
Israelische Armee: Es gibt keine Hungersnot im Gazastreifen – Schwere Vorwürfe gegen die UN
JERUSALEM, 22.07.2025 (TM) – Die israelische Armee hat den Behauptungen der Hamas widersprochen, wonach im Gazastreifen Kinder verhungert seien. Diese Meldung, die von den Vereinten Nationen (UN) verbreitet wurde, machte weltweit Schlagzeilen. Israel macht die UN für die Nahrungsmittelknappheit in dem Küstenstreifen verantwortlich. Derzeit stünden auf der Gaza-Seite der Grenze 950 Lastwagen der UN und internationaler Hilfsorganisationen bereit. Die Nahrungsmittel würden aber nicht an die Bedürftigen verteilt.
Fachleute diskutieren über die Gründe. Will sich die UN nicht mit der Hamas anlegen? Deren Berichte über eine Hungersnot sorgen dafür, dass Israel politisch massiv unter Druck gesetzt wird.
Medien, die sich auf Berichte des Gesundheitsministeriums der Hamas stützen, behaupten, dass in den letzten 48 Stunden 20 Palästinenser verhungert seien. 600.000 Menschen im Gazastreifen, fast ein Drittel der Bevölkerung, litten an Unterernährung. Besonders betroffenen seien Kleinkinder. Die israelischen Behörden wiesen jedoch darauf hin, dass es „weder ein Verbot noch eine Beschränkung für die Einfuhr von Babynahrung nach Gaza gibt“. Über 2.000 Tonnen Baby- und Säuglingsnahrung seien bereits nach Gaza geliefert worden.
Vorwurf: Vereinte Nationen blockieren Hilfe
Ein hochrangiger Vertreter der israelischen Armee traf sich am heutigen Dienstag mit UN-Beamten. Er wollte wissen, wie sie Israel beschuldigen können, eine Hungersnot im Gazastreifen zu verursachen – obwohl dies bisher nicht geschehen sei, aber in naher Zukunft möglich wäre – während gleichzeitig Hilfstransporter mit Lebensmitteln stehen gelassen werden. Laut dem Armeevertreter saßen die UN-Beamten 20 Sekunden lang regungslos da. Schließlich sagte einer von ihnen, sie würden sich mehr anstrengen, um die Lastwagen wieder in Bewegung zu setzen. Dies berichtet die „Jerusalem Post“.

Dieses Foto zeigt laut Verteidigungministerium, dass große Mengen an Hilfsgütern für die Gazabewohner bereit stehen. Aber sie werden von den UN und den Hilfsorganisationen nicht an Bedürftige verteilt. Foto: Verteidigungsministerium
„Gefälschte Hungerfotos verbreitet“
In Bezug auf die vielen Fotos und Videos von kranken palästinensischen Kindern mit eindeutiger Unterernährung erklärte das israelische Militär, dass viele dieser Kinder an Krankheiten litten, die nichts mit der Ernährungslage in Gaza zu tun haben. „Wir kennen den Kalorienwert jedes Lastwagens, der einfährt, und wissen, wie viele Menschen er versorgen kann“, erklärte die Armee und fügte hinzu: „Wir sprechen direkt mit Verteilern vor Ort und mit Hilfsorganisationen. Wir haben herausgefunden, dass die Hamas Bilder von unterernährten Kindern aus dem Jemen sowie mit künstlicher Intelligenz generierte Fälschungen verbreitet.“
Unterdessen berichtete der Leiter des Flüchtlingshilfswerks UNRWA, Philippe Lazzarini, dass seine Mitarbeiter, Ärzte und humanitäre Helfer im Gazastreifen aufgrund von Hunger und Erschöpfung immer wieder in Ohnmacht fallen würden. Er machte dafür eine „israelische Blockade“ verantwortlich.
Die Armee räumte ein, dass die Ernährungssicherheit im Gazastreifen derzeit gefährdet sei. Jedoch könne die UN mit den 950 bereits genehmigten Hilfstransportern das Problem schnell entschärfen.
Hamas-Propaganda wird „gewaschen“
Laut Angaben der Armee gibt es einen sogenannten „Datenwasch“-Prozess: Die Hamas schickt Berichte an örtliche UN-Beamte im Gazastreifen. Diese geben die Hamas-Propaganda dann als Mitteilung des Gesundheitsministeriums in Gaza aus. Die wird an die UN in New York weitergeleitet und von den globalen Medien als offizielle UN-Statistik zitiert.
Am Montag hatten mehr als zwei Dutzend westliche Länder Israel aufgefordert, den Krieg im Gazastreifen sofort zu beenden. Sie kritisierten das, was sie als „unmenschliches Töten“ von Palästinensern bezeichneten. Das israelische Außenministerium bezeichnete die Erklärung als realitätsfern.
Titelbild: Ein Palästinenser kocht inmitten der Ruinen von Häusern, die während einer israelischen Militäroperation in Khan Yunis im Süden des Gazastreifens zerstört wurden. Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90