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„Hamas muss Regierung abgeben“: Fatah-Sprecher über die Machtübernahme in Gaza

JERUSALEM, 20.08.2025 (NH) – Munther Al-Hayek, Sprecher der palästinensischen Fatah-Bewegung im Gazastreifen, hat mit der gemeinnützigen US-amerikanischen Nachrichtenagentur The Media Line über die Zukunft des Gazastreifens gesprochen. Die Fatah strebe demnach nicht nur die Entmachtung der Hamas an, sondern sehe sich selbst als die einzige Regierungsoption für die Enklave nach Kriegsende. An der Spitze dieser zukünftigen Regierung soll Premierminister Mohammad Mustafa stehen, der Chef der Autonomiebehörde im sogenannten Westjordanland. Dennoch spricht sich Al-Hayek für Wahlen im Gazastreifen aus: „Wer Gaza regieren will, muss zur Wahlurne gehen, denn es ist das palästinensische Volk, das seine zukünftige Führung wählen wird.”

Die Hamas muss ihre Macht abgeben

Der Fatah-Sprecher Al-Hayek machte deutlich, dass die Hamas ihre Regierungsrolle dringend aufgeben und sich aus Regierungs- und Verwaltungsämtern zurückziehen sollte, da sich die Terrororganisation im Gazastreifen „derzeit in einer schwierigen Lage befindet”. Alle palästinensischen Fraktionen wollten ein klar definiertes Abkommen zwischen den Parteien erreichen. Ein solcher Deal würde es der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) ermöglichen, die Regierung in Gaza zu übernehmen, so wie sie bereits das sogenannte Westjordanland regiert. „Um all das Leid und den harten Schmerz zu lindern, den unser Volk ertragen muss, ist die Hamas verpflichtet, beiseitezutreten und der Palästinensischen Autonomiebehörde zu erlauben, die Verantwortung zu übernehmen.“

Betont werden sollte, dass die Fatah-Fraktion die Hamas-Funktionäre und ihre Familien nicht aufgefordert hat, den Gazastreifen zu verlassen, da „sie einen integralen Bestandteil des palästinensischen Volkes darstellen”.

Der palästinensische Premierminister Mohammad Mustafa bei einem Treffen im Flüchtlingslager Nur Shams in der Stadt Tulkarem im Westjordanland. Der 71-Jährige gilt als heißer Anwärter auf den Regierungssessel im Gazastreifen. Foto: Nasser Ishtayeh/Flash90

Palästinenserstaat mit Jerusalem als Hauptstadt

Im Mittelpunkt stehe jetzt vor allem ein Ende des Krieges. „Im Moment denken wir nur daran, den Krieg im Gazastreifen zu beenden und dann in Richtung eines politischen Prozesses zu gehen, der zur Gründung des palästinensischen Staates und seiner Verkörperung vor Ort im Westjordanland und im Gazastreifen führt“, so Al-Hayek.

Im Schatten eines möglichen Waffenstillstands kritisierte Al-Hayek den bisherigen Mangel an amerikanischem Engagement. „Leider haben die Vereinigten Staaten und die Regierung von Präsident Donald Trump – der persönlich über das Löschen von Bränden im gesamten Nahen Osten gesprochen hat – bis zu diesem Moment in Bezug auf Gaza noch nicht gehandelt.“ In Al-Hayeks Augen ist Washington dazu verpflichtet, dem palästinensischen Volk dabei zu helfen, seine Rechte zu erlangen. Den Vereinigten Staaten liege demnach bereits ein Lösungsvorschlag auf dem Tisch, nämlich die Zwei-Staaten-Lösung. „Die palästinensischen Rechte können nur durch die Verwirklichung eines palästinensischen Staates mit Jerusalem als Hauptstadt erreicht werden.“

Das Ostjerusalemer Viertel Silwan liegt direkt neben der Jerusalemer Altstadt und der Al-Aqsa-Moschee. In einem künftigen Palästinenserstaat soll Jerusalem als Hauptstadt fungieren. Foto: Jamal Awad/Flash90

Freilassung der Kämpfer aus israelischen Gefängnissen

Wenn man den Drohungen des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu Glauben schenkt, wird es im Gazastreifen weder eine Fatah- noch eine Hamas-Regierung geben. „Weder Fatahstan noch Hamastan noch die Palästinensische Autonomiebehörde wird im Gazastreifen existieren. Ich werde nicht zulassen, dass wir die Hamas durch die Fatah ersetzen. Wir kämpfen bis zum Ende, bis zum endgültigen Sieg.“ Das versprach der israelische Premier bereits bei einer Pressekonferenz im Dezember 2023.

Al-Hazek entgegnete, dass die Europäische Union die Palästinensische Autonomiebehörde als Präsenz am Grenzübergang Rafah fordert. Während der laufenden Verhandlungen zwischen Israel und dem Sudan bezüglich der Umsiedlung palästinensischer Flüchtlinge betonte der Fatah-Sprecher, dass das palästinensische Volk den Gazastreifen nicht verlassen werde. „Netanjahus extremistische Regierung zusammen mit Smotrich und Ben-Gvir sieht das anders, aber wir betonen deutlich: Das ist eine Illusion. Wir werden bis zum Tag des Jüngsten Gerichts in Gaza bleiben.“

Al-Hayek schloss mit der Forderung nach einem umgehenden Waffenstillstand, der zumindest in dieser Phase die Freilassung von israelischen Geiseln aus dem Gazastreifen sowie von palästinensischen Gefangenen aus israelischen Gefängnissen beinhaltet. Die verurteilten Terroristen und Mörder hätten laut dem Fatah-Funktionär „für Freiheit und Unabhängigkeit gekämpft“.

Titelbild: Palästinenser der Fatah-Bewegung nehmen an einer Kundgebung zur Unterstützung des palästinensischen Präsidenten Abbas in der Stadt Jenin im Westjordanland teil. Foto: Nasser Ishtayeh/Flash 90

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