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USA bestellen 30 000-Pfund-„Bunker-Buster“-Bomben angesichts wachsender Spannungen mit Iran

JERUSALEM 17.02.2026 (LS) – Angesichts steigender Spannungen zwischen den USA und Iran hat die US-Luftwaffe einen Sole-Source-Vertrag mit dem Flugzeugbauer Boeing abgeschlossen, um ihr Arsenal der gigantischen GBU-57-Bomben wieder aufzufüllen. Die Entscheidung fiel, nachdem bei „Operation Midnight Hammer“ im Juni mehrere dieser Bomben gegen iranische nukleare Anlagen abgeworfen wurden, und soll die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte sicherstellen.

Vertrag zur Auffüllung des Munitionsbestands

Die US-Luftwaffe vergab den Auftrag ausschließlich an Boeing, da das Unternehmen der einzige Hersteller der 30 000-Pfund-„Massive Ordnance Penetrator“ (MOP)-Bomben ist. In einer teilweise geschwärzten Begründung hieß es, diese Maßnahme sei „kritisch notwendig“, um die Bestände wieder aufzufüllen, die bei der Operation verbraucht wurden. Ein Wettbewerb mit anderen Herstellern würde zu unzumutbaren Verzögerungen führen.

Die genaue Anzahl der gekauften BGU-57 und die Kosten des Vertrags sowie die Liefertermine wurden nicht veröffentlicht.

Die GBU-57 ist eine präzisionsgelenkte Bombe mit einem Gewicht von etwa 13 600 Kilogramm und einer Länge von über sechs Metern. Sie wurde entwickelt, um stark geschützte unterirdische Anlagen wie Bunker, Kommandozentralen oder auch Kernanlagen zu zerstören. Laut Luftwaffen-Faktenblatt kann sie bis zu rund 60 Meter Erde oder 18 Meter verstärkten Beton durchdringen, bevor sie detoniert.

Operation Midnight Hammer

Die „Operation Midnight Hammer“, die im Juni 2025 auf tief unterirdisch gelegene iranische Nuklearanlagen abzielte, war der erste Kampfeinsatz der MOP. Während der Operation warfen sieben B-2 Spirit-Bomber 14 GBU-57 auf Ziele in Fordow, Natanz und Isfahan ab – Orte, die seit langem im Verdacht standen, wichtige Komponenten des iranischen Nuklearprogramms zu beherbergen.

Während Vertreter der US-Regierung die Mission als Erfolg werteten, kamen unabhängige Bewertungen zu gemischten Ergebnissen. Fordow soll schwer beschädigt worden sein, aber Natanz und Isfahan könnten sich schneller als erwartet erholen. Die Operation zeigte sowohl die Stärken als auch die Grenzen der MOP auf, insbesondere ihre enorme Größe sowie ihre eingeschränkte Kompatibilität mit Flugzeugen und die Herausforderung, extrem gehärtete Ziele zu durchdringen.

Die Entscheidung zur Wiederbeschaffung der mächtigen GBU-57-Bomben zeigt, dass Washington weiterhin sicherstellt, über die nötigen konventionellen Kapazitäten zu verfügen, um tiefgehende, schwer zugängliche Ziele im Ernstfall zu bekämpfen.

Titelbild: B-2-Bomber wirft während eines Tests eine GBU-57 ab. Foto: US AIR FORCE

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