
Trotz Protesten vor der Halle: Christen zeigen in der Schweiz ihre Verbundenheit mit Israel
WINTERTHUR/JERUSALEM, 2.10.2025 (BF) – Die Schweizer Stadt Winterthur war Gastgeberin eines besonderes Ereignisses: In den Eulachhallen versammelten sich rund 1000 Gläubige zur Konferenz „Gather the Nations“. Zwei Tage lang standen Lobpreis, Gebet und internationale Gemeinschaft im Mittelpunkt. Das Ziel der Veranstalter war es, Christen aus verschiedenen Nationen zusammenzubringen, Gott gemeinsam anzubeten und ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit mit Israel zu setzen.
Künstler aus Israel
Die Atmosphäre in den Hallen war geprägt von Hingabe und Freude. Bekannte Künstler aus Israel und den USA, darunter Joshua Aaron, Aaron Shust und Shilo Ben Hod, gestalteten das Programm musikalisch. Ihre Lieder waren nicht nur künstlerische Beiträge, sondern klare Bekenntnisse in einer Zeit, in der antisemitische und antiisraelische Stimmungen zunehmen. Ergänzt wurde das Programm durch stille Momente, gemeinsame Gebete und geistliche Impulse.
Massiver Druck und Sicherheitsbedenken
Schon Wochen vor Beginn sah sich die Konferenz mit massivem Gegenwind konfrontiert. Pro-palästinensische Gruppen mobilisierten in den sozialen Netzwerken und forderten offen, die Veranstaltung zu verhindern. Dabei versuchten Gegner der Konferenz, Teilnehmer und Veranstalter in ein radikales und fanatisches Licht zu rücken. Auch auf die Betreiber der Eulachhallen wurde Druck ausgeübt, sodass die Durchführung zwischenzeitlich fraglich schien.
Besonders schmerzlich für die Organisatoren war die kurzfristige Absage von Hananja Naftali, einem bekannten israelischen Sprecher und Influencer. Aus Sicherheitsgründen konnte er nicht auftreten. Der Rückzug machte deutlich, unter welchem Druck das Event stand und wie ernst die Bedrohungslage eingeschätzt wurde.
Proteste vor den Türen – Frieden in den Hallen
Zum Auftakt versammelten sich vor den Hallen rund 50 bis 100 Demonstranten. Mit Transparenten und Megafonen versuchten sie, die Konferenz zu stören. Ihre Parolen richteten sich nicht nur gegen die politische Haltung der Veranstalter, sondern vielfach direkt gegen Israel. Der Protest verlief zwar überwiegend friedlich, doch die Absichten waren unübersehbar.
Im Innern der Hallen war davon wenig zu spüren. Drinnen prägten Frieden, Hingabe und Freude die Atmosphäre. Während draußen Kritik und Ablehnung laut wurden, erlebten die Teilnehmenden drinnen ein intensives Wochenende der Gemeinschaft.
Ein geistliches Bekenntnis
Musik und Gebet verschmolzen zu einer dichten geistlichen Erfahrung. Lieder in Hebräisch und Englisch erfüllten die Halle, Menschen aus vielen Nationen standen Schulter an Schulter. Das gemeinsame Abendmahl, Gebetszeiten für Israel und die Welt sowie Symbole wie das Schofar unterstrichen die Verbindung zum Glauben, zur weltweiten Gemeinde und zum Volk Israel. Die Veranstaltung war kein Konzert, sondern ein geistliches Statement.

Mehr als ein Konzert in Winterthur: Ein geistliches Statement. Foto: GTN
Für viele Besucher wurde deutlich, dass die äußeren Störversuche das Gegenteil bewirkten. Anstatt verunsichert zu werden, wuchs das Gefühl von Zusammenhalt und Entschlossenheit. „Gather the Nations“ wurde zu einem Bekenntnis, dass Glaube auch unter Druck Bestand hat.
Am Ende blieb der Eindruck eines Wochenendes, das weit über ein Event hinausging. Die Teilnehmer erlebten eine stärkere Gemeinschaft und eine tiefere Verbundenheit. Die Proteste vor den Türen rückten in den Hintergrund – was zählte, war die Kraft der Anbetung im Innern. Die Veranstaltung in Winterthur war ein sichtbares Zeichen der Solidarität mit Israel, mit verfolgten Christen und mit Menschen in Krisenregionen, die Hoffnung brauchen. Für viele bleibt es ein Wochenende, das im Gedächtnis haften wird: nicht wegen des Widerstands, sondern wegen der Erfahrung, dass Gebet und Lobpreis unter Druck nur stärker werden.
Titelbild: Christen setzen in Winterthur zusammen mit Künstlern aus Israel ein Zeichen der Solidarität und Verbundenheit. Foto: GTN