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Weihnachts-Schatten: Lutherische Führungspersönlichkeiten loben Gewalt der Hamas gegen Israel

JERUSALEM, 24.12.2025 (TPS-IL/NH) – Während sich Christen weltweit auf den heutigen Heiligabend vorbereiten, einen Feiertag, der sich auf Frieden und Versöhnung konzentriert, hat eine Sonderuntersuchung des israelischen Pressedienstes TPS ergeben, dass prominente christliche Führungspersonen im Heiligen Land und im Ausland die Terrorattacken der Hamas gegen Israel rechtfertigen. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf den 7. Oktober 2023 gelegt, den Tag der Terrorinvasion der Hamas im Süden Israels. Der größte Terroranschlag seit der Staatsgründung und das tödlichste Massaker für das jüdische Volk seit dem Holocaust gilt in den Augen dieser christlichen Persönlichkeiten als gerechtfertigt. Die Untersuchungsergebnisse decken ein breites Netzwerk von Kirchenvertretern und angeschlossenen Organisationen auf, deren Rhetorik Gewalt als legitimen Widerstand bezeichnet. In Jerusalem reagiert man auf die Enthüllungen entschieden: „Das sind keine echten Christen.“ Doch wer sind die geistigen Führer, die die jüdisch-christlichen Beziehungen auf diese Weise untergraben?

Gewaltverherrlichung unter dem Deckmantel des Christentums

Die TPS-Recherche hebt drei Personen hervor: die palästinensisch-christliche Pfarrerin Sally Azar, die erste Pastorin im Heiligen Land, den lutherischen Pfarrer Munther Isaac aus Bethlehem und Bischof Henrik Stubkjaer, den Präsidenten der Lutherischen Weltföderation (LWF). Diese „Gläubigen” stehen in Verbindung mit großen christlichen Organisationen, darunter die Evangelisch-Lutherische Kirche in Jordanien und dem Heiligen Land (ELCJHL), dem Ökumenischen Kirchenrat (WCC) und der Lutherischen Weltföderation.

Die drei christlichen Führungspersonen verbreiten öffentlich ein Narrativ, das Israel als Aggressor darstellt, palästinensische Gewalt minimiert oder verschweigt und sogar als gerechtfertigt darstellt. Zudem unterstützen die Geistlichen Boykott- und Desinvestitionsinitiativen gegen den jüdischen Staat.

Blutlachen im Kindergarten des Kibbuz Beeri zeugen von dem Gräuelangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Foto: Yossi Zeliger/TPS-IL

Pfarrerin Sally Azar: „Widerstand ist gerechtfertigt”

Die im Januar 2023 von der ELCJHL ordinierte Pfarrerin dient in der Erlöserkirche in der Jerusalemer Altstadt. Sie teilte auf verschiedenen Medienplattformen Inhalte, die den Anschlag vom 7. Oktober als gerechtfertigten Widerstand darstellten. Neben einem Beitrag des Instagram-Kontos „Gazangirl“, der lautete: „Dieser Widerstand ist zu 100 Prozent vorhersehbar und gerechtfertigt, wenn man aufmerksam ist“, veröffentlichte Azar auch den Tweet des ägyptischen Politikers Mohammed El-Baradei. Dieser erklärte zum damaligen Zeitpunkt, es sei „naiv und selbsttäuschend”, zu glauben, dass die Gazabewohner nicht als „letzte Option zu Gewalt greifen”. Azar ist die Tochter von Sani Ibrahim Azar, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELCJHL) sowie Co-Moderator des ökumenischen Begleitprogramms in Palästina und Israel (EAPPI). Der Bischof sorgte im Oktober 2025 für internationalen Aufruhr, als er Israel während seiner Predigt zum Reformationsfest in der Erlöserkirche des Völkermords beschuldigte. Diese Behauptungen veranlassten Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, der an dem Gottesdienst teilgenommen hatte, um „ein Zeichen der Verbundenheit mit den christlichen Kirchen zu setzen“, den Veranstaltungsort zu verlassen.

