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Hamas-Delegation in Kairo bespricht Eskalation in Gaza und Übergang zur zweiten Phase von Donald Trumps Friedensplan

JERUSALEM 25.11.2025 (LS) – Vertreter der Hamas haben sich mit Vermittlern in Kairo getroffen, um die aktuelle Zuspitzung der Gewalt im Gazastreifen zu analysieren und den Übergang zur zweiten Phase des von Donald Trump initiierten Plans zu diskutieren. Die Gespräche fallen in eine Zeit zunehmender Spannungen und gegenseitiger Anschuldigungen zwischen Israel und der Hamas.

Gespräche in Kairo über Eskalation und zweite Phase

Gegenstand der Beratungen war unter anderem die Ausweitung militärischer Operationen sowie Schritte zur Umsetzung der zweiten Phase des von Trump formulierten 20-Punkte-Plans, der unter anderem eine Übergangsregierung in Gaza, die Freilassung aller lebenden und toten Geiseln und eine spätere israelische Truppenreduzierung vorsieht.

Laut Quellen erklärte die Hamas-Delegation ihre Bereitschaft, erste Elemente des Plans umzusetzen, um in die nächste Phase überzugehen. Bis jetzt hat die Terrororganisation jedoch die Forderungen der ersten Phase nicht komplett umgesetzt, da sich derzeit noch 3 Leichen von Geiseln im Gazastreifen befinden. Der Palästinensische Islamische Dschihad erklärte am Montag, die Leiche einer weiteren Geisel geborgen zu haben, gab jedoch bis jetzt keine Informationen zu einer geplanten Übergabe.

Die Delegation diskutierte „Möglichkeiten, das Problem der Dutzenden von Hamas-Kämpfern, die sich in dem von Israel kontrollierten Rafah unterirdisch verschanzt haben, durch die Bemühungen von Vermittlern mit den verschiedenen Parteien dringend anzugehen“, erklärte die Hamas in einer Stellungnahme. Sie fügte hinzu, der Kontakt zu den Kämpfern sei abgebrochen.

Die Erklärung erfolgte, nachdem Israel am Freitag nach Angriffen auf seine Truppen 17 Terroristen getötet oder gefangen genommen hatte, die versucht hatten, aus einem Tunnel im Osten von Rafah zu fliehen. Am Samstag führte Israel tödliche Angriffe auf hochrangige Hamas-Funktionäre im gesamten Gazastreifen durch, nachdem ein palästinensischer Bewaffneter im Süden des Gazastreifens das Feuer auf israelische Soldaten eröffnet hatte.

Entwaffnung der Hamas fraglich

In der nächsten Phase des Friedensplans soll Israel sich weiter von der sogenannten Gelben Linie zurückziehen, während gleichzeitig eine Übergangsregierung für den Gazastreifen eingerichtet, eine multinationale Sicherheitstruppe stationiert wird, die die Aufgaben des israelischen Militärs übernehmen soll und mit dem Wiederaufbau begonnen wird. Die zweite Phase sieht jedoch auch die Entwaffnung der Hamas vor.

Die Terrororganisation hat sich bislang geweigert, einer Entmilitarisierung zuzustimmen. Israel besteht darauf, dass der Gazastreifen entmilitarisiert werden muss, bevor Trumps Plan vorangebracht werden kann. Außerdem wirft Israel der Hamas weiterhin systematische Brüche des bestehenden Waffenstillstands vor und trifft Vorbereitungen für mögliche Verschärfungen.

Premierminister Benjamin Netanjahu verkündete am Sonntag, Israel werde weiterhin gegen die Hamas wegen Verstößen gegen den Waffenstillstand vorgehen. „Die Hamas hat nicht aufgehört, [den Waffenstillstand] zu verletzen, und wir reagieren entsprechend“, erklärte er zu Beginn der wöchentlichen Kabinettssitzung.

Titelbild: Zerstörte Häuser im Gazastreifen. Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90

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