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Wintersturm außer Kontrolle: Ein Toter, überflutete Städte und eingestürzte Balkone

JERUSALEM, 30.12.2025 (NH) – Ein besonders stürmisches und kaltes Winterwetter hat in ganz Israel für Chaos gesorgt. Neben erheblichen Überschwemmungen und umgestürzten Bäumen verursachten die Wassermassen auch das Einstürzen von Balkonen. Waghalsige Rettungsaktionen waren die Folge. Eine Person konnte nur tot geborgen werden. Zudem wurden dutzende Hauptverkehrsadern gesperrt, was zu massiven Störungen im ganzen Land führte. Die Polizei hielt die Bevölkerung den ganzen Tag über dazu an, aufgrund der extremen Wetterbedingungen Geduld zu zeigen.

Wintersturm sorgt für Rettungsaktionen

Der zweite Wintersturm hat gestern das Heilige Land von Norden bis Süden hart getroffen. Israelische Sicherheits- und Polizeikräfte waren über Stunden mit landesweiten Rettungsaktionen beschäftigt. In Binyamin musste die Feuerwehr zwei Fahrer aus ihren Fahrzeugen retten, die auf einer überfluteten Straße eingeschlossen worden waren. Ein weiterer ungewöhnlicher Vorfall ereignete sich an der Megiddo-Kreuzung, wo ein SUV in einem reißenden Bach versank. Die vier Passagiere kletterten auf das Dach des Fahrzeugs und wurden von Feuerwehrleuten mit einer speziellen Leiter gerettet. In Herzliya stürzte ein Baum auf ein vorbeifahrendes Fahrzeug. Der Fahrer des Autos verließ den Unfallort unverletzt und benötigte keine medizinische Behandlung. In Tel Aviv wurde ein 70-jähriger Mann schwer verletzt, als ein Balkon einstürzte. Sanitäter versorgten den Verletzten vor Ort und brachten ihn mit einer schweren Kopfverletzung ins Ichilov-Krankenhaus.

Ein Baum stürzte in Jerusalem aufgrund starker Winde und Regenfälle auf eine Straße. Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Bäche und Flüsse treten über die Ufer

In Zusammenarbeit mit der Feuerwehr suchten Dutzende Freiwillige der polizeilichen Rettungseinheiten der Bezirke Judäa und Samaria sowie der südlichen Stadt Arad mehrere Stunden lang intensiv nach einer Person, die entlang des Meitar-Flusses verschwunden war. Das Opfer wurde gefilmt, wie es von der Flut mitgerissen wurde, nachdem es versucht hatte, einer anderen Person zu helfen, die in ihrem Auto festsaß. Auch dieses wurde von den Wassermassen erfasst. Bereits gegen Abend fürchteten die Einsatzkräfte um das Leben des Vermissten. Am frühen Morgen konnte nur noch die Leiche des jungen Mannes geborgen werden.

Die Verbindungsstraße 90 zwischen Ein Gedi und Ein Bokek am Toten Meer wurde gesperrt, da der Fluss Tze’elim drohte, über die Ufer zu treten, wodurch eine ernsthafte Gefahr für Verkehrsteilnehmer entstand. Feuerwehr- und Rettungsteams appellieren weiterhin an die Öffentlichkeit, das Betreten oder Überqueren von Bächen dringend zu vermeiden, da auch bei zunächst flachem Erscheinungsbild unmittelbare Lebensgefahr besteht.

Rettungseinheiten suchten über Stunden hinweg mit technischen Mitteln und spezialisierten Teams nach dem Vermissten. Die Rettungsversuche fanden ein tragisches Ende. Foto: Etzion-Yehuda-Rettungseinheit

Weitere Sturmfront erwartet

Dr. Amir Givati, der Direktor des Meteorologischen Dienstes, erklärte, die massiven Überschwemmungen seien auf besonders große Niederschlagsmengen zurückzuführen. In der Samaria-Region fielen innerhalb von etwa sechs Stunden 60–65 mm, in Jerusalem 40 mm, davon allein 25 mm innerhalb einer einzigen Stunde.

Die Wetterprognose sagt für die Nacht zwischen Mittwoch und Donnerstag bereits eine weitere Sturmwelle voraus, die am Donnerstag ihren Höhepunkt erreichen wird. Auch dieses Mal werden vom Norden bis zum nördlichen Negev schwere Gewitter, starke Winde und massive Regenfälle erwartet. Zum Wochenende wird eine trockene Verschnaufpause erwartet.

Titelbild: Der fast leere Carmel-Markt in Tel Aviv während eines heftigen Regens. Foto: Avshalom Sassoni/Flash90

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