
Israel weitet Offensive im Libanon aus – Ziel: Hisbollah bis zum Litani-Fluss zurückdrängen
JERUSALEM 25.03.2026 (LS) – Israel hat eine Ausweitung seiner Boden- und Luftoperationen im Libanon bekanntgegeben. Nach Angaben der israelischen Streitkräfte (IDF) wurde im Südlibanon eine neue Sicherheitszone definiert, die schrittweise unter israelische Kontrolle gebracht werden soll. Diese Zone reicht nach militärischen Planungen bis zum Litani-Fluss und gilt als strategisches Ziel der laufenden Operation.
Die Offensive erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Raketenangriffe der Hisbollah auf israelisches Gebiet. Israel reagiert darauf mit einer Kombination aus Bodentruppen und intensiven Luftschlägen.
Ziel: Hisbollah aus Grenzregion verdrängen
Der Süden Libanons ist seit Jahren die zentrale Aufmarschbasis der Hisbollah. Von dort aus werden immer wieder Raketen auf israelische Städte abgefeuert.
Mit der aktuellen Offensive verfolgt die Armee das Ziel, diese Bedrohung strukturell zu beseitigen. Die Hisbollah soll aus dem Gebiet südlich des Litani-Flusses zurückgedrängt werden, um eine größere Distanz zwischen ihren Kräften und der israelischen Grenze zu schaffen.
Militärische Quellen betonen, es handele sich nicht um eine kurzfristige Operation, sondern um einen strategischen Schritt mit langfristiger sicherheitspolitischer Bedeutung. Der Litani-Fluss gilt dabei als natürliche Linie, hinter die sich die Hisbollah zurückziehen müsste. Verteidigungsminister Israel Katz hatte die libanesische Regierung zuvor gewarnt, sie werde Gebiete verlieren, sollte sie die Hisbollah nicht entwaffnen. Er erklärte, die Streitkräfte würden eine „vorwärtsgerichtete Verteidigungslinie“ errichten und von der Hisbollah genutzte Infrastruktur zerstören, darunter Häuser, die er als „Terroristenstützpunkte“ bezeichnete.
Angriffe auf wirtschaftliche Strukturen der Hisbollah
Parallel zu den Bodenkämpfen hat die israelische Luftwaffe ihre Angriffe im gesamten Libanon ausgeweitet. Neben militärischen Zielen werden gezielt Einrichtungen angegriffen, die als finanzielle Lebensader der Hisbollah gelten.
Dazu gehören unter anderem Tankstellen und Treibstoffdepots, die laut israelischen Angaben von der Organisation kontrolliert oder genutzt werden. Die Einnahmen aus diesen Strukturen fließen direkt in militärische Aktivitäten. „Die Tankstellen bringen der Hisbollah Einnahmen in Millionenhöhe ein, finanzieren ihre Operationen und sind ein weiteres Beispiel dafür, wie die Hisbollah die libanesische Zivilbevölkerung ausbeutet, während sie unter ziviler Tarnung operiert, um terroristische Aktivitäten voranzutreiben“, erklärte das Militär.
Mit dieser Strategie versucht Israel, nicht nur die militärischen Fähigkeiten der Hisbollah zu schwächen, sondern auch ihre wirtschaftliche Grundlage zu untergraben. Ziel ist es, die Organisation langfristig zu destabilisieren und ihre Fähigkeit zur Kriegsführung einzuschränken.
Die Kombination aus territorialem Druck im Süden des Libanon und gezielten Angriffen auf die Infrastruktur zeigt, dass Israel den Konflikt im Norden auf eine neue Ebene hebt – mit dem erklärten Ziel, die Bedrohung durch die Hisbollah nachhaltig zu reduzieren.
Titelbild: An der Grenze zum Libanon machen sich israelische Soldaten für den Einsatz bereit. Foto: Michael Giladi/Flash90