
Romi Gonen über sexuellen Missbrauch in Hamas-Gewalt: „Wenn du es jemandem erzählst, bringe ich dich um.”
JERUSALEM, 28.12.2025 (NH) – Romi Gonen ist vor zehn Monaten, nach 471 Tagen, aus der Gefangenschaft der Hamas in Gaza freigelassen worden. In den vergangenen Monaten durchlief die junge Frau eine lange Reihe von Behandlungen und Operationen und konzentrierte sich auf ihre körperliche und geistige Rehabilitation. Jetzt erzählt sie im ersten Teil ihres zweiteiligen Interviews der Sendung „Uvda” im israelischen Fernsehen unzensiert über die Hölle, die sie in Gaza durchlebt hat.
Mord und Entführung
Romi feierte am 7. Oktober mit Freunden auf der Nova-Party in Re’im, als sie von Raketenfeuer aus Gaza überrascht wurden. Die Feiernden flüchteten mit dem Auto und gerieten in eine Falle von Dutzenden Terroristen. Ihre Begleiter Ben Shimoni und Gaia Khalifa wurden erschossen, Romi wurde am Oberarm und Bein schwer verletzt. „Sie haben mich wie einen Müllsack aus dem Auto gezerrt und auf einen weißen Truck geworfen. Ein Terrorist hat mich geschlagen, und ich wurde blutüberströmt nach Gaza gefahren“, schildert die 24-Jährig die Horrormomente. Die ganze Zeit über war Romis Mutter, Merav Leshem-Gonen, am Telefon und musste die Entführung ihrer Tochter hilflos miterleben.
Der erste Halt war das Shifa-Krankenhaus in Gaza-Stadt. „Ich lag auf einem Bett, jemand zog mir die Schuhe aus, ein anderer meine Kleider, Ohrringe und Schmuck. Ich lag da und 15 Leute berührten mich. Sie schnitten mir die Kleidung vom Körper, sodass ich nackt dalag.“ Romi wurde operiert und sofort im Haus eines Terroristen versteckt.

Palästinensischer Arzt und Kameramann missbrauchen die junge Frau
Während ihrer Gefangenschaft wurde Romi von vier verschiedenen Terroristen misshandelt, bereits am vierten Tag in Gaza wurde sie sexuell missbraucht. Der Täter war Muhammad, ein Arzt, der ihre Verbände wechseln sollte. „Ich ging ins Bad und es passierte. Ich war verletzt, ich hatte keine Kraft, ich konnte nichts tun“, schildert Romi den Übergriff. Nach der Tat drehte der Hamas-Kameramann Muhammad das erste Propagandavideo von Romi. Mit Beginn der Bodenoffensive wurde Gonen in der Wohnung des besagten Fotografen und eines weiteren Terroristen namens Ibrahim untergebracht. „Muhammad und ich waren allein. Er fing an, meinen Rücken zu massieren, bis hinunter zu meiner Taille und Hüfte.“ Romi flüchtete ins Nebenzimmer, doch ihre Flucht hatte Folgen. Der Terrorist befahl, dass sie neben ihm im Bett schläft, und legte ihr nachts Handschellen an.
Blauer Himmel und Vogelgezwitscher
Auch in der neuen Wohnung war Romi sexueller Gewalt ausgesetzt. „Ich ging auf die Toilette, und Muhammad folgte mir. Es war der schlimmste Angriff bisher. Es dauerte 30 Minuten. Ich weinte nur. Ich erinnere mich an einen Moment, als ich aus dem kleinen Badezimmerfenster schaute: Der Himmel war blau, die Vögel zwitscherten und ich befand mich gerade in dieser Situation. Diese Dissonanz aus Ruhe und den Vögeln draußen, die zwitschern, und dem Ekel über das, was hier im Badezimmer geschieht.“ Neben dem Kameramann verging sich auch Ibrahim an der jungen Frau, immer gefolgt von Morddrohungen. Die Demütigungen und der Missbrauch dauerten Wochen an. Laut Romi waren sie die schlimmsten in ihrer gesamten Gefangenschaft. „Alles, was mir durch den Kopf ging, war: ‚Romi, alle in Israel denken, du bist tot, und du wirst eine Sexsklavin in Gefangenschaft sein.“
Die 24-Jährige ist nicht die erste Geisel, die von sexueller Gewalt während der Gefangenenschaft berichtet. Auch andere ehemalige Geiseln – darunter Männer – schilderten schreckliche sexuelle Übergriffe und Entwürdigungen.
Mit dem Fortschreiten der Bodenoffensive wurde die 24-Jährige über eine verlassene Kirche in Gaza in das unterirdische Tunnelsystem der Terrororganisation gebracht. Was dort geschah, wird kommende Woche im zweiten Teil des Interviews veröffentlicht.
Titelbild: Romi Gonen vor ihrer Entführung nach Gaza. Die junge Frau war glücklich und lebensfroh. Die Geiselhaft in Gaza hat die 24-Jährige für immer verändert. Foto: privat