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Israelische Ärzte schenken in Äthiopien Tausenden Menschen neues Augenlicht

JERUSALEM, 29.08.2025 (BF) – Eine israelische Ärztegruppe hat in Äthiopien mehr als 1.600 Patienten behandelt und Hunderten Kindern und Erwachsenen die Rückkehr ins Sehen ermöglicht. Unter der Leitung von Professor Morris Hartstein, leitender Augenchirurg am Shamir Medical Center, arbeitete das Team eine Woche lang in Flüchtlingslagern, Hilfseinrichtungen und jüdischen Gemeinden.

Einfache Hilfe, große Wirkung

Die Bilanz ist beeindruckend: 1.653 Patienten erhielten Untersuchungen und Behandlungen, knapp 500 davon waren Waisen. Über 440 Brillen und 654 Medikamente wurden verteilt, gespendet von jüdischen Gemeinden in Israel und weltweit. Für viele war es die erste medizinische Versorgung überhaupt.

Ein elfjähriges Mädchen, das jahrelang unter Sehschwäche gelitten hatte, bekam ihre erste Brille und brach vor Freude in Lachen und Tränen aus. Später am Tag lief sie ihrem Arzt auf der Straße entgegen und umarmte ihn. In einem anderen Fall segnete ein älterer Mann, der durch eine einfache Operation wieder sehen konnte, das Team in Amharisch. Die Dankbarkeit war groß, die Freude verband sie über alle Sprachgrenzen hinweg.

„Wir haben Menschen getroffen, die durch behandelbare Erkrankungen ihr Augenlicht verloren haben, sei es durch Katarakte, Infektionen oder vermeidbare Krankheiten“, erklärt Prof. Hartstein. „Dinge, die in Israel oder Europa längst Routine sind, bedeuten für diese Patienten jahrelanges Leiden. Es ist unsere Pflicht, zu helfen.“

Von einer Familienreise zu einer Lebensaufgabe

Das Projekt Operation Ethiopia begann 2014 als Familienreise. Hartstein und seine Frau Alisa sahen den akuten Mangel an augenmedizinischer Versorgung – und kehrten seitdem regelmäßig zurück. Heute ist aus der Initiative eine internationale NGO geworden, die mehrere Missionen pro Jahr organisiert.

„Menschen stehen ab sechs Uhr morgens in langen Schlangen, um untersucht zu werden“, berichtet Alisa Hartstein. „Wir arbeiten in Kirchen, Klassenzimmern oder Zelten, oft unter schwierigen Bedingungen. Doch die Dankbarkeit, die wir erleben, ist unbeschreiblich.“

Die freiwilligen Helfer der israelischen Organisation untersuchen Patienten, verwalten die Medikamentenausgabe und statten die Hilfesuchenden mit Lesebrillen aus. Foto: Operation Ethiopia

Die Organisation arbeitet nicht nur an der direkten Hilfe. Israelische Ärzte bilden auch äthiopische Kollegen aus, viele von ihnen mit Ausbildung in Israel. So bleibt Wissen im Land und verstärkt die lokale medizinische Kapazität.

Zusammenarbeit über Grenzen hinweg

Unterstützt wurde die aktuelle Mission von Assistenzärzten der Shamir-, Beilinson- und Meir-Kliniken sowie von zehn Freiwilligen. Die mobilen Augenkliniken wurden in Debre Berhan, in Einrichtungen der Mutter-Teresa-Mission, im Mekedonia-Zentrum für Menschen mit Behinderungen sowie in Lagern der äthiopisch-jüdischen Gemeinschaft aufgebaut.

Die Verbindung zu den jüdischen Gemeinden ist für Hartstein von besonderer Bedeutung. Viele Mitglieder dieser Gemeinschaft leben in Armut und haben kaum Zugang zu medizinischer Versorgung. „Es ist bewegend zu sehen, wie sehr unsere Besuche Hoffnung und praktische Hilfe bringen“, so Hartstein.

Mehr als Medizin

Operation Ethiopia ist längst mehr als eine medizinische Hilfsaktion. Die Organisation schafft Begegnung, baut Vertrauen auf und verbindet israelische Ärzte mit afrikanischen Gemeinden. Für die Patienten bedeutet eine Brille oder eine einfache Operation nicht nur körperliche Heilung, sondern neue Teilhabe am Alltag.

Was als Familienprojekt begann, hat sich zu einer dauerhaften Brücke zwischen Israel und Äthiopien entwickelt, getragen von der Überzeugung, dass jedes gerettete Augenlicht ein neues Leben eröffnet.

Titelbild: Professor Morris Hartstein untersucht eine äthiopische Patientin. Foto: Operation Ethiopia

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