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Witwe zur Freilassung des Mörders ihres Mannes: „Wenn er der Preis für die Rückkehr der Entführten ist, habt ihr meinen Segen.“

JERUSALEM, 12.10.2025 (NH) – Israel steht kurz vor einem Geiseldeal. Im Rahmen des Abkommens zwischen der israelischen Regierung und der amtierenden Terrororganisation wurde die Liste der im Rahmen des Deals freikommenden Terroristen aktualisiert. Die Knesset stimmte nun der Entlassung des Mörders Ahmad Jamal K. zu.  Der Terrorist, der wegen des grausamen Mordes an Rabbi Raziel Shevach zu lebenslanger Haft plus 26 Jahren verurteilt wurde, soll nach seiner Freilassung ins Ausland abgeschoben werden. Nun meldet sich die Ehefrau des Ermordeten zu Wort.

„Der Terrorist ist psychisch instabil – er ist besser Last für jemand anderen“

Rabbi Raziel Shevach (35), Bewohner der jüdischen Siedlung Havat Gilad, Vater von sechs Kindern und Notarztfahrer, wurde am 9. Januar 2018 von einer Terrorzelle der Hamas bei einem Angriff mit Schusswaffen getötet. Das Attentat wurde in der Nähe der Gemeinde verübt. Der Rabbiner schaffte es noch, seine Sanitäterkollegen zu alarmieren, erlag jedoch kurze Zeit später seinen Verletzungen. Sein Umfeld beschrieb ihn als demütigen und bescheidenen Mann, voller Weisheit, Güte und Nächstenliebe, der als freiwilliger Sanitäter Menschenleben rettete und dabei immer ein Lächeln auf den Lippen hatte. Nach dem Terroranschlag wurde die Siedlung von der israelischen Regierung legalisiert.

Jetzt hat Yael Shevach, die Witwe von Rabbi Raziel Shevach, persönlich auf ihrem X-Account (ehemals Twitter) Stellung zu der dramatischen Entscheidung bezüglich der Freilassung des Mörders ihres Ehemannes genommen. „Vor einigen Monaten sprach mich ein IPS-Mitglied an, das den Terroristen von Zeit zu Zeit trifft. Er sagte mir, dass der Terrorist in einem so prekären psychischen Zustand sei, dass es für uns besser wäre, eine Last für jemand anderen zu sein, als für uns selbst“, erklärt die Witwe. „Er sei psychisch instabil auf dem Niveau einer grundlegenden Dysfunktion. Zunächst einmal ist es erfreulich zu hören, dass es ihm so geht. Zweitens ist es wahrscheinlich, dass er dort schneller sterben wird als hier“, führt Yael Shevach fort. „Und wenn das der Preis für die Geiseln ist, dann habt ihr meinen Segen.“

Rabbi Raziel Shevach, umgeben von seiner Familie. Foto: IDF

Mörderliste ist psychologischer Terrorismus gegen die israelische Öffentlichkeit

Die Ehefrau des Rabbiners erklärte, die Wahl der Hamas bezüglich der Terroristen, die freigelassen werden sollen, beinhalte nicht nur einen strategischen, sondern vor allem einen psychologischen Aspekt. Demnach sei es der Terrororganisation egal, ob sich Ahmad Jamal K. wieder terroristischen Aktivitäten widmet oder nicht. Vielmehr sei es das Wissen, dass sich der Mörder von Rabbi Raziel oder Dafna Meir auf freiem Fuß befindet, das das israelische Volk erschüttere und mit tiefem Schmerz überflute. Somit wird die Freilassung der besagten Mörder als psychologischer Terrorismus gegen die israelische Öffentlichkeit eingesetzt.

„Ich weiß, dass es schwer ist. Für mich persönlich ist es sehr schwierig. Aber wir können versuchen, diesem Schrecken nicht nachzugeben und die Liste aus einer erhabenen Perspektive zu betrachten. Das gibt ihnen auf der anderen Seite zu verstehen, dass sie uns nicht zu Fall bringen werden. Das Volk Israel lebt und lacht euch ins Gesicht!“

Es wird erwartet, dass Israel in den kommenden Tagen 20 lebende Geiseln in Empfang nehmen wird. Die Freilassung wird spätestens am Montag erwartet. Im Gegenzug ist Israel verpflichtet, 1.950 Terroristen freizulassen, darunter 250 Gefangene mit mehrfachen lebenslänglichen Haftstrafen.

Titelbild: Yael Shevach, Ehefrau von Rabbi Raziel Shevach, der bei einem Terroranschlag in der Nähe von Havat Gilad ermordet wurde, bei einem Besuch in der Altstadt von Jerusalem. Foto: Chaim Goldberg/Flash90

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