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Hamas inszeniert Bergung von Geisel-Überresten für das Rote Kreuz

JERUSALEM 29.10.2025 (LS) – Die israelische Regierung wirft der Terrororganisation Hamas vor, bei der Rückgabe von Überresten einer Geisel eine Täuschung für das Rote Kreuz inszeniert zu haben, indem sie den Leichnam vor der angeblichen Entdeckung vergrub.

Die betroffene Geisel, Ofir Tzarfati, war bereits im Dezember 2023 von der israelischen Armee (IDF) geborgen worden. Nun übergab die Hamas weitere Leichenteile derselben Geisel. Das aktuelle Abkommen sieht jedoch vor, dass die Hamas weitere sterbliche Überreste der 13 noch in Gaza verbliebenen toten Geiseln liefert.

Drohnenvideo zeigt inszenierte „Bergung“

Israelische Drohnenaufnahmen haben aufgezeichnet, wie Hamas-Kämpfer in Gaza-Stadt die Bergung einer Leiche für das Rote Kreuz inszenieren. Das Filmmaterial zeigt, wie Terroristen die in eine weiße Plastiktüte gehüllte Leiche aus einem nahe gelegenen Gebäude entfernen und sie vergraben. Später riefen sie die Teams des Roten Kreuzes, um die „Bergungsaktion“ zu demonstrieren. Israelische Soldaten erzählten, alles habe sich vor ihren Augen abgespielt und sei auf dem Filmmaterial deutlich zu sehen.

Hamas-Terroristen inszenieren die Bergung der sterblichen Überreste einer Geisel in Gaza-Stadt, 27. Oktober 2025. Der weiße Sack mit Leichenteilen wird in der Erde vergraben. Foto: Screenshot Drohnenaufnahme/Israel Defense Forces

„Wir haben gesehen, wie sie die Leiche herumtrugen“, berichtete ein Reservist. „Sie haben ein Loch in einen Schacht an der Seite gegraben, den Verstorbenen hineingelegt und dann das Rote Kreuz kontaktiert, als hätten sie die Leiche ‚gerade erst entdeckt‘.“

Ein israelischer Regierungsvertreter bezeichnete das Vorgehen als klaren Verstoß gegen das im Waffenstillstandsabkommen festgelegte Verfahren zur Rückgabe weiterer Geisel-Überreste.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz klagte das Verhalten der Terrororganisation in einer Stellungnahme vom Dienstag an. „Es ist inakzeptabel, dass eine inszenierte Bergung von Geiseln stattgefunden hat, insbesondere da so viel von der Umsetzung dieses Abkommens abhängt und so viele Familien noch immer sehnsüchtig auf Informationen über ihre Angehörigen warten.“

Politische und vertragliche Konsequenzen

Premierminister Benjamin Netanjahu erklärte, dieses Vorgehen müsse als „klare Verletzung“ des Waffenstillstandsabkommens mit Hamas gelten. Israel behalte sich Möglichkeiten zur Gegenreaktion vor, darunter das Aussetzen humanitärer Hilfen, eine Ausweitung militärischer Kontrolle oder gezielte Angriffe auf Hamas-Führungspersonen.

Aus dem Abkommen geht hervor, dass Hamas verpflichtet ist, die Überreste aller noch vermissten Geiseln zeitnah zu übergeben – Tzarfati zählt offiziell nicht mehr zu jenen 13 noch nicht zurückgeführten Personen. Die Übergabe sollte zudem vollständig transparent und identifizierbar erfolgen. Hamas betreibt nach israelischen Angaben mit dieser Aktion eine psychologische Kriegsführung gegen Israels Bevölkerung und die Angehörigen der Geiseln.

Internationale Vermittler wie die USA und Ägypten wurden über den Vorfall informiert. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor ein 48-Stunden-Ultimatum an Hamas zur vollständigen Rückgabe der Geisel-Überreste gerichtet. Die israelischen Behörden arbeiten parallel an einer offiziellen Liste der weiterhin fehlenden Leichname und fordern eine transparente Umsetzung. Der neue Vorfall belastet die ohnehin fragile Waffenruhe und steht symbolisch für die laufenden Spannungen zwischen Israel und Hamas.

Titelbild: Ein Kämpfer der Hamas begleitet die Suche nach den Leichen der israelischen Geiseln. Foto: Ali Hassan/Flash90

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