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Hamas fordert, 10.000 ihrer Sicherheitskräfte in die neue Regierung Gazas zu integrieren

JERUSALEM, 28.01.2026 (NH) – Laut der internationalen Nachrichtenagentur Reuters hat die Terrororganisation Hamas in Gaza gefordert, 10.000 ihrer „Polizisten” in den neuen palästinensischen Regierungsapparat der Enklave zu integrieren. Während die USA die Forderung augenscheinlich unterstützen, wird Israel einem solchen Schritt voraussichtlich nicht zustimmen.

Gemäß Trumps 20-Punkte-Plan ist mit der Rückkehr der sterblichen Überreste der letzten Geisel Ran Gvili aus Gaza nun der Übergang zu Phase B des Abkommens geplant. Mit Beginn des neuen Abschnitts werden sich die Kämpfe um die Zukunft der Enklave offenbar zuspitzen.

Entscheidende Phase der Entmilitarisierung Gazas

In der zweiten Phase des Trump-Abkommens steht vor allem die Entmilitarisierung der Hamas im Mittelpunkt. Diese soll ihre Macht in der Enklave schrittweise an ein palästinensisches technokratisches Gremium (NCAG) übergeben. Das Komitee wird sowohl unter amerikanischer Aufsicht stehen als auch mit internationaler Beteiligung agieren.

Wie zu erwarten war, lehnt die Hamas die US-amerikanische Klausel einer vollständigen Entwaffnung ab und versucht, ihren Einfluss auf die zivilen Sicherheitskräfte im Gazastreifen zu behalten. So appellierte die Terrorgruppe an die arabischen Vermittler, den Beitritt von Zehntausenden Terroristen zu einer zukünftigen Polizeitruppe zu genehmigen.

Laut Zahlen der Hamas hatte sie am Vorabend des 7. Oktobers 2023 mehr als 18.000 Polizisten in ihren Sicherheitsapparaten. 2.700 der „Sicherheitskräfte” wurden im Krieg getötet, sodass etwa 15.300 Hamas-Akteure übrigblieben.

Die Hamas zeigt Überlebenswillen

Doch trotz des klaren Trump-Ultimatums scheint die Terrororganisation einen massiven Überlebenswillen zu entwickeln. Sie behauptet, die in ihrem Besitz befindlichen Waffen seien ein „Mittel zur Selbstverteidigung”. Zudem lehnt die de-facto-Hamas-Regierung in Gaza ab, den Wiederaufbau der Enklave mit der geplanten Abrüstung zu verknüpfen.

Im Zuge der Reportage veröffentlichte Reuters ein internes Schreiben der Hamas, in dem die Terror-Regierung mehr als 40.000 „Beamte und Sicherheitskräfte” zur Zusammenarbeit mit dem neuen Verwaltungsausschuss aufrief. Die Hamas hat ihren Akteuren versprochen, ihnen eine Position in der zukünftigen Regierung zu erwirken. Das zukünftige Gaza-Managementkomitee sollte jedoch frei von jeglichem Einfluss der Hamas sein. Es scheint, dass die Terrorgruppe ihre Macht hinter den Kulissen um jeden Preis bewahren will und weiterhin versuchen wird, ihre Terroristen in offizielle Apparate einzubinden.

Das Büro des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu gab noch keine Stellungnahme zu dem komplexen Thema ab.

Titelbild: Übergabe israelischer Geiseln durch die Al-Qassam-Brigaden im Rahmen des Waffenstillstandsabkommens zwischen Israel und der Hamas am 15. Februar 2025 in Khan Yunis an das Rote Kreuz. Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90

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