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Israel richtet sein Augenmerk auf die Nordgrenze: Hisbollah signalisiert die Rückkehr zum Krieg

JERUSALEM, 09.11.2025 (NH) – Libanons Ministerpräsident Nawaf Salam hat auf einen „offenen Brief“ der Terrororganisation Hisbollah reagiert. In dem Schreiben widersetzen sich die Terroristen Verhandlungen über ein Abkommen mit Israel und wollen sich ihrer Entwaffnung bis Ende 2025 entziehen. So unterstrich die Hisbollah, dass sie „ihr legitimes Recht aufrechterhält, sich der (israelischen) Besatzung und Aggression zu widersetzen und an der Seite ihres Volkes zu stehen”. In dem offenen Brief behauptet die Terrorbewegung, dass „legitime Verteidigung” nicht unter die Kategorie der Friedens- oder Kriegsresolutionen falle und die Entwaffnung des „Widerstands” im gesamten Libanon weder in der Waffenstillstandserklärung festgelegt sei noch akzeptiert werde.  Die israelische Luftwaffe setzte mittlerweile ihre Antiterror-Aktivitäten im Libanon fort und beseitigte nach eigenen Angaben „terroristische Strukturen, die gegen den Staat Israel und seine Bürger gerichtet sind.“ 

Regierung reagiert zögerlich

Die Regierung des libanesischen Präsidenten Joseph Aoun und des Premierministers Nawaf Salam ist für ihr politisches Überleben nicht mehr von der Hisbollah abhängig. Im Jahr 2022 gewann die Terrorgruppe nur 61 Sitze im 128-köpfigen libanesischen Parlament. Es gibt also nichts, was die Regierung daran hindert, den libanesischen Streitkräften (LAF) den Befehl zu erteilen, die Entwaffnung der Hisbollah voranzutreiben. Laut US-Beamten sollte diese bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Nun hat die Hisbollah ihren Unwillen zum Ausdruck gebracht. Diese Erklärung kam jedoch nicht überraschend, denn niemand hatte ernsthaft erwartet, dass die Terrorgruppe ihre Waffen aus freien Stücken abgeben würde. Die Regierung, die nicht nur einen Bürgerkrieg fürchtet, ist sich weiterhin unsicher, ob eine Entwaffnung durchgesetzt werden kann, da Schiiten bis zu 50 Prozent der libanesischen Streitkräfte ausmachen könnten.

Nachdem sich das israelische Militär aus den Krisenregionen Gaza, Syrien und Iran zurückgezogen hat, richtet es nun sein Augenmerk und seine operativen Vorbereitungen auf den Libanon. Im jüdischen Staat bereitet man sich darauf vor, die Hisbollah mit viel größerer Intensität anzugreifen als vor einem Jahr. Laut israelischen Quellen wurden allein im vergangenen Monat etwa 20 Terroristen auf libanesischem Boden getötet. Ihre Aktivitäten hätten gegen die Waffenstillstandsvereinbarungen zwischen den Parteien verstoßen. Tatsächlich beläuft sich die Zahl der seit November 2024, also fast ein Jahr nach dem Waffenstillstandsabkommen, getöteten Terroristen auf über 350.

Israel bereitet sich auf Krieg vor

Das gezielte Bombardement der israelischen Luftwaffe folgte auf weitreichende Versuche der Hisbollah, ihre terroristische Streitmacht erneut aufzubauen. Tatsächlich feierte Israel bedeutende militärische Erfolge im Jahr 2023/24 in seinem Krieg gegen die Hisbollah. Den Angaben zufolge soll die Terrororganisation etwa 5.000 Terroristen verloren haben, weitere 7.000 wurden verwundet. 80 Prozent ihrer Mittel- und Langstreckenraketenkapazität wurden zerstört. Auch die oberste politische und militärische Führung des libanesischen Terrorflügels, der von Teheran gesponsert wird, wurde eliminiert.

Dennoch verfügt die Hisbollah noch immer über eine beträchtliche Menge an Raketen, mit denen sie Israel herausfordern kann. Derzeit versucht der israelische Sicherheitsapparat, die Aufrüstung und Reorganisation der Organisation zu stoppen, während sich das israelische Militär auf den Tag vorbereitet, an dem es eine harte Operation gegen die Hisbollah durchführen muss.

Titelbild: UN-Friedenstruppen (UNIFIL) im Südlibanon, aufgenommen von der israelischen Grenzseite aus am 2. November 2025. Foto: Ayal Margolin/Flash90

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