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Ein Sicherheitsabkommen zwischen Israel und Syrien birgt großes Potenzial zur Ausweitung der Abraham-Abkommen

JERUSALEM, 11.01.2026 (NH) – Syrien, der nördliche Nachbar Israels, ist bis dato noch nicht Teil der durch Präsident Donald Trump ermöglichten Abraham-Abkommen. Zwar wurden wiederholt Berichte über Verhandlungen und Gespräche über eine mögliche zukünftige Beteiligung des syrischen Präsidenten Al-Julani an den besagten Verträgen veröffentlicht, doch prekäre Sicherheitsfragen bezüglich der Golanhöhen und der Grenzen beider Länder verzögern den Prozess. Inwieweit würde Syriens Teilnahme an den Abraham-Abkommen die Lage in der Region tatsächlich verändern?

Zurück zum Streitkräfteabkommen von 1974

Im vergangenen Jahr hatte der syrische Präsident Ahmad al-Shara, auch Al-Julani genannt, aufgrund der angespannten Grenze zu Israel und der sogenannten „Besetzung der Golanhöhen” einen Beitritt zu den Abraham-Abkommen abgelehnt. Zwar wurde eine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, unter amerikanischer Vermittlung den Vereinbarungen beizutreten, doch in Damaskus wird zunächst ein Ende der israelischen Angriffe sowie die Rückkehr zum Streitkräfteabkommen von 1974 gefordert. Dies ist ein Punkt, der die noch immer andauernden Verhandlungen unter regionaler und internationaler Vermittlung erschwert. Syrien fordert keinen Abzug Israels von den Golanhöhen, jedoch einen Rückzug aus den von Israel besetzten Gebieten in der Pufferzone, die unter der Kontrolle der Vereinten Nationen im Rahmen des Abkommens von 1974 zwischen Israel und Syrien stehen. Die Möglichkeit, sich auf die „Schirmherrschaft eines amerikanisch-israelisch-syrischen Trilateralverbands”, insbesondere über den syrischen Hermon, zu einigen, wird nicht ausgeschlossen. Die Vermittler sind optimistisch, es könne ein vorübergehendes Sicherheitsabkommen erwirkt werden, das den Weg für ein umfassenderes Abkommen in der Zukunft ebnet.

In Frieden mit der jüdisch-christlichen Zivilisation leben

In einem Interview mit der „Jerusalem Post“ erklärte Yechiel Leiter, der israelische Botschafter in Washington, wie groß das Potenzial sei, den gemeinsamen Mechanismus zwischen Israel, Syrien und den USA auszuweiten. Leitner sieht keinen Grund, Syrien nicht in die Abraham-Abkommen aufzunehmen, es sei denn, die syrische Armee plant, dschihadistische Elemente innerhalb ihrer Reihen zu stärken. Sollten die israelischen Streitkräfte Südsyrien verlassen, dürfe keine Bedrohung durch solche dschihadistischen Kräfte den jüdischen Staat und dessen Grenzen gefährden. Dies ist eine der Sorgen, die den israelischen Sicherheitsapparat derzeit beschäftigen.

Leiter erklärt, das Abkommen würde nicht nur den Dialog, sondern auch den Geheimdienstaustausch zwischen Israel und Syrien ermöglichen. Der Botschafter hebt jedoch hervor, dass die Abraham-Abkommen in erster Linie ein Sieg für die Reformer im Islam sind. „Diese Reformation bedeutet, sich von der Vorstellung zu lösen, dass ein Kalifat die Welt regieren muss. So wird ein Islam gefördert, der Seite an Seite mit der westlichen Zivilisation steht, statt sie zu besiegen.“ „Als wir die Abraham-Abkommen 2019/20 unter Trump unterzeichneten, war das ein Sieg für diejenigen, die sagen: ‚Wir können in Frieden mit der jüdisch-christlichen Zivilisation leben.‘ Und wissen Sie, wie wir das beweisen werden? Indem wir in Frieden mit Israel leben“, so Leitner. Eine solche Anerkennung der jüdisch-christlichen Zivilisation würde auch einen Schutz für Minderheiten in Syrien bedeuten, beispielsweise für die Drusen-Gemeinschaft in Sweida.

Der langjährige israelische Slogan „Frieden wird mit Frieden beantwortet” könnte bei einem Eintritt Syriens in die Abraham-Abkommen wiederbelebt werden.

Titelbild: Bei der Unterzeichnungszeremonie der Abraham-Abkommens im Weißen Haus in Washington am 15. September 2020 sind der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der US-amerikanische Präsident Donald Trump, der Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Abdullah bin Zayed Al Nahyan (rechts), und der bahrainische Außenminister Abdullatif bin Rashid Al-Zayani (links) zu sehen. Foto: Avi Ohayon/GPO

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