
Hamas-Terroristen in Ägypten: Neue Sicherheitsbedrohung für die Region und Europa
JERUSALEM 24.02.2026 (LS) – Im Zuge der letzten Phase des Waffenstillstands- und Geiselabkommens zwischen Israel und der Terrororganisation Hamas sind auch einige freigelassene palästinensische Gefangene nach Ägypten überstellt worden. Diese Entscheidung hat in sicherheits- und außenpolitischen Kreisen Besorgnis ausgelöst, weil sie nicht nur lokale Stabilität in Frage stellt, sondern auch Risiken für die weitere Region und europäische Länder bergen könnte.
Neue Gefahr durch freigelassene Terroristen
Die frühere stellvertretende israelische Botschafterin in Kairo, Ruth Wasserman-Lande, warnte im Gespräch mit der Jerusalem Post, die nun in Ägypten lebenden Hamas-Terroristen könnten „eine neue Sicherheitsbedrohung“ darstellen. Sie erklärte, es gebe Befürchtungen, dass sie versuchen könnten, neue Zellen entlang der Grenze zu Israel zu bilden, ähnlich wie früher im Libanon. „Palästinenser waren dafür bekannt, dies im Libanon, in Kuwait und in Tunesien zu tun“, so Wasserman-Lande.
Sie erklärte weiter, Ägyptens Geheimdienst sei „sehr, sehr wachsam gegenüber jedem Palästinenser, insbesondere denen, die in israelischen Gefängnissen waren, weil sie offensichtlich irgendeine Art von Terrorakt begangen haben“. Die ägyptischen Sicherheitskräfte seien sich der Risiken bewusst und „werden jeden Schritt überwachen“.
Doch Wasserman-Lande äußerte zugleich Skepsis, ob Ägypten die Terroristen tatsächlich dauerhaft aufnehmen wird. Sie erklärte: „Ich bin nicht einmal sicher, dass sie sie nicht zurück in den Gazastreifen schicken“, allein aus dem Wunsch heraus, ägyptisches Territorium vor ihrem Einfluss zu schützen.
Sicherheitsbedenken für den Westen
Die Sorge ist nicht nur lokal begrenzt. Fachleute für Sicherheitspolitik beobachten seit einiger Zeit, dass die Hamas versucht, ihre Aktivitäten auch außerhalb des Gazastreifens zu verlagern. Laut einem Bericht über internationale Hamas-Operationen warnen Geheimdienste davor, die Hamas-Netzwerke könnten auch in Europa wachsen, um dort Anschläge vorzubereiten oder Unterstützer zu mobilisieren.
Wasserman-Lande betonte, es bestehe ein erhebliches Risiko, dass Terroristen aufgrund fehlender Überprüfungen im Westen unentdeckt bleiben könnten. „Ich denke, Europa ist einfach nicht vorbereitet, und zwar nicht nur auf die Palästinenser, die Ägypten verlassen werden, sondern ganz allgemein auf das, was es bereits mit offenen Armen aufgenommen hat“. Zumindest, so meint sie, „haben sie bereits damit begonnen, Fragen der Einwanderung zu prüfen, zwar nicht alle, aber einige davon. Man braucht keinen israelischen Analysten, um dies [als Problem] zu erkennen; das ist bereits sehr offensichtlich.“
Israelische Behörden haben europäische Länder in der Vergangenheit bereits über ein wachsendes Netzwerk von Hamas-Aktivisten gewarnt.
Titelbild: Die von Israel entlassenen Terroristen werden von Palästinensern als Helden gefeiert. Foto: Flash90