
Herzog verurteilt „Globalize the Intifada“-Rufe bei Protesten in Sydney
JERUSALEM 10.02.2026 (LS) – Israels Präsident Isaac Herzog hat während seines offiziellen viertägigen Besuchs in Australien an mehreren Veranstaltungen in Sydney teilgenommen, darunter an einer Gedenkfeier für die Opfer des Terroranschlags am Bondi Beach. In der Stadt und landesweit kam es zu Protesten gegen seine Visite.
Herzog verurteilt Parolen als antisemitisch und gewalttätig
Bei einer Kundgebung riefen Demonstranten anti-israelische Parolen, darunter „Globalize the Intifada“ („Globalisiert die Intifada“). Herzog wies diesen Ruf als Ausdruck von Judenhass und wachsendem Antisemitismus zurück und verband ihn mit gewalttätigem Extremismus.
Beim „Evening of Light and Solidarity“-Event – einer Veranstaltung für die jüdische Gemeinschaft in Sydney – sprach Herzog über die Verbindung zwischen antisemitischen Parolen und konkreter Gewalt. Er erklärte, durch Rufe wie „Globalize the Intifada“ breiteten sich anti-jüdische Ressentiments aus und werde Gewalt legitimiert. Das sei in den Angriffen auf jüdische Orte und Gemeinden weltweit sichtbar geworden. In seiner Rede verknüpfte er diese Parolen mit einem „globalen Antisemitismus“, der nicht nur in Australien, sondern international beobachtbar sei.
„Der Hass, der den Schussangriff in Bondi ausgelöst hat, ist derselbe uralte Antisemitismus, unter dem schon unsere Eltern und Großeltern gelitten haben“, erklärte Herzog vor schätzungsweise 4.000 Menschen im TikTok Entertainment Center während einer Gedenkfeier für die Opfer des Bondi-Terroranschlags.
Proteste und gesellschaftliche Spannungen in Australien
Währenddessen versammelten sich Tausende Demonstranten im zentralen Geschäftsviertel Sydneys, um gegen Herzogs Besuch zu protestieren. Einige von ihnen trugen palästinensische Flaggen, skandierten Slogans gegen Israel und wiederholten „Globalize the Intifada“, obwohl neue Polizeibestimmungen diese Parole in bestimmten Kontexten verhindern sollten. Die Polizei setzte Pfefferspray und Tränengas ein, um die Menge auseinanderzuhalten, als einige Teilnehmer versuchten, Barrikaden zu durchbrechen oder trotz gerichtlicher Einschränkungen weiterzuziehen. Mehrere Personen wurden festgenommen.
Die Website News.com.au berichtete, dass die ehemalige „Australierin des Jahres“ Grace Tame die Demonstranten in einem „Globalize the Intifada“-Sprechchor anführte. „Wir müssen weiter mobilisieren, und wir müssen weiter globalisieren“, rief Tame. „Sagt es mit mir: Von Gadigal [Aborigine-Land in Sydney] bis Gaza, globalisiert die Intifada.“ Die Proteste gegen Herzogs Besuch erstreckten sich über mehrere Städte, darunter Sydney, Melbourne und Brisbane, und spiegeln eine tiefe Spaltung im öffentlichen Diskurs wider.
Trotz Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten konnten diese sowohl von Herzogs Hotel in der Innenstadt als auch von der Route seiner Autokolonne ferngehalten werden. Rund 3.500 Polizisten wurden zum Schutz des israelischen Präsidenten eingesetzt.
Titelbild: Der israelische Präsident Isaac Herzog nimmt am 21. Dezember 2025, eine Woche nach dem Terroranschlag am Bondi Beach, im Gebäude der World Zionist Organization (WZO) an einer Zeremonie der jüdischen Gemeinde während der Chanukka-Feierlichkeiten teil. Foto: Yonatan Sindel/Flash90