
Schwerer Kriegstribut: Mehr als 20.000 verwundete Soldaten – die Hälfte davon seelisch
JERUSALEM, 15.09.2025 (NH) – Das israelische Verteidigungsministerium hat brutale Statistiken über die Anzahl verwundeter Soldatinnen und Soldaten seit Ausbruch des Krieges „Eiserne Schwerter” am 7. Oktober 2023 veröffentlicht. Demnach sind bis heute mehr als 20.000 Männer und Frauen bei den Kämpfen gegen die Terrororganisation im Gazastreifen verwundet worden und in der Rehabilitationsabteilung des Verteidigungsministeriums aufgenommen worden. Etwa 56 Prozent von ihnen leiden unter psychischen Verletzungen oder posttraumatischen Belastungsstörungen. Die Daten wurden im Schatten des kommenden zweiten Jahrestags des Kriegsausbruchs veröffentlicht. Die Zahl der Armeeveteranen bei allen israelischen Militäroperationen erreichte in den vergangenen zwei Jahren mit etwa 81.700 ein bitteres Rekordhoch, darunter 31.000 Menschen mit psychischen Erkrankungen und Posttraumata.
Erschütternde Statistik vor dem zweiten Kriegsjahrestag
Unter den 20.000 verwundeten Kämpferinnen und Kämpfern der jüngsten Militäroffensive sind 50 % junge Menschen unter 30 Jahren. 92 % von ihnen sind Männer und 64 % Reservesoldaten. Bei 45 % der Verletzten handelt es sich um körperliche Wunden, 35 % leiden unter posttraumatischen Belastungsstörungen und bei 20 % wurde eine Kombination aus körperlichen und psychischen Schäden diagnostiziert.
Die Statistik zeigt auch, dass neun Prozent der Verletzten mittelschwere bis schwere Verletzungen erlitten haben. Bei 56 Soldaten zieht die Verletzung eine Behinderung von fast 100 % nach sich, 24 Verletzte sind zu 100 % invalid und gelten als Schwerstverletzte des Krieges. 168 Soldaten haben mit komplexen Kopfverletzungen zu kämpfen und werden im Trakt von der „CM”, einer engen medizinischen Begleitung, umsorgt. Sechzehn Soldaten sind aufgrund ihrer Verletzungen an den Rollstuhl gefesselt, bei 99 Kämpfern mussten Gliedmaßen amputiert werden. Für sie wurden innovative Prothesen angepasst, einschließlich Prothesen für Sport-, Extrem- und Freizeitaktivitäten.

Mehr als die Hälfte ist traumatisiert
Von den behandelten Soldaten leiden etwa 10.700, was 55 % der Gesamtopfer entspricht, unter psychischen „Verletzungen”. Die Symptome solcher Verwundungen sind unter anderem schwere Angstzustände, Depressionen, Anpassungsschwierigkeiten und posttraumatische Belastungsstörungen. 60 % der Betroffenen werden durch eine Vielzahl von sogenannten emotionalen Therapiemassnahmen unterstützt. Dazu gehören Therapieeinheiten in Rehabilitationszentren in der Natur, Einzeltherapie, Selbsthilfegruppen, Wassertherapie wie Surfen und Segeln, EMDR (eine psychotherapeutische Methode mit Augenbewegungen) und Neurofeedback. Dennoch wurde das „Matan-Team“, ein Notfall-Therapie-Team des Verteidigungsministeriums, das sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag einsatzbereit ist, im vergangenen Jahr zu 251 Einsatzorten entsandt, an denen ein sofortiges Eingreifen erforderlich war. Das Matan-Team besteht aus auf Traumata spezialisierten Emotionaltherapeuten, die die betroffene Person aufsuchen und ihr emotionale Unterstützung in Krisen-, Posttrauma- und Stresssituationen leisten. So werden Notsituationen und Extremsituationen reguliert und das Trauma verarbeitet.

Verletztenzahlen steigen – Kommission soll nationale Hilfe verbessern
Den besorgniserregenden Statistiken zufolge wurden seit Kriegsausbruch jeden Monat durchschnittlich etwa 1.000 Verwundete in den Rehabilitationsabteilungen aufgenommen. Dazu kommen monatlich etwa 600 neue Anträge auf Anerkennung einer durch Krieg und vergangene Ereignisse verursachten Behinderung. Die Rehabilitationsabteilung des Verteidigungsministeriums geht davon aus, dass bis 2028 etwa 100.000 Verwundete in der Abteilung behandelt werden müssen. Darunter werden 50.000 Soldaten mit psychischen Verletzungen erwartet. Die Rehabilitationsabteilung erklärte, dass „die Abteilung weiterhin in voller und fruchtbarer Partnerschaft mit der Armee und der ‚IDF Disabled Veterans Organization‘ in einer besonderen Politik der ‚Rehabilitation vor der Bürokratie‘ arbeitet: schnelle Aufnahme der Verwundeten und Bereitstellung von medizinischer und psychischer Behandlung sowie sofortiger finanzieller Unterstützung“.
Angesichts dieser großen nationalen Herausforderung kündigten Verteidigungsminister Yisrael Katz und Finanzminister Bezalel Smotrich die Einrichtung eines gemeinsamen öffentlichen Komitees an. Dieses soll sich mit der Ausweitung der nationalen Hilfe, der Verbesserung der Behandlung und der Rehabilitation von Armee-Verwundeten befassen.
Titelbild: 20.000 Verwundete seit Kriegsbeginn, mehr als die Hälfte davon sind psychisch krank. Foto: Sprecher der IDF