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Welle massiver Preiserhöhungen im Jahr 2026 – Millionen Israelis stehen vor schmerzhaften Zusatzkosten

JERUSALEM, 15.12.2026 (NH) – Das neue Jahr steht vor der Tür. Nach mehr als zwei Kriegsjahren muss die israelische Bevölkerung nun auch mit weiteren Preisanstiegen in fast allen Lebensbereichen kämpfen. Den großzügigen Versprechen des Premier- und des Finanzministers folgt im Jahr 2026 eine Eiszeit. Ab dem 1. Januar sollen eine Reihe von Preiserhöhungen in Kraft treten: Die Steuerklassen und Kreditpunkte sollen eingefroren werden, die Wasser- und Strompreise sollen steigen und die israelischen Gemeinden planen eine außergewöhnliche Erhöhung der ohnehin schon hohen Grundsteuern. Im Klartext bedeutet dies, dass durchschnittliche Haushalte zwischen 800 und 1.200 NIS (Neu-Israelische Schekel), umgerechnet 211 bis 317 € pro Monat bzw. 12.000 NIS (3.172 €) pro Jahr verlieren werden. Die Hauptopfer der geplanten und teils genehmigten Verteuerungen werden Familien in schwächeren Bevölkerungsschichten sowie kinderreiche Familien sein.

Was soll ab Januar erhöht werden?

Es gibt zwei Arten von Verteuerungen im Jahr 2026: Die ersten Maßnahmen wurden in den Jahren 2024/2025 genehmigt und sollen im Jahr 2026 fortgesetzt werden, obwohl bei einer Verbesserung der Lage versprochen wurde, die Erhöhungen einzustellen. Beispiele hierfür sind die Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes auf 18%. Die zweite Art sind weitere Maßnahmen zum besagten Einfrieren und zu weiteren Kostenerhöhungen, die im kommenden Jahr in Kraft treten oder sich gar verschärfen. Beispiele hierfür sind ein Stopp bei der Aktualisierung der Einkommenssteuerklassen und der Kreditpunkte, die eines der effektivsten Mittel zur Steuererleichterung, insbesondere für arbeitende Familien, darstellen. Ebenfalls betroffen sind das Kindergeld und die Ersparnisse für jedes Kind.

Im Rahmen der kommenden Erhöhungen hat das Wasserwerk eine Preiserhöhung von 2,49% bekannt gegeben. Für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt fällt so eine Zusatzzahlung von drei NIS (0,80 €) pro Monat an. Größere Familien müssen 5 NIS (1,32 €) mehr monatlich zahlen. Auch die israelische Elektrizitätsbehörde hat eine Preiserhöhung von 1,5% angekündigt. Das bedeutet eine Zusatzbelastung von etwa 6 NIS (1,59 €) pro Monat für einen repräsentativen Haushalt – größere Familien müssen 10 NIS (2,64 €) mehr zahlen. Auch das Gas im Heiligen Land soll um etwa 5% steigen. Die ohnehin sehr hohe kommunale Grundsteuer soll in 90 Kommunalverwaltungen weiter erhöht werden. Besonders betroffen sind Haushalte und kleine Unternehmen. Die Grundsteuererhöhungen können für Familien und Ladenbesitzer Hunderte Schekel pro Monat ausmachen.

Drama bei den Einkommensteuerklassen, Steuergutschriften und dem Kindergeld

Als härtester Schlag gilt jedoch der Stopp für Einkommensteuerklassen, Steuergutschriften und Kindergelder im kommenden Jahr. Der Haushalt der Knesset hat für die Jahre 2024/2025 beschlossen, die Steuerklassen nicht mehr jährlich entsprechend der Inflation anzupassen. Das bedeutet, dass die Reallöhne der Arbeitnehmer um etwa 3% gekürzt wurden. Auch im Jahr 2026 soll diese Praxis fortgesetzt werden, was die Nettolöhne voraussichtlich um weitere 2,5% verringert. Haushalte mit zwei Einkommen verlieren so Hunderte Schekel pro Monat. Auch bei den Kindergeldzahlungen gibt es im Jahr 2026 keine Änderung: Der jüdische Staat zahlt 169 Schekel (45 €) für das erste Kind und 214 Schekel (57 €) für jedes weitere Geschwisterchen.

Es scheint, dass Israels Bürger auch im Jahr 2026 weiterhin für das tiefe Loch im Staatshaushalt zahlen müssen, das durch den Krieg entstanden ist.

Titelbild: Israelis bei Einkäufen in der Filiale des Osher-Ad-Supermarkts in Givat Shaul, Jerusalem. Foto: Yonatan Sindel/Flash90

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