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Pessach in Israel: Geschichte, Gebot und Gegenwart

JERUSALEM 01.04.2026 (LS) – Das siebentägige jüdische Passahfest (Pessach) wird im Frühling gefeiert. Es beginnt dieses Jahr am Abend des 1. April und dauert sieben Tage (acht Tage außerhalb Israels). Pessach erinnert an die Befreiung der Israeliten aus der Sklaverei im alten Ägypten. Der Feiertag wird durch den Verzicht auf Gesäuertes und die Seder-Mahlzeit mit der Erzählung der Geschichte des Exodus begangen.

Auf Hebräisch bedeutet Pessach „vorübergehen“, da Gott am ersten Pessach-Vorabend die jüdischen Häuser verschonte, als er die ägyptischen Erstgeborenen tötete.

Die Geschichte des Passahfestes

Wie in der Bibel berichtet wird, sah Gott nach vielen Jahrzehnten der Sklaverei unter den ägyptischen Pharaonen, in denen die Israeliten zermürbender Arbeit und unerträglichen Grausamkeiten ausgesetzt waren, die Not des Volkes und sandte Mose mit einer Botschaft zu Pharao: „Lass mein Volk ziehen, damit es mir dienen kann.“ Doch Pharao weigerte sich. Daraufhin sandte Gott zehn verheerende Plagen über Ägypten, die das Volk heimsuchten und alles zerstörten, vom Vieh bis zu den Ernten.

Schließlich ließ Gott die letzte der zehn Plagen über die Ägypter kommen und tötete alle ihre Erstgeborenen. Dabei verschonte Gott die Kinder Israels und „ging an ihren Häusern vorüber“. Der Widerstand des Pharaos war gebrochen und seine ehemaligen Sklaven verließen das Land. Die Israeliten brachen in solcher Eile auf, dass das Brot, das sie als Proviant für den Weg gebacken hatten, keine Zeit hatte, aufzugehen (deshalb essen wir heute Matze).

Pessach-Feiertage

Der erste Tag und der letzte Tag der Pessachwoche (wobei letzterer an die Teilung des Roten Meeres erinnert) sind „volle“ Feiertage. So zündet man abends Festkerzen an, spricht den „Kiddusch“ (Segen über einen Becher Wein) und genießt üppige Festmahlzeiten. Es gelten alle Regeln eines jüdischen Feiertages. Man verrichtet unter anderem keine Arbeit und schaltet keine elektrischen Geräte ein oder aus. Die mittleren fünf Tage werden „Chol Hamoed“ genannt. Das sind halbfestliche „Zwischentage“, an denen die meisten Arten von Arbeit erlaubt sind. Das Verbot von Gesäuertem („Chametz“) gilt über die gesamte Pessachwoche.

Matzah anstelle von Chametz

Zum Gedenken an das ungesäuerte Brot, das die Israeliten aßen, als sie Ägypten verließen, essen wir vom Mittag des Tages vor dem Pessachfest bis zum Ende des Festes kein Chametz und bewahren auch keines in unserem Besitz auf. Chametz ist gesäuertes Getreide. Jedes Essen oder Getränk, das Gesäuertes enthält, zählt als Chametz. Dazu gehören Brot, Kuchen, Kekse, Müsli, Nudeln und die meisten alkoholischen Getränke. Darüber hinaus könnte fast jedes verarbeitete Lebensmittel oder Getränk Chametz enthalten, sofern es nicht speziell als „Koscher für Pessach“ ausgewiesen ist. Anstelle von Brot essen Juden an Pessach „Matzah“ aus ungesäuertem Teig. Es ist ein Gebot, am Sederabend Matzah zu essen.

Pessach-Sederabend

Der Höhepunkt des Festes ist der „Seder“ am ersten Pessachabend. Der Seder ist ein familienorientiertes Festmahl, das reich an Traditionen und Liturgien ist. Die Kernpunkte des Seders sind:

  • Das Essen von Matze
  • Der Verzehr von bitteren Kräutern – zum Gedenken an die bittere Sklaverei, die die Israeliten erdulden mussten
  • Das Trinken von vier Bechern Wein oder Traubensaft, um die gewonnene Freiheit zu feiern
  • Das Vorlesen der „Haggada“, einer Liturgie, die die Geschichte des Auszugs aus Ägypten detailliert beschreibt. Die Haggada ist die Erfüllung der biblischen Verpflichtung, unseren Kindern in der Nacht des Passahfestes die Geschichte des Auszugs zu erzählen.           
Befreiung und Sieg

Da Pessach der Feiertag der Freiheit für das jüdische Volk ist, passt die Stimmung zu dieser Zeit sehr gut zur aktuellen Lage des Landes.

Das Volk hofft auf die Befreiung von der Bedrohung des iranischen Regimes. Der Fall dieses Regimes könnte eine Zeit des Friedens für Israel einleiten, wie es nach der Befreiung aus Ägypten der Fall war. Der Unterschied zum historischen Pessach ist jedoch, dass das Volk damals passiv war und von Gott aus Ägypten geführt wurde.

Heute müssen wir zwar den Kampf selbst übernehmen, doch wissen wir, dass eine Befreiung und ein Sieg nur mit Gottes Hilfe gelingen kann.

Titelbild: Israelische Soldaten der Golani-Brigade nehmen ein Pessachmahl ein. Foto: Edi Israel/Flash90

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