
Netanjahu warnt Iran vor „unvorstellbarer Kraft“, während Moskau Teherans Luftabwehr stärkt
JERUSALEM, 24.02.2026 (NH) – Die Sicherheitslage im Nahen Osten verschärft sich weiter. Während Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Montagabend im Parlament eine eindringliche Warnung an Teheran richtete, werden zugleich Details eines umfangreichen Rüstungsgeschäfts zwischen dem Iran und Russland bekannt. Der Deal soll die Luftverteidigung der Islamischen Republik deutlich stärken.
Geschlossenheit und Gottvertrauen in der Knesset
In einer von der Opposition einberufenen Sondersitzung der Knesset formulierte Netanjahu eine der schärfsten Botschaften der vergangenen Monate an das iranische Regime. Ein Angriff auf Israel wäre der „schwerste Fehler ihrer Geschichte“, erklärte er. Israel werde in einem solchen Fall mit einer „Kraft antworten, die sie sich nicht einmal vorstellen können“. Der Premierminister betonte, Israel sei heute stärker denn je. Besonders hob er die strategische Allianz mit den Vereinigten Staaten hervor und sprach von einem historischen Höhepunkt in den bilateralen Beziehungen. Zugleich appellierte er an die nationale Geschlossenheit: „Wir leben in komplexen Zeiten und sind auf jedes Szenario vorbereitet. Das ist nicht die Zeit für Debatten.“ Mit Blick auf das bevorstehende Purim-Fest zog Netanjahu einen historischen Vergleich: Wie einst vor der Rettung des jüdischen Volkes müsse man auch heute „die Reihen schließen und Schulter an Schulter stehen“. Besonders auffällig war dabei sein religiöser Bezug. „Ich vertraue auf unsere Stärke und unsere Kämpfer, denn gemeinsam erreichen wir Großes. Wir werden zusammenstehen – und mit Gottes Hilfe die Ewigkeit Israels sichern“, erklärte er.
Trotz scharfer innenpolitischer Auseinandersetzungen signalisierte Oppositionsführer Yair Lapid für den Fall einer militärischen Konfrontation mit dem Iran Unterstützung. Politische Differenzen müssten dann „tiefgefroren“ werden, um gemeinsam gegen das Ajatollah-Regime vorzugehen.
500-Millionen-Euro-Deal: Moskau stärkt Irans Luftabwehr
Parallel zu Netanjahus Warnungen verdichten sich Berichte über eine massive militärische Aufrüstung des Iran durch Moskau. Nach durchgesickerten Dokumenten soll Teheran im Dezember ein geheimes Rüstungsgeschäft im Wert von rund 500 Millionen Euro in Moskau unterzeichnet haben. Vorgesehen ist demnach die Lieferung von 500 mobilen „Verba“-Starteinheiten sowie 2.500 modernen 9M336-Raketen innerhalb der kommenden drei Jahre. Die schultergestützten Infrarot-Systeme gelten als effektiv gegen Marschflugkörper, Drohnen und tieffliegende Flugzeuge.
Ziel des Abkommens ist offenbar der Wiederaufbau der iranischen Luftabwehr, die bei israelischen Luftschlägen im vergangenen Juni während der Operation „Am KeLavi“ erheblich beschädigt worden war. Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass das neue Arsenal das strategische Gleichgewicht gegenüber Israels hochmoderner Luftwaffe nicht grundlegend verschieben dürfte. Dennoch könnten künftige Spezialoperationen komplizierter werden und ein möglicher Konflikt deutlich länger andauern. Beobachter werten den Deal zudem als geopolitisches Signal: Moskau festigt seine Beziehungen zu Teheran als strategischem Partner – insbesondere nachdem Russland während der Eskalation im Juni weitgehend zurückhaltend agiert hatte.
Titelbild: Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei einer Debatte im Plenarsaal der Knesset in Jerusalem am 23. Februar 2026. Foto: Yonatan Sindel/Flash90