Munther Isaac: Der 7. Oktober war eine „natürliche Reaktion” auf Israel

Auch der lutherische Pfarrer Munther Isaac rechtfertigte die blutige Terrorinvasion der Hamas öffentlich. Am 8. Oktober 2023, nur einen Tag nach dem brutalen Massaker an 1.200 Menschen und der Geiselnahme von 252 Israelis und Ausländern, bezeichnete er den Angriff in seiner Predigt als „natürliche Reaktion auf die Gaza-Belagerung” und die Gewalt als „Stärke des palästinensischen Mannes, der seiner Belagerung trotzt”. Isaac agiert nicht nur als Vorstandsmitglied von „Kairos Palestine“, sondern auch als Direktor von „Christ at the Checkpoint”, einer evangelikalen Initiative mit Sitz in Bethlehem. Er ist Teil einer Agenda, welche die jüdischen historischen und religiösen Ansprüche auf Israel leugnet, die Erste Intifada als friedlichen Kampf ansieht und Gewalt gegen Israelis rechtfertigt.

In der lutherischen Erlöserkirche feiern Gläubige friedlich Heiligabend. Ihre geistlichen Führer hetzen jedoch gegen den Staat Israel und preisen Gewalt gegen jüdische Zivilisten. Foto: Shalev Shalom/TPS

Bischof Henrik Stubkjaer: „Wie der Widerstand gegen die Nazis”

Als Präsident der Lutherischen Weltföderation (LWF), der globalen Dachorganisation lutherischer Kirchen, die theologische Positionen sowie humanitäre und politische Fürsprache im Namen von fast 80 Millionen Lutheranern weltweit prägt, besuchte Stubkjaer im November 2025 das Heilige Land. Der Besuch galt als „Solidaritätsbesuch mit dem palästinensischen Volk”. Im Rahmen dessen hielt der dänische Bischof am 9. November eine Predigt in der Kirche des Auguste-Viktoria-Hospitals auf dem Jerusalemer Ölberg. In seiner Predigt verglich Stubkjaer die palästinensischen Gewaltexzesse mit dem dänischen Widerstand gegen die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg.

Die einzelnen antiisraelischen Aktivitäten der christlichen Geistlichen sind Teil eines größeren institutionellen Netzwerks. Sowohl die ELCJHL als auch die LWF sind Mitglieder des Ökumenischen Kirchenrats (WCC), der für seine anhaltende anti-israelische Interessenvertretung durch Programme wie EAPPI und die Unterstützung von Initiativen wie „Kairos Palestine” kritisiert wurde.

Der Ökumenische Kirchenrat radikalisiert sein anti-israelisches Narrativ

Itai Reuveni, Kommunikationsdirektor des in Jerusalem ansässigen Forschungsinstituts NGO-Monitor, das internationale Nichtregierungsorganisationen überwacht, erklärt das Phänomen: „Die anti-israelische Stimmung war im Ökumenischen Kirchenrat von Anfang an präsent. Nach der Zweiten Intifada wurde sie lauter und hat sich seitdem radikalisiert.“ Der Kirchenrat arbeite, so Reuveni, nach dem Grundkonzept, dass die Sünde, die einige Christen den Juden (die Tötung Jesu) zugeschrieben haben, genau das ist, was Israel jetzt den Palästinensern antut.

Erschütternderweise spielt der Ökumenische Rat der Kirchen zusammen mit seinen Mitgliedsorganisationen eine zentrale Rolle bei der Gestaltung des internationalen christlichen Diskurses über Israel und „Palästina”. Von kirchlich geförderten Programmen im Heiligen Land bis hin zur Teilnahme an interreligiösen Veranstaltungen in den USA erstreckt sich der Einfluss des Kirchenrats über Kontinente hinweg und beeinflusst so die öffentliche Wahrnehmung sowie interreligiöse Engagements.

Titelbild: Weihnachtsmesse in der lutherischen Kirche des Erlösers im christlichen Viertel der Altstadt von Jerusalem. Foto: Shalev Shalom/TPS

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