zurück zu Aktuelles

Vorschlag internationaler Vermittler an Hamas: schrittweise Abgabe der Waffen

JERUSALEM 22.03.2026 (LS) – Internationale Vermittler haben der Hamas einen neuen Plan vorgelegt, der eine schrittweise Entwaffnung der Terrororganisation über mehrere Monate vorsieht. Ziel ist es, die Kontrolle über den Gazastreifen neu zu ordnen und die militärische Macht der Hamas langfristig zu beenden.

Nach Angaben aus diplomatischen Kreisen wurde der Vorschlag in Kairo präsentiert. Er sieht vor, dass nicht nur die Hamas, sondern alle bewaffneten Gruppen im Gazastreifen ihre Waffen nach und nach abgeben. Im Zentrum steht die Forderung, dass die militärischen Fähigkeiten der Hamas letztendlich vollständig abgebaut werden.

Schrittweise Entwaffnung über mehrere Monate

Dem Vorschlag zufolge soll die Hamas innerhalb von 90 Tagen zunächst ihre schweren Waffen abgeben, darunter Raketen und Abschussvorrichtungen. Zusätzlich wird verlangt, dass die Terrororganisation Karten ihres weit verzweigten Tunnelsystems übergibt.

Für leichtere Waffen ist ein längerer Zeitrahmen vorgesehen. Ein sogenanntes „Rückkaufprogramm“ soll Kämpfer dazu bewegen, ihre persönlichen Waffen gegen Geld oder Arbeitsangebote abzugeben. Die Waffen sollen anschließend einer neu aufzubauenden palästinensischen Polizeitruppe übergeben werden, die künftig für Sicherheit im Gazastreifen verantwortlich sein soll. Palästinenser, die zuvor als Beamte der Hamas tätig waren, dürfen sich bei der neuen Polizei bewerben, müssen sich jedoch einer israelischen Sicherheitsüberprüfung unterziehen, um zugelassen zu werden.

Nach Angaben von Diplomaten hat die Hamas in Gesprächen Bereitschaft signalisiert, ihre schweren Waffen abzugeben. Gleichzeitig besteht sie jedoch darauf, leichtere Waffen zu behalten, die sie als notwendig für „Selbstverteidigung“ bezeichnet.

Israel skeptisch gegenüber schrittweisem Modell

Israel hat in der Vergangenheit eine vollständige und sofortige Entwaffnung der Hamas gefordert. Ein gestaffelter Ansatz wurde lange kritisch gesehen, da er der Organisation Zeit geben könnte, ihre Strukturen anzupassen oder Teile ihres Arsenals zu verstecken.

Dennoch gab es laut Bericht bei der Vorlage des Plans durch Vermittler keinen offenen Widerstand von israelischer Seite. Die Vermittler hoffen, dass die Hamas in den kommenden Tagen auf den Vorschlag reagiert. Ein arabischer Diplomat äußerte jedoch die Vermutung, die Terrororganisation werde ein Gegenangebot unterbreiten. Dies würde den Prozess weiter in die Länge ziehen.

Nickolay Mladenov, der ehemalige UN-Diplomat, der mit der Umsetzung des Plans von US-Präsident Donald Trump für den Wiederaufbau des Gazastreifens nach dem Krieg beauftragt ist, erklärte, alle an der Vermittlung des Waffenstillstands beteiligten Länder hätten sich auf einen „Rahmen“ geeinigt. Er erklärte jedoch, dass die Umsetzung des Rahmens „eine klare Entscheidung erfordert: die vollständige Entwaffnung der Hamas und aller bewaffneten Gruppen, ohne Ausnahmen und ohne Sonderregelungen.“

Titelbild: Hamas-Polizeikräfte patrouillieren in den Straßen Gazas. Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90

Weitere News aus dem Heiligen Land