
Geplante Steuerbefreiung für Neueinwanderer – Israel setzt Impuls für Alija
JERUSALEM 12.11.2025 (LS) – Israel prüft derzeit eine umfassende steuerliche Entlastung für Neueinwanderer (Olim): Das Finanzministerium plant, dass für die ersten zwei Jahre der Ansässigkeit keine Einkommenssteuer gezahlt werden muss. Ziel der Reform sei es, die Alija (Einanderung nach Israel) zu fördern und die wirtschaftliche sowie gesellschaftliche Integration zu stärken.
Details und Ziele des Steuerentwurfs
Laut der Jerusalem Post ist der Steuerentwurf Teil des vorgeschlagenen Budgets für das Jahr 2026 und wurde von Finanzminister Bezalel Smotrich vorgestellt. Der Entwurf sieht vor, dass Personen, die als „neue Einwanderer“ oder „zurückkehrende Bewohner“ gelten – also jüdische Einwanderer oder Israelis, die mindestens zehn Jahre im Ausland gelebt haben – in den ersten 24 Monaten ihres Aufenthalts in Israel vollständig von der Einkommensteuer befreit werden.
Ein Sprecher des Finanzministeriums erklärte: „Diese Maßnahme ist Teil des Gesamtbudgets und zielt darauf ab, die Zahl der Alija zu erhöhen und die wirtschaftliche Integration in Israel zu erleichtern.“ Damit soll insbesondere auch erreicht werden, dass qualifizierte Fachkräfte, Unternehmer und Familien weltweit motiviert werden, nach Israel zu kommen.
Der Haushaltsentwurf liegt noch zur Genehmigung vor. Sobald er durch die Knesset verabschiedet ist, sollen die neuen Regelungen ab Anfang 2026 gelten. Bis dahin werden Beratungsgespräche mit Steuerbehörden, Einwanderungsstellen und Wirtschaftspartnern geführt.
Bedeutung für Integration und Wirtschaft
Die steuerliche Entlastung bietet vor allem einen Anreiz zur Alija – insbesondere angesichts wachsender jüdischer Emigrationsbewegungen weltweit. Doch sie dient auch der besseren Integration von Einwanderern in den israelischen Arbeitsmarkt und das Sozialsystem.
Studien zeigen, dass steuerliche Vorteile zu Beginn des Aufenthalts ebenso wie Unterstützungsprogramme die erfolgreiche Eingliederung von Einwanderern erhöhen. Israel sieht hier eine strategische Chance: In einer Zeit hoher Nachfrage nach Fachkräften im Bereich Technologie, Medizin und Infrastruktur könnten solche Anreize sowohl wirtschaftliches Wachstum fördern als auch die nationale Widerstandsfähigkeit stärken.
Ein Vertreter der Organisation Nefesh B’Nefesh, die Einwanderern aus den USA hilft, kommentierte: „Für viele Familien bedeutet dies finanziell wie symbolisch einen Startvorteil. Zwei steuerfreie Jahre schaffen Raum zur Neuorientierung.“ Gleichzeitig betonte er, begleitende Unterstützungsangebote wie Sprachkurse und berufliche Qualifizierung seien weiterhin entscheidend.
Auch zurückkehrende Israelis, die im Ausland lebten, könnten von der Regelung profitieren. Hier ist geplant, bisherige Aufenthaltszeiten im Ausland als Basis für die steuerliche Befreiung zu berücksichtigen. Das Gesetz würde somit nicht nur klassische Alija ermöglichen, sondern auch Rückkehrern einen Anreiz bieten.
Titelbild: Neueinwanderer aus Frankreich kommen am Ben-Gurion-Flughafen an. Foto: Avshalom Sassoni/Flash90