
Freigelassener Terrorist Zakaria Zubeidi: Jahrzehntelange Gewalt hat keinen palästinensischen Staat gebracht
JERUSALEM 13.08.2025 (LS) – In einem Interview mit der New York Times hat Zakaria Zubeidi, einst führende Figur der Al-Aqsa-Märtyrer-Brigade in Jenin, eingeräumt, Jahrzehnte der Gewalt, des militanten Kampfes und des politischen Aktivismus hätten nicht zur Gründung eines palästinensischen Staates geführt. Der 49-Jährige wurde im Januar im Rahmen eines Geiselabkommens freigelassen. Er war wegen zahlreicher Gewalttaten verurteilt worden.
Terroranschläge und kultureller Widerstand
Laut dem Profil der New York Times stieg Zubeidi Anfang der 2000er Jahre während der Welle von Selbstmordattentaten und Anschlägen, bei denen etwa 1.000 Israelis getötet wurden, zu einer prominenten Persönlichkeit auf. Als Anführer des Jenin-Zweigs der Al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden wurde er beschuldigt, Schussattacken angeordnet zu haben, darunter einen auf ein Parteibüro, bei dem mehrere Menschen getötet wurden. Hinterbliebene der Terroropfer erklären, Zubeidi hätte niemals freigelassen werden sollen.
Der Terrorist betonte im Gespräch, sowohl bewaffneter Widerstand als auch kulturelle Initiativen hätten „nichts gebracht“. Das von ihm mitbegründete Freedom-Theater in Jenin stellte er als symbolträchtig, aber faktisch wirkungslos dar. 2007 nahm Zubeidi eine Amnestie Israels im Austausch gegen die Niederlegung der Waffen an und gründete gemeinsam mit ausländischen Aktivisten das Theater. Dennoch betonte er, seine kulturelle Arbeit stellte niemals einen Verzicht auf Gewalt dar.
„Die Medien sagten, Zakaria sei vom bewaffneten Kampf zum kulturellen Kampf übergegangen“, erklärte er. „Aber es geht nicht darum, das eine oder das andere zu sein. Wie habe ich die Theatertür geöffnet? Ich habe sie mit meinem Gewehr aufgebrochen.“
„Es gibt keine Lösung“
Zubeidi wurde 2019 erneut verhaftet und floh 2021 durch einen Tunnel aus dem Gefängnis. Er wurde jedoch innerhalb weniger Tage wieder gefasst. Seine Flucht, die in den palästinensischen Medien gefeiert wurde, führte zu härteren Haftbedingungen für alle Sicherheitshäftlinge. In einem Interview sagte er über seine Flucht: „Ein Gefangener, der nicht daran denkt, aus dem Gefängnis zu fliehen, verdient keine Freiheit.“ Dennoch habe seine Flucht letztlich nichts gebracht: „Ich wusste immer, dass sie mit dem Tod oder meiner erneuten Festnahme enden wird.“
Jetzt, Monate nach seiner Freilassung, gibt Zubeidi zu, dass sowohl gewalttätige als auch gewaltfreie Strategien gescheitert sind. „Wir müssen unsere Instrumente überdenken“ erklärte er. „Wir haben es mit Maschinengewehren versucht, wir haben geschossen. Es gibt keine Lösung.“ Auch die Ergebnisse des kulturellen Widerstands wies er zurück: „Wir haben ein Theater gegründet und kulturellen Widerstand versucht – was hat das gebracht?“
Trotz seines Eingeständnisses lehnt Zubeidi weiterhin die Legitimität Israels ab. „Es gibt keine friedliche Lösung und es gibt keine militärische Lösung“, behauptete er. „Es ist unmöglich, uns von hier zu vertreiben, und wir haben keine Mittel, um sie zu vertreiben,“ schloss er.
Titelbild: Eine Menschenmenge bejubelt Zakaria Zubeidi am 30. Januar 2025 in Ramallah, nachdem er im Rahmen eines Geiselabkommens zwischen Israel und der Hamas freigelassen wurde. Foto: Flash90