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Wie eine Ex-Geisel einen israelischen Taxifahrer ins Schwitzen brachte

JERUSALEM, 21.11.2025 (BF) – Eitan Mor ist seit einigen Wochen frei und versucht, wieder in seinen Alltag zu finden. Dass dieser Alltag inzwischen manchmal überraschende Wendungen nimmt, zeigte sich vor Kurzem in einem israelischen Taxi. Eine harmlose Bemerkung von ihm reichte aus, um einen Schreckmoment auszulösen.

Ein ganz normaler Taximoment, der plötzlich keiner mehr war

Während seiner Zeit als Geisel der Hamas in Gaza hat Eitan fließend Arabisch gelernt, und zwar mit dem typischen lokalen Akzent. Er spricht es inzwischen so gut, dass selbst Muttersprachler überrascht sind. Vor einigen Tagen stieg er in ein Taxi, telefonierte kurz und der Fahrer hörte genau hin. Der Klang, der Akzent, die Worte – all das klang nach jemandem aus Gaza.

Als Eitan halb im Spaß sagte, er komme aus Gaza, riss der Fahrer die Augen auf. Für einen Moment befürchtete er, er habe einen Palästinenser ohne Papiere illegal ins Kernland chauffiert – eine Straftat. Die Spannung löste sich erst, als Eitan lachend erklärte, wer er ist und warum er so spricht. Die Szene dauerte nur Sekunden, blieb aber allen Beteiligten im Gedächtnis. Für Eitan war es ein Moment der Leichtigkeit. Ein kleiner Beweis dafür, dass selbst die seltsamsten Kapitel seines Lebens auch zu unerwartet komischen Situationen führen können.

Unterwegs im Land, unterwegs ins Leben

Sein Vater Tzvika erzählt, dass Eitan derzeit viel reist, Freunde trifft und versucht, sein Leben wieder mit normalen Momenten zu füllen. Ein Teil seiner Zeit fließt in die Rehabilitation mit anderen Freigelassenen, den Rest verbringt er unterwegs im Land. Meist begleitet von engen Freunden oder der Familie, die ihm hilft, Schritt für Schritt wieder Routine zu finden.

Ein besonderer Termin mit Symbolkraft

In dieser Woche steht für ihn ein weiterer ungewöhnlicher Moment an. Eitan soll Präsident Donald Trump einen Dreidel schenken, der für Licht in der Dunkelheit steht. Für ihn ist es eine freundliche Geste und eine Gelegenheit, seine Geschichte zu teilen. Für viele Israelis ist es ein Zeichen dafür, dass die Verschleppten nicht in Vergessenheit geraten.

Eitan Mor ist in Israel heute eine bekannte Figur. Er stammt aus einer religiösen Familie, war schon vor seiner Verschleppung gesellschaftlich aktiv und ist für seinen offenen, humorvollen Charakter bekannt. Seit seiner Freilassung ist er oft in Medien zu sehen, doch der Taximoment zeigt, was viele Israelis an ihm schätzen: Er nimmt das Leben wieder an, findet seinen Humor zurück und überrascht andere inzwischen sogar mit seinem Gaza-Arabisch.

Titelbild: Eitan Mor freut sich über den warmen Empfang bei seiner Rückkehr aus der Geiselhaft. Foto: Chaim Goldberg/Flash90

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