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Netanjahu reist für Gespräche über den Iran nach Washington – Israel könnte einen unilateralen Angriff auf Irans Raketenarsenal durchführen

JERUSALEM 09.02.2026 (LS) – Premierminister Benjamin Netanjahu soll am Mittwoch in Washington mit US-Präsident Donald Trump zusammentreffen, um sicherzustellen, dass die laufenden Verhandlungen mit dem Iran auch die Themen ballistische Raketen und Unterstützung regionaler Stellvertreter umfassen. Zeitgleich warnt Israel aus sicherheitsrelevanten Kreisen davor, der jüdische Staat könnte unabhängig von Washington operieren, falls der Iran eine von Jerusalem definierte rote Linie bei seinem Raketenprogramm überschreitet.

Treffen mit Trump: Raketen, Atomfragen und Stellvertreter

Netanjahu und Trump werden in Washington die aktuelle Lage in Bezug auf den Iran besprechen. Netanjahus Büro erklärte, jede Vereinbarung mit Teheran dürfe nicht nur das iranische Atomprogramm betreffen, sondern müsse ausdrücklich auch Beschränkungen für das ballistische Raketenprogramm enthalten und außerdem ein Ende der Unterstützung für sogenannte Proxy-Gruppen wie die Hisbollah umfassen.

Das Treffen findet statt, während die USA und der Iran eine zweite Runde von Atomgesprächen planen, die möglicherweise schon in den nächsten Tagen stattfinden wird.

Washington und Teheran hielten am Freitag den ersten Tag hochrangiger Gespräche in Oman ab. Im Mittelpunkt der Gespräche stand das iranische Atomprogramm. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte später, sein Land werde sein Recht auf Urananreicherung nicht aufgeben. Die Produktion ballistischer Raketen durch den Iran wurde laut Quellen nicht diskutiert.

Israels Warnung: Unilaterale Optionen bei Überschreitung einer roten Linie

Parallel zu den diplomatischen Gesprächen hat Israel den USA wiederholt klargemacht, dass Teherans Raketenprogramm als existenzielle Bedrohung betrachtet wird und Israel im Extremfall auch ohne amerikanische Unterstützung operieren könnte. Israel habe dies Washington laut Sicherheitskreisen deutlich gemacht. „Wir haben den Amerikanern gesagt, wir werden allein zuschlagen, wenn Iran die rote Linie überschreitet, die wir bei ballistischen Raketen gezogen haben.“ Bisher habe der Iran diesen Schwellenwert noch nicht erreicht, aber die Entwicklungen würden kontinuierlich überwacht.

In hochrangigen Gesprächen sollen auch operative Konzepte zur Schwächung der iranischen Raketenfähigkeiten und der damit verbundenen Produktionsinfrastruktur zur Sprache gekommen sein. Israel betont, sich alle Optionen offenzuhalten, um eine zukünftige Bedrohung durch ein ausgedehntes Raketenarsenal zu verhindern.

Ein israelischer Verteidigungsvertreter bezeichnete den aktuellen Moment als „historische Chance“, um der iranischen Raketeninfrastruktur einen schweren Schlag zu versetzen und aktive Bedrohungen für Israel und seine Nachbarstaaten zu neutralisieren.

Titelbild: US-Präsident Donald Trump mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu während einer Sondersitzung zu Ehren von Präsident Trump in der Knesset am 13. Oktober 2025. Foto: Yonatan Sindel/Flash90

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