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Israel-Syrien-Gespräche in Paris: Fortschritt, aber viele Sicherheitsfragen offen

JERUSALEM 08.01.2026 (LS) – Israels Regierung führt derzeit Gespräche mit syrischen Vertretern und den USA, um eine neue Sicherheitsregelung zu schaffen, die nach dem Sturz des syrischen Regimes und den anhaltenden Unsicherheiten an der Nordgrenze für mehr Stabilität sorgen soll. In Paris wurde eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, die die Einrichtung eines „Fusion Mechanism“ – eines Kommunikationskanals zur Koordination von Geheimdienstinformationen, militärischer Deeskalation und diplomatischer Zusammenarbeit – vorsieht. Diese Vereinbarung ist ein erster konkreter Schritt, doch viele grundlegende sicherheitsrelevante Fragen bleiben ungeklärt.

Sicherheitslage nach Assads Sturz

Nach dem Sturz von Bashar al-Assad und seinem Weggang nach Russland ist Syriens Lage tief fragmentiert, und die bisherigen Sicherheitsstrukturen entlang der Grenze waren nicht mehr verlässlich. Israel hatte darauf mit einer gezielten Zerstörung großer Teile der früheren syrischen Waffen reagiert und kontrolliert seitdem strategische Gebiete in Süd-Syrien, um die Gefahr durch iran-nahe Milizen, Hisbollah und andere feindliche Gruppen zu begrenzen. Diese Entwicklungen zeigen den Hintergrund der aktuellen Gespräche, in denen es darum geht, wie eine neue Sicherheitsarchitektur aussehen kann, die nicht nur Worte auf dem Papier ist.

Die USA haben starken Druck ausgeübt, weil sie die Gespräche als Mittel sehen, die Grenze zu stabilisieren und möglicherweise den Weg zu einer späteren diplomatischen Normalisierung zu bereiten. Die Verhandlungen verfolgen das Ziel, die südliche Region Syriens zu entmilitarisieren, den Umfang eines israelischen Rückzugs klar zu definieren und einen Mechanismus zu schaffen, der schnell auf Streitfragen reagieren kann.

Sicherheitsbedenken

Aus Sicht Israels bleiben jedoch entscheidende Differenzen bestehen. Während Washington unter „Demilitarisierung“ versteht, dass schwere Waffen und große Truppenmengen aus dem Süden Syriens verschwinden, fordert Jerusalem eine Pufferzone mit effektiver Kontrolle vor Ort, die es der Armee erlaubt, eigenständig zu handeln, zu sammeln und Bedrohungen vorzubeugen. Ein rein symbolischer Mechanismus reiche nicht aus, um die Sicherheit der israelischen Gemeinden im Norden zu gewährleisten.

Ein weiterer Konfliktpunkt ist der Schutz der dort lebenden Minderheiten, insbesondere der Drusen im Gebiet von Sweida. Israel argumentiert, es habe eine moralische und strategische Verpflichtung, diese Gemeinschaften zu schützen, was Damaskus jedoch als Eingriff in seine Souveränität ablehnt. Bei den Gesprächen in Paris wurde dieser Punkt auch formal angesprochen, was die Komplexität des Abkommens unterstreicht.

Die syrische Seite verlangt im Gegenzug einen vollständigen israelischen Abzug aus den Gebieten, die die israelische Armee nach dem Zusammenbruch des Assad-Regimes eingenommen hat, und die Wiederbelebung des alten Abkommens von 1974. Zugleich drängt Damaskus auf ein Ende israelischer Luftangriffe und eine Rückkehr zur staatlichen Kontrolle über das gesamte Land.

Trotz der offiziellen Anerkennung der Gespräche durch alle drei Parteien ist kein vollständiges Sicherheitsabkommen in Sicht. Israel sieht die Pariser Fortschritte als nützlichen Kommunikationskanal, aber keineswegs als Ersatz für effektive Kontrolle vor Ort. Sollte ein zu schneller oder schlecht durchgesetzter Deal zustande kommen, könnte das Sicherheitsrisiko für israelische Gemeinden entlang der Grenze zunehmen.

Titelbild: Israelische Soldaten beobachten Syrien vom Berg Hermon aus. Foto: Ayal Margolin/Flash90

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