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Trump-Plan für Ende des Gazakriegs beinhaltet die Freilassung aller Geiseln, lässt aber viele Fragen offen

JERUSALEM 28.09.2025 (LS) – Ein von US-Präsident Trump initiierter 21-Punkte-Plan sieht vor, alle israelischen Geiseln innerhalb von 48 Stunden freizulassen – im Gegenzug für die Freilassung von 100 bis 200 Terroristen mit lebenslangen Haftstrafen sowie über 1000 seit dem 7. Oktober 2023 im Gazakrieg festgenommener und noch nicht verurteilter Häftlinge. Zudem beinhaltet der Entwurf einen sofortigen Waffenstillstand, eine schrittweise Abzugsregelung der israelischen Armee (IDF) sowie die bedingungslose Öffnung humanitärer Zugänge nach Gaza. Hamas-Mitglieder, die sich zum Frieden verpflichten, würden Amnestie erhalten.

Inhalt und Konditionen des Vorschlags
  • Der Plan sieht eine zweiphasige Umsetzung vor: Zunächst sofortiger Waffenstillstand und Freilassung aller Geiseln – im Gegenzug die Freilassung von mindestens 100 bis 200 palästinensischen Häftlingen mit lebenslanger Strafe sowie über 1000 Häftlingen aus dem aktuellen Gazakrieg und die Leichen mehrerer hundert Palästinenser.
  • Die humanitären Hilfen sollen ohne Beschränkungen in Gaza eingeführt werden. Die Hilfe wird von den Vereinten Nationen und dem Roten Halbmond verteilt werden, während bestehende Hilfsfonds dort abgeschaltet werden.
  • Im Sicherheitsbereich soll die Hamas ihre Waffen abgeben, die durch eine gemeinsame arabisch-internationale Streitmacht gesammelt werden.
  • Die IDF würde sich schrittweise aus dem Gazastreifen zurückziehen, begleitet von der Schaffung einer 500 bis 1.000 Meter breiten Demilitarisierungszone entlang der Grenze.
  • Eine Übergangsverwaltung für Gaza wäre eine arabisch-internationale Behörde unter der Kontrolle der Palästinensischen Autonomiebehörde. Hamas soll keine Rolle in der Zukunft der Regierung Gazas spielen.
  • Der Plan enthält auch Garantien: keine Annexion von Judäa und Samaria durch Israel, keine Angriffsbefugnisse gegen Katar und ein Verbot der gewaltsamen Verdrängung der Zivilbevölkerung.

Dies ist das erste Mal, das die in Ramallah ansässige Palästinensische Autonomiebehörde in einem US-Plan erwähnt wird. Israel hat die Behörde bisher als potenziellen Herrscher über Gaza ausgeschlossen. Ein weiterer schwieriger Punkt ist der Vorschlag, nach dem Wiederaufbau des Gazastreifens und einem „Reformprogramm“ der Palästinensischen Autonomiebehörde könnten die Voraussetzungen für einen glaubwürdigen Weg zur palästinensischen Staatlichkeit gegeben sein. Die Klausel enthält jedoch keine Einzelheiten zu dem palästinensischen Reformprogramm.

Weiterhin enthält Trumps Plan einen Prozess zur „Deradikalisierung“ der palästinensischen Bevölkerung ohne die Nennung von Details über die Vorgehensweise. Es wird außerdem nicht erklärt, wie die UN die Verteilung der humanitären Hilfe wieder aufnehmen kann, ohne dass diese wieder in die Hände von Terroristen gelangt oder verhindert werden kann, dass die Lieferungen zum Waffenschmuggel genutzt werden.

Hamas dementiert US-Friedensplan – Verhandlungen in der Schwebe

Hamas erklärte offiziell, es sei ihr bislang kein US-Angebot für einen Waffenstillstand vorgelegt worden – entgegen Medienberichten über Trumps 21-Punkte-Plan. Die Terrororganisation betont, sie verfüge über keine Kenntnis eines konkreten Vorschlags, und sieht in den Medienangaben eher Druckmittel als tatsächliches Verhandlungswerk.

Derweil plant Trump ein Treffen mit Premierminister Netanjahu, um Details des Planes zu erörtern, während die IDF ihre Bodenoffensive in Gaza fortsetzt.

Trump zeigte sich am Freitag hinsichtlich seiner Erfolgsaussichten optimistisch und erklärte gegenüber Reportern, es sei möglicherweise bereits eine Einigung erzielt worden, bevor er später auf Truth Social schrieb, dass „seit vier Tagen intensive Verhandlungen stattfinden und diese so lange wie nötig fortgesetzt werden, bis eine erfolgreiche Einigung erzielt worden ist“.

Titelbild: Protestkundgebung und Pressekonferenz vor der Außenstelle der US-Botschaft in Tel Aviv. Demonstranten fordern US-Präsident Donald Trump auf, den Krieg zu beenden und die Freilassung der in Gaza festgehaltenen Geiseln zu erreichen. Foto: Avshalom Sassoni/Flash90

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