
Antiker Goldmünzenschatz aus Galiläa gibt Einblicke in den Reichtum jener Zeit
JERUSALEM, 01.10.2025 (TPS-IL/NH) – Archäologen der israelischen Altertumsbehörde haben im Susita-Nationalpark am See Genezareth in Galiläa einen seltenen Goldschatz aus byzantinischer Zeit entdeckt. Damit werfen sie ein neues Licht auf die Geschichte der Region während der turbulenten sassanidisch-persischen Invasionen. Die Experten schätzen, dass der Münzschatz zwischen 1400 und 1500 Jahre alt ist.
Fast 100 Goldmünzen gefunden
Die spannende Entdeckung, die bereits Ende Juli 2025 gemacht und erst jetzt bekannt gegeben wurde, umfasst 97 Goldmünzen und Dutzende aufwendig verarbeitete Goldohrringe, die mit Perlen, Halbedelsteinen und Glas verziert sind. Unter den Goldmünzen befindet sich eine besonders seltene Termisis-Münze, die vermutlich Ende 610 von Kaiser Herakleios dem Älteren und seinem Sohn während des Aufstandes gegen Kaiser Phokas auf Zypern geprägt wurde.
„Dies ist einer der größten Hortfunde aus byzantinischer Zeit, die an Land in Israel entdeckt wurden. Seine Einzigartigkeit liegt in der Kombination von Schmuck und Goldmünzen aus der Zeit verschiedener Kaiser”, erklärte Dr. Michael Eisenberg, Co-Direktor der Ausgrabungsexpedition und Forscher am Zinman Institute of Archaeology der Universität Haifa. Er wies darauf hin, dass einige der Münzen noch Fragmente des Stoffbeutels enthielten, in dem sie begraben worden waren. Dies bietet einen bemerkenswerten Einblick in die Praktiken dieser Zeit.
Dr. Danny Shion, der Numismatiker der Expedition, der sich mit Geld und seiner historischen Vergangenheit beschäftigt, erklärte die Bedeutung der Termisis-Münze. „Dies ist ein seltener Fund, der dem Verständnis der politischen und wirtschaftlichen Geschichte dieser Zeit eine wichtige Ebene hinzufügt“, erzählte er. Bei dem Dukaten sei es erst die zweite Münze dieser Art, die jemals in Israel gefunden wurde.

Filigrane Goldschmiedekunst von zeitloser Schönheit
Die Entdeckung wurde durch Zufall gemacht, als Eddie Lipsman, der das Team mit einem Metalldetektor unterstützte, Metall in der Nähe eines großen Steins entdeckte. „Das Gerät spielte verrückt, ich konnte es nicht glauben – eine Goldmünze nach der anderen kam zum Vorschein“, erinnerte sich Lipsman. Das Team grub das Gebiet sorgfältig aus und begann, nachdem es sich vergewissert hatte, dass sich keine weiteren Gegenstände darin befanden, den Hort zu katalogisieren und zu untersuchen.
Die Münzen spannen den Bogen von der Herrschaft Kaiser Justins I. (518–527 n. Chr.) bis zu den frühen Jahren von Kaiser Heraklius (610–613 n. Chr.). Es wurden auch Hälften (Samsis) und Drittel (Thermisis) gefunden. „Gold ist ein Edelmetall, und wenn man Münzen und Schmuck findet, die etwa 1 400 Jahre alt sind und wie neu aussehen, ist das eine seltene Erfahrung”, so Eisenberg.
Dr. Arleta Koblewska, Co-Direktorin der Ausgrabung, drückte ihre besondere Bewunderung für den Schmuck aus. „Die Ohrringe sind für mich die große Überraschung. Filigrane Goldschmiedekunst, die Halbedelsteine und Perlen kombiniert – ich hoffe, dass zeitgenössische Goldschmiede diese Schönheit nachempfinden werden“.

Reiche christliche Gemeinde neben jüdischem Lebensstil
Die Entdeckung ist mehr als nur ein Schatzfund. „Dieser außergewöhnliche Schatz bietet einen seltenen Einblick in die Politik, den Reichtum und das tägliche Leben des byzantinischen Galiläa und beleuchtet eine Zeit des Umbruchs und des kulturellen Reichtums, die lange Zeit in der Geschichte verborgen war“, fügte Eisenberg hinzu.
Susita, das den See Genezareth von Osten aus überblickt, war in byzantinischer Zeit ein bedeutendes christliches Zentrum und diente als Bischofssitz mit mindestens sieben aktiven Kirchen. Das Team der Universität Haifa gräbt die Stätte seit 26 Jahren aus und hat unter anderem den Brand der Kirche des Märtyrers Theodoros freigelegt, der durch die Eroberung durch die Sassaniden verursacht wurde. Diese Befunde stützen die Theorie, dass die jüdischen Gemeinden der Region an der Seite der Sassanidenarmee an Aufständen gegen die byzantinische Herrschaft teilgenommen haben könnten.
Dr. Dror Ben-Yosef, Heritage Supervisor für den nördlichen Distrikt der israelischen Natur- und Parkbehörde, erläutert die weitere Bedeutung des Ortes. „Die Geschichte von Susita lehrt uns über die kulturellen und religiösen Strömungen und Unterströmungen, die zur gleichen Zeit im Land präsent waren, und über die Vielfalt seiner Bewohner”, so Ben-Yosef. „Um die Komplexität der Region vor etwa 1.400 Jahren zu verstehen, genügt es, den Berg Susita zu besteigen und nach Westen auf Tiberias, die jüdische Stadt, zu blicken. Während sich in Susita eine reiche christliche Gemeinde um sieben Kirchen herum entwickelte, pflegten die Einwohner von Tiberias einen jüdischen Lebensstil, der sich auf Synagogen konzentrierte.“
Titelbild: Der Münzschatz in seiner Gesamtheit. Foto: Dr. Michael Eisenberg, Universität Haifa