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Israel beim Eurovision Song Contest: zwischen Boykottaufrufen und Hollywood-Unterstützung

JERUSALEM, 19.04.2026 (NH) – Der Eurovision Song Contest (ESC) versteht sich seit seiner Gründung als ein Ereignis, das Menschen weltweit durch die universelle Sprache der Musik verbindet. Doch in den letzten Jahren ist die glitzernde Bühne für Israel zu einem zunehmend schwierigen Pflaster geworden. Während Boykottaufrufe und politische Spannungen den Wettbewerb überschatten, formiert sich in diesem Jahr eine breite Allianz der Solidarität. Mehr als 1.000 prominente Persönlichkeiten der internationalen Unterhaltungsindustrie setzen sich dafür ein, dass Israel, entgegen den Boykottaufrufen, Teil der ESC-Familie bleibt.

Boykottsturm – wenn Musik politisiert wird

Die Forderungen nach einem Ausschluss Israels haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Länder wie Island, Irland, die Niederlande, Slowenien und Spanien signalisierten, eine Teilnahme oder Übertragung zu überdenken, sollte Israel antreten. Auch in der ESC-Fangemeinde wächst der politische Druck. Anhänger fordern Konsequenzen, Delegationen zeigen Distanz, und bei der Punktevergabe wird teils politische Voreingenommenheit vermutet.

Seit dem Hamas-Massaker im Süden Israels am 7. Oktober 2023 hat sich das Klima weiter verschärft. Israel wird zunehmend als Außenseiter wahrgenommen. Kritiker sehen in der Teilnahme ein politisches Signal, während die „European Broadcasting Union“ (EBU) darauf beharrt, das Event unpolitisch zu halten.

Hollywood bricht mit 1.000 Stimmen das Schweigen für Israel

Inmitten dieses Konflikts hat die Organisation „Creative Community for Peace“ (CCFP) ein Gegengewicht geschaffen. In einem offenen Brief fordern über 1.000 Stars, darunter Helen Mirren, Mila Kunis, Liev Schreiber und Amy Schumer sowie Gene Simmons und Boy George, dass Israel nicht ausgeschlossen wird. Sie warnen davor, den ESC zu einem politischen Werkzeug zu machen.

Die Unterzeichner betonen, Musik solle Brücken bauen, nicht Mauern errichten. Mayim Bialik nannte Boykottaufrufe „abscheulich und beschämend“ und erklärte, die Ausgrenzung israelischer Künstler beschädige den Geist des ESC. Auch Scooter Braun unterstrich, Künstler dürften nicht aufgrund ihrer Herkunft diskriminiert werden. Für viele Unterstützer wäre ein Ausschluss Israels eine Verzerrung von Gerechtigkeit.

Trotz anhaltenden Drucks wird Israel 2026 in Wien mit Sänger Noam Bettan und seinem mehrsprachigen Song „Michelle“ antreten. Während die Debatte weitergeht, bleibt die Hoffnung, dass am Ende die Kunst zählt und nicht die Politik.

Titelbild: Noam Bettan, Gewinner der Reality-Show „The Next Star“, posiert nach seinem Sieg im Finale in Neve Ilan bei Jerusalem am 21. Januar 2026 für ein Foto. Foto: Yael Abas Guisky/Flash90

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