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Israel warnt vor dem jüdischen Pessachfest vor erhöhter weltweiter Terrorgefahr gegen jüdische Ziele

JERUSALEM 26.03.2026 (LS) – Israels Nationaler Sicherheitsrat hat vor dem bevorstehenden Pessachfest eine ungewöhnlich deutliche Warnung ausgesprochen: Aufgrund des Krieges mit dem Iran steigt die Gefahr von Anschlägen gegen Israelis und jüdische Einrichtungen weltweit erheblich an.

Die Behörden rufen Israelis im Ausland dazu auf, „erhöhte Vorsicht walten zu lassen“. Die Warnung erfolgt vor dem Hintergrund einer insgesamt verschärften Bedrohungslage. Sicherheitskreise gehen davon aus, dass der Iran derzeit mit „erhöhter Motivation“ versucht, Angriffe im Ausland durchzuführen – auch mithilfe lokaler Netzwerke und Stellvertretergruppen.

Jüdische Veranstaltungen im Ausland im Fokus

Nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden könnten insbesondere jüdische Einrichtungen, Synagogen und Feiertagsveranstaltungen ins Visier geraten. Israelis im Ausland wurden ausdrücklich gewarnt, Veranstaltungen zu meiden, die nicht ausreichend gesichert sind oder in offenen Bereichen stattfinden. Der Iran ist seit Jahren für zahlreiche Terroranschläge und Anschlagsversuche auf israelische und jüdische Ziele weltweit verantwortlich, wobei er sein globales Netzwerk aus Agenten und Stellvertretern nutzt. Man befürchtet, dass diese Aktivitäten im Zuge des Krieges und vor allem während der bevorstehenden jüdischen Feiertage Pessach und Shawuot verstärkt werden.

Die Warnung steht auch im Zusammenhang mit jüngsten Vorfällen, bei denen antisemitische Angriffe in Europa und Nordamerika untersucht werden, teilweise mit möglichen Verbindungen zum Iran. In den vergangenen zwei Wochen kam es zu Angriffen auf Synagogen in Lüttich (Belgien) und in der niederländischen Stadt Rotterdam sowie auf eine jüdische Schule in Amsterdam. In Großbritannien leiteten Beamte der Terrorismusbekämpfung Ermittlungen ein, nachdem vier Krankenwagen der jüdischen Gemeinde in Brand gesetzt wurden.

Konkrete Empfehlungen für Reisende

Der Nationale Sicherheitsrat veröffentlichte zudem konkrete Hinweise für Israelis, die während der Feiertage ins Ausland reisen. Dazu gehört die Empfehlung, möglichst nur über den Flughafen Ben Gurion ein- und auszureisen.

Wer alternative Routen über Jordanien oder Ägypten plant, sollte die Flughäfen Taba und Aqaba nutzen und diese Länder nicht länger als nötig betreten. Reisen in den Sinai – normalerweise ein beliebtes Ziel für Israelis – werden derzeit ausdrücklich nicht empfohlen. Was Reisen in Länder in der Nähe des Iran betrifft, wie Aserbaidschan, Georgien, die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate und andere Golfstaaten, riet der Nationale Sicherheitsrat davon ab, an Veranstaltungen oder Festivitäten „an Orten teilzunehmen, die mit Israel oder Juden in Verbindung gebracht werden, da zu befürchten ist, dass diese zum Ziel“ von Angriffen durch den Iran oder dessen Stellvertreter werden könnten. Zudem rufen die Behörden dazu auf, keine Echtzeit-Informationen über Aufenthaltsorte in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen.

Titelbild: Reisende am Ben-Gurion-Flughafen. Foto: Avshalom Sassoni/Flash90

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