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Iranische Sicherheitskräfte verhaften angeblichen Mossad-Agenten und Chamenei plant seine mögliche Flucht

JERUSALEM 06.01.2026 (LS) – Die Entwicklungen in Teheran und anderen iranischen Städten zeigen, wie sehr sich die Lage zugespitzt hat: Wachsende gesellschaftliche Unzufriedenheit, Internetausfälle, Sicherheitskräfte im Einsatz und nun auch Spionage-Vorwürfe gegenüber Iran-Regimegegnern – all das signalisiert eine innenpolitische Krise. Gleichzeitig sorgt ein Bericht über einen „Plan B“ des Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei für Spekulationen über die Stabilität des Systems.

Vorwürfe gegen angeblichen Mossad-Agenten

Iranische Staatsmedien berichteten, Sicherheitskräfte in Teheran hätten einen Mann festgenommen, den die Behörden als angeblichen „Agenten des israelischen Geheimdienstes (Mossad)“ identifiziert sehen. Laut Bericht sei der Verdächtige beim Mitmischen in laufenden Protesten erwischt worden. Er habe offen von Ausbildung, Rekrutierung und Kommunikation mit Mossad-Kontakten gesprochen, so die Darstellung der iranischen Seite.

Dieses Geständnis wurde laut Medienberichten in einem Raum gezeigt, in dem der Festgenommene gefesselt vor Waffen und Munition saß. Während Teheran solche Verhaftungen als Beweis für ausländische Einflussnahme präsentiert, betonen Kritiker, das Regime nutze solche Anschuldigungen oft zur Rechtfertigung von Repressionen. Die Proteste selbst haben sich über mehrere Tage ausgeweitet bringen laut Berichten landesweit Sicherheitskräfte auf den Plan.

Drei iranische Studenten berichteten am Sonntag gegenüber N12, Bewaffnete der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) hätten während der Proteste das Universitätsgelände betreten. „Nach iranischem Recht ist es Militär und Polizei verboten, das Universitätsgelände zu betreten, aber das Regime hat dieses Problem gelöst, indem es mehrere ‚Märtyrer‘ auf dem Universitätsgelände beerdigt hat, sodass die IRGC behaupten kann, sie schütze die Gräber der Märtyrer“, erklärten die Studenten.

Chameneis „Plan B“: Flucht nach Russland bei Regimekrise

Parallel dazu berichtete die britische Zeitung The Times über einen angeblichen „Plan B“ für Ajatollah Ali Chamenei. Demnach sieht dieser Plan vor, Chamenei und einen engen Kreis von etwa 20 Vertrauten, darunter Familienmitglieder und militärische oder politische Berater, im Falle einer eskalierenden Protestlage in die russische Haupstadt Moskau zu bringen.

Der Plan sieht auch eine Möglichkeit vor, sein riesiges Vermögensnetzwerk mitzunehmen, das laut einer von der Times zitierten Untersuchung von Reuters aus dem Jahr 2013 einen Wert von etwa 95 Milliarden US-Dollar (ca. 81 Milliarden Euro) hat. Chamenei hatte zuvor verlauten lassen, dass er „Putin bewundert, wobei die iranische Kultur der russischen Kultur ähnlich ist“, heißt es in dem Bericht.

Der von der Times veröffentlichte Plan scheint demjenigen des ehemaligen syrischen Diktators Bashar al-Assad zu ähneln, der im November 2024 nach dem Sturz seines Regimes aus Syrien nach Moskau floh.

Titelbild: Ajatollah Ali Chamenei könnte sich nach Russland absetzen. Foto: Official website of Ali Khamenei, khamenei.ir / Wikimedia Commons

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