
Mehrheit in Israel unterstützt Annexion von Judäa und Samaria – Gaza-Annexion umstritten
JERUSALEM 04.08.2025 (LS) – Laut aktueller Erhebung unterstützen 56 % der Israelis eine Anwendung israelischer Souveränität über Judäa und Samaria (sogenanntes Westjordanland), während 38 % dagegen sind.
Politisches Momentum für Judäa und Samaria
Die israelische Regierung unter Premierminister Benjamin Netanjahu hat mit Unterstützung von Ministerkollegen wie Yariv Levin und Israel Katz eine nicht bindende Knesset-Resolution mit 71 zu 13 Stimmen verabschiedet, die die Souveränität über Judäa, Samaria und das Jordantal fordert. Diese formale Bekräftigung spiegelt – trotz fehlender rechtlicher Wirkung – den politischen Willen wider.
Politiker und Volk sehen die aktuelle internationale Anerkennung palästinensischer Staatlichkeit als direkten Kontrapunkt zur israelischen Kontrolle. Die Umfragewerte stützen dies: 71 % der Israelis lehnen die Schaffung eines palästinensischen Staates in Judäa und Samaria ab und knapp 70 % unterstützen die Erweiterung israelischer Kontrolle.
Gespaltene Meinung über Gaza
Im Gegensatz zu Judäa und Samaria ist die Öffentlichkeit beim Thema Gaza etwas mehr gespalten. Während 51 % Zustimmung für eine Annexion abgeben, lehnen insgesamt 43 % sie ab.
Für viele Israelis überwiegt die Erfahrung der Gaza‑Räumung von 2005: 54 % sind überzeugt, dass die damalige Rückzugspolitik direkte Folgen für den Hamas‑Angriff am 7. Oktober 2023 hatte, gegenüber 43 %, die das nicht so sehen.
Die Befragten waren ähnlich gespalten hinsichtlich der Frage, wie Israel vorgehen sollte, sollte der Sonderbeauftragte des Weißen Hauses, Steve Witkoff, während seiner Reise in den Nahen Osten keine Annäherung beider Seiten in der Geiselfrage erreichen können. Etwas mehr als die Hälfte (52 %) sind der Meinung, Israel solle den gesamten Gazastreifen erobern, während 48 % glauben, Israel solle weiterhin auf eine Einigung mit der Hamas warten.
Titelbild: Israelische Flagge auf den Hügeln von Judäa. Eine Mehrheit der Israelis stimmt einer Annexion des biblischen Kernlands zu. Foto: Chaim Goldberg/Flash90