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Metula bleibt eine Geisterstadt: Nur 500 Bewohner sind zurückgekehrt

JERUSALEM, 05.08.2025 (BF) – Die israelische Grenzgemeinde Metula, einst lebendiger Urlaubsort im Norden, gleicht im Sommer 2025 einer Geisterstadt. Geschäfte sind verrammelt, Hotels beschädigt, Schulen geschlossen. Von ursprünglich 2.100 Einwohnern vor dem 7. Oktober  2023 sind nur ein Viertel zurückgekehrt.
„Es gibt hier etwa 500 Menschen“, sagt Yossi Glazer, der Sicherheitskoordinator der Stadt. „Das umfasst auch jene, die gar nicht weg waren.“ Das Stadtzentrum wirkt eingefroren. Lokale Restaurants sind geschlossen oder noch im Wiederaufbau. Tourismus und Gemeinschaftsleben sind zum Erliegen gekommen.
Verwaist trotz Waffenstillstand
Obwohl viele andere Orte entlang der Nordgrenze allmählich wiederbelebt werden, bleibt Metula leer. Der Grund liegt nicht nur in der Zerstörung der Infrastruktur, sondern auch in der Unsicherheit. Bewohner zögern mit der Rückkehr, solange nicht klar ist, ob die Ruhe dauerhaft ist. Ein Einwohner fasst es so zusammen: „Die Armee zieht sich aus manchen Gebieten zurück, aber wir wissen nicht, was als Nächstes passiert.“
Die Unsicherheit zeigt sich auch im Bildungsbereich: Die Grundschule in Metula wird dieses Jahr nicht öffnen. Kinder sollen in nahegelegenen Kibbutzim unterrichtet werden, was viele Familien abschreckt. Auch das College in Tel Hai bleibt bis mindestens Oktober geschlossen. Studenten, die sonst Leben in die Region bringen, fehlen.
Ein zusätzlicher Grund für die Leere ergibt sich aus den verheerenden Schäden im Bild: Mehr als 60 Prozent aller Gebäude in Metula wurden entweder zerstört oder schwer beschädigt. Das ist für viele Familien ein Grund, ihre Rückkehr zu verschieben.
Wirtschaftlicher und psychologischer Druck
Die ökonomische Situation hat sich drastisch verschlechtert. Die meisten Betriebe bleiben geschlossen. Viele der Geschäfte haben keine Aussicht auf baldige Rückkehr, da es kaum Kundschaft gibt. Die Bewohner berichten, dass es an einer intensiven Förderung mangelt. Viele sehen keine Perspektive, wenn die Infrastruktur nicht funktioniert.

Der kleine Supermarkt in Metula hat wieder geöffnet, aber es fehlt an Kundschaft. Foto: Ayal Margolin/Flash90

Zudem wird der psychologische Druck spürbar. Menschen, die geblieben sind, fühlen sich isoliert. Viele kämpfen mit einem Gefühl permanenter Alarmbereitschaft.
Was früher Heimat bedeutete, die Ruhe, das Vertraute, ist für viele nun kaum zu ertragen. Die Stille von Metula steht für sie sinnbildlich für Aufgabe und Ausweglosigkeit. Zugleich schildert ein Rückkehrer: „Manchmal traut man sich kaum, Entscheidungen zu treffen, weil jedes Geräusch die Erinnerung an Gefahr weckt.“
Ein Zeichen von Resilienz
Trotz allem gibt es Hoffnung. Metulas Bürgermeister David Azoulay sieht seine Stadt nicht als verloren an. In Interviews betonte er: „Wir werden wiederaufbauen, notfalls auch ohne zentrale Unterstützung.“ Diese Entschlossenheit steht für den Pioniergeist und das starke Zugehörigkeitsgefühl der Region.
Einzelne Familien kehren bereits zurück – vorsichtig und etappenweise. Doch ohne funktionierende Infrastruktur, Schulen und Sicherheit bleibt vieles gefährdet. Metula symbolisiert damit den Zustand des gesamten Nordens Israels: offiziell ruhig, aber in den Köpfen noch in Alarmbereitschaft. Bis Schulen, Hotels und Lebensqualität wiederhergestellt sind, bleibt Metula hauptsächlich eines: eine Stadt im Wartestand.

Titelbild: Dieses Haus in Metuala, das bei Angriffen der Hisbollah beschädigt wurde, wird abgerissen. Aber der Wiederaufbau in dem Ort an der Grenze zum Libanon kommt nur schleppend voran. Foto: Ayal Margolin / Flash90

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