
Jerusalem rüstet Zivilschutz auf: Schutzräume öffnen jetzt per Knopfdruck
JERUSALEM, 07.04.2026 (TPS-IL/LS) – Um den Einwohnern zu helfen, bei Raketenangriffen schnell Schutzräume zu erreichen, hat die Stadtverwaltung von Jerusalem in rund 100 öffentlichen Schutzräumen in der Hauptstadt ein System zur Fernöffnung installiert.
Fernsteuerung anstatt manuelle Öffnung
„Dies ist ein lebensrettendes System, mit dem wir alle öffentlichen Schutzräume in der Stadt fernsteuern können. Früher mussten wir Mitarbeiter der Stadtverwaltung entsenden, um sie manuell zu öffnen. Jetzt geschieht dies per Fernsteuerung auf Knopfdruck“, erklärte Tomer Ben Zion, Projektleiter der Stadtverwaltung, gegenüber dem Press Service of Israel.
„Wenn ein Passant auf der Straße ist, wenn eine Sirene oder ein Alarm ertönt, kann er nun in einem nahegelegenen öffentlichen Schutzraum Zuflucht finden, für dessen Öffnung weder Schlüssel noch Schlösser noch manuelle Anstrengungen erforderlich sind“, so Ben Zion.
Das 5 Millionen Schekel (ca. 1,4 Millionen Euro) teure System ermöglicht es, Schutzräume automatisch zu öffnen, sobald ein Alarm vom israelischen Heimatfrontkommando eingeht oder eine Entscheidung der Stadtverwaltung vorliegt. Gleichzeitig wird im Inneren des Schutzraums ein WLAN-Netzwerk für die öffentliche Nutzung aktiviert.

Die Schutzräume bleiben in normalen Zeiten verschlossen, um ihren Zustand, ihre Sauberkeit und ihre Einsatzbereitschaft zu gewährleisten, erklärte Ben Zion.
Jerusalem investiert in Sicherheit
Der Jerusalemer Bürgermeister Moshe Lion betont die Wichtigkeit dieser Innovation: „Wir investieren weiterhin in die Sicherheit der Einwohner und in die Bereitschaft der Stadt für jedes erdenkliche Szenario, da wir uns bewusst sind, dass die aktuelle Sicherheitslage schnellere und intelligentere Reaktionen erfordert. Die Ausstattung älterer Schutzräume mit moderner Fernöffnungstechnologie ist nicht nur eine technische Modernisierung – es ist ein Paradigmenwechsel, bei dem Barrierefreiheit und Verfügbarkeit im Mittelpunkt stehen. So wird sichergestellt, dass jeder Einwohner schnell einen geschützten Ort erreichen kann, selbst wenn jede Sekunde zählt.“
Das System basiert auf einer von Ness Technologies bereitgestellten Funkkommunikationsinfrastruktur mit Mobilfunk-Backup, um Fehlfunktionen zu verhindern. Es kann auch dazu verwendet werden, Schutzräume aus der Ferne zu verschließen. Es gibt bereits Pläne, das System auf weitere 50 Schutzräume auszuweiten.
Über die Notunterkünfte hinaus treibt die Stadt auch Lösungen wie „mobile Schutzbüros“ voran. Dabei handelt es sich um Kits mit Notfallausrüstungen, die an Katastrophenorten sofortige, sichere Arbeitsumgebungen ermöglichen.
Titelbild: Israelis suchen Schutz in öffentlichen Bunkern. Foto: Gideon Markowicz/TPS-IL