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Goldfund in Jerusalem: Münze einer ägyptischen Königin wirft neues Licht auf die Stadtgeschichte

JERUSALEM, 22.08.2025 (TPS/BF) – Im Herzen der Jerusalemer Altstadt ist Archäologen ein Fund von seltener Bedeutung gelungen. Bei Ausgrabungen im „City of David“-Nationalpark wurde eine Goldmünze entdeckt, die das Porträt der ägyptischen Königin Berenike II. zeigt. Das Stück ist rund 2200 Jahre alt und stammt aus der Zeit der ptolemäischen Herrschaft.

Die Münze, eine Quart-Drachme aus nahezu reinem Gold, wurde während Ausgrabungen im Bereich des Givati-Parkplatzes gefunden. Weltweit sind nur etwa 20 vergleichbare Exemplare bekannt, doch erstmals wurde ein solches Stück in einer archäologischen Grabung außerhalb Ägyptens geborgen.

Eine Königin im Gold verewigt

Besonders bemerkenswert ist, dass Berenike hier nicht nur als Gemahlin erscheint, sondern als eigenständige Herrscherin. Die griechische Inschrift „von Königin Berenike“ macht deutlich, dass sie mit Autorität regierte. Dr. Chaim Gitler vom Israel Museum erklärt, dass Frauen zwar über fast 300 Jahre hinweg gelegentlich auf Münzen der Ptolemäer-Dynastie dargestellt wurden, doch meist erst nach ihrem Tod. In diesem Fall handelt es sich um eine der ersten Münzen, die schon zu Lebzeiten einer Königin geprägt wurden.

Die Forscher gehen davon aus, dass die Münze in Alexandria entstand und möglicherweise dazu diente, ägyptische Soldaten während des Dritten Syrischen Krieges zu bezahlen. Das kleine Stück Gold erzählt damit von großen politischen Auseinandersetzungen und davon, wie eine Königin ihre Macht sichtbar machte.

Auf der Vorderseite ist Berenike mit Diadem, Schleier und Halskette zu sehen. Die Rückseite zeigt ein Füllhorn als Symbol des Wohlstands, flankiert von zwei Sternen.

Für die Ausgräber war der Moment unvergesslich. „Ich habe zwei Jahre in der Davidsstadt gearbeitet und immer gehofft, einmal etwas Besonderes zu finden“, erzählt Archäologin Rebecca Langler. „Als ich plötzlich dieses glänzende Stück im Erdreich sah, wurde mein Traum wahr.“

Jerusalem im hellenistischen Zeitalter

Der Fund hat auch eine größere historische Bedeutung. Lange galt Jerusalem nach der Zerstörung des Ersten Tempels als kleine, unbedeutende Stadt. Doch Ausgrabungsleiter Dr. Yiftach Shalev und Efrat Botzer sehen in der Münze einen Beweis für das Gegenteil. Bereits im 3. Jahrhundert v. Chr. knüpfte Jerusalem wieder an regionale Netzwerke von Wirtschaft, Politik und Kultur an.

Kultusminister Amichai Eliyahu würdigte die Entdeckung: „Dieses kleine Artefakt trägt wesentlich zum Verständnis der Geschichte Jerusalems bei. Immer wieder öffnet die Stadt ihre Schätze und überrascht uns mit Kapiteln, die wir fast vergessen glaubten.“

Die Münze wird im September erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Sie ist nicht nur ein Fenster in die ptolemäische Welt, sondern auch ein Symbol für die Widerstandskraft und die Bedeutung Jerusalems in einer Zeit, die man bisher für schwach und unbedeutend hielt.

Titelbild: Die seltene Goldmünze mit dem Porträt der ägyptischen Königin. Foto: Eliyahu Yanai, City of David/TPS-IL

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