiseln ist zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht gesichert.

Bezüglich des optimistischen Eifers des US-Präsidenten Donald Trump, der am Donnerstag vermeintliche Fortschritte und „gute Nachrichten aus Gaza“ verkündete, teilt Ruchama Bohbot die Euphorie nicht. „Ich habe das Vertrauen in alle verloren – auch in Trump und Witkoff. Das Einzige, was mich beruhigt, ist, dass unsere Delegation noch in Doha ist. Ich verstehe wirklich nicht, was der eigentliche Plan von irgendjemandem ist.“

Titelbild: „In nur einer Phase – und alle!“ – Vor dem Büro des Premierministers in Jerusalem versammeln sich Familien von Israelis, die im Gazastreifen als Geiseln gehalten werden. Sie fordern die Regierung auf, ein Abkommen zu schließen, das die Freilassung aller Geiseln vorsieht. Foto: Yonatan Sindel/Flash90

